Berg-Strumpfbandnatter

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Berg-Strumpfbandnatter

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Gattung: Strumpfbandnattern (Thamnophis)
Art: Berg-Strumpfbandnatter
Wissenschaftlicher Name
Thamnophis elegans
(Baird & Girard, 1853)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Berg-Strumpfbandnatter (Thamnophis elegans) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Strumpfbandnattern (Thamnophis). Im Englischen wird die Berg-Strumpfbandnatter terrestrial gartersnake oder western terrestrial garter snake genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Berg-Strumpfbandnatter erreicht eine Körperlänge von etwa 40,0 bis 60,0 Zentimeter. Sie kann aber gelegentlich mehr als einen Meter lang werden. Allgemein werden die Weibchen größer und schwerer als die Männchen und haben zumeist einen längeren Schwanz als die kleineren Männchen. Die Berg-Strumpfbandnatter weist eine unauffällig graubraune Färbung auf der Oberseite auf. Der ovale Kopf setzt sich nur geringfügig vom Rest des Körpers ab, die Augen sind meist gelb oder braun mit schwarzen, runden Pupillen. Des Weiteren weist die Berg-Strumpfbandnatter das typische Streifenmuster auf. Neben dem Streifenmuster zeigen sich noch zusätzlich Barrenmuster und dunkle Flecken. Der Name "Strumpf"-bandnatter rührt von dem Längsstreifen auf dem Rücken, welcher an ein Strumpfband erinnert. Ferner zeigen sich zwei weitere Längsstreifen, die jeweils an den Flanken entlang verlaufen. Der Bauch ist heller als der Körper, meist cremefarben oder schmutzgelb und ist mit großen Schuppen bedeckt.

Lebensweise

Berg-Strumpfbandnatter
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Berg-Strumpfbandnatter

Laut der Roten Liste der IUCN weist die Berg-Strumpfbandnatter ein sehr großes Verbreitungsgebiet auf. Darunter zählen folgende Gebiete: Zentral British Columbia, Zentral Alberta und südlich von Manitoba in Kanada, südlich und westlich der Vereinigten Staaten von Amerika (östlich und westlich von South Dakota, westlich von Nebraska, Colorado, westlich von Oklahoma und New Mexico) sowie nördlich von Baja California. Viele isolierte Populationen leben an den Rändern der wichtigsten Bereiche (Fitch 1983, Rossman et al. 1996, Grismer 2002, Stebbins 2003), vor allem in der Sierra Nevada und San Bernardino Mountains von Kalifornien sowie in Sierra San Pedro Martir in Baja California. Des Weiteren hält sich die Berg-Strumpfbandnatter in Höhen bis zu 3.995 Meter über NN, in der Regel aber unter 3.355 m über NN (Hammerson 1999, Stebbins 2003). Die Strumpfbandnatter kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen vor. Die Habitate reichen vom Flachland bis ins Hochgebirge, darunter Grasland, Buschland, felsige Waldhänge und offene Wälder. Vor allem lebt die Berg-Strumpfbandnatter in den meisten Bereichen terrestrisch. Jedoch bewohnt sie auch Feuchtgebiete und Bereiche, die sich in der Nähe von Bächen, Teichen und von Seen befinden.

Unterarten

Berg-Strumpfbandnatter
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Berg-Strumpfbandnatter

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Berg-Strumpfbandnatter in Kanada, in Mexiko und in den Vereinigten Staaten von Amerika vor. Die Berg-Strumpfbandnatter hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Gemäßigte Wälder, Trockensavannen, Feuchtsavannen, gemäßigtes Buschland, gemäßigtes Grünland, Feuchtgebiete (Inland) wie permanente Flüsse, Bäche, schmale Buchten inklusive Wasserfälle, saisonal bedingte irreguläre Flüsse, Bäche, schmale Buchten, Feuchtgebiete dominierend mit Strauch-Vegetation, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, permanente Süßwasserseen über 8 Hektar, saisonal bedingte intermittierende Süßwasserseen über 8 Hektar, saisonal bedingte intermittierende Süßwasserseen über 8 Hektar, permanente Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, saisonal bedingte intermittierende Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, Süßwasserquellen und Oasen, alpine Feuchtgebiete mit temporären Gewässern sowie Schneeschmelze, Weiden, ländliche Gärten und aquatische bewässerte Flächen einschließlich Bewässerungskanäle.

Ernährung

Berg-Strumpfbandnatter erbeutet Tigersalamander (Ambystoma tigrinum)
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Berg-Strumpfbandnatter erbeutet Tigersalamander (Ambystoma tigrinum)

Die Berg-Strumpfbandnatter ernährt sich überwiegend von Fischen und Amphibien, aber auch kleinere Nagetiere, Vögel und seltener Reptilien in passender Größe werden nicht verschmäht. Auch Weichtiere werden insbesondere von Jungschlangen gefressen. Die Berg-Strumpfbandnatter ist ein aktiver Jäger, die dem Geruch der Beute folgt, sie mit den Zähnen ergreift und oft noch lebend verschlingt, nur selten wird die Beute vorher erdrosselt. Die Berg-Strumpfbandnatter verschlingt nur lebende Beute. Lediglich Jungtiere, trächtige Weibchen und Terrarientiere nehmen auch Aas zu sich. Gewissermaßen reagieren gerade zur Welt gekommene Jungtiere geruchlich selektiv auf Extrakte bestimmter Nahrungstiere. Das heißt es gibt chemische Beutespektren mit angeborenen Vorlieben, welche sich jedoch mit dem Älterwerden individuell entwickeln.

Fortpflanzung

Nach der Winterruhe, wenn die Temperaturen im Frühling wieder ansteigen, erwachen zuerst die Männchen und einige Tage bis Wochen später die Weibchen (sie haben einen höheren Temperaturbedarf). Die Weibchen geben Pheromone (Sexuallockstoffe) über die Haut ab und locken so manchmal scharenweise Männchen an. Unter diesen kommt es dann zu friedlichen und unbissigen Auseinandersetzungen, in dem sie versuchen, sich gegenseitig auf den Boden zu drücken. Der schwächere gibt dann nach und verschwindet. Solche friedlichen Kämpfe nennt man Kommentkämpfe. Dann reibt das gesiegte Männchen zur sexuellen Stimulierung Kinn und Rücken des anderen Geschlechts. Ist das Weibchen paarungsbereit, hebt sie ihren Hinterleib und das Männchen führt den ausgestülpten Hemipenis in die weibliche Kloake ein und gibt sein Sperma ab, so dass die Eizellen befruchtet werden. Das Männchen verschließt dann mit einem Pfropfen die Kloake der Geschlechtspartnerin, damit das Weibchen von keine anderen Männchen mehr befruchtet wird. Auch die Berg-Strumpfbandnatter ist eilebendgebärend, das heißt, sie bildet zwar Eier aus, aber die Jungschlangen schlüpfen aber bereits vor der Eiablage aus den Eiern heraus und es kommen bereits lebende Junge zur Welt. Bei einem Wurf kommen nach 70 bis 110 Tagen zumeist 10 bis 20, selten über 50 Jungtiere zur Welt. Je nach Vorkommen pflanzen sich die Berg-Strumpfbandnatter ein- bis zweimal im Jahr fort. Die Geschlechtsreife wird in der Natur nach etwa einem Jahr erreicht, die Lebenserwartung liegt bei maximal über zehn Jahren.

Gefährdung und Schutz

Berg-Strumpfbandnatter
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Berg-Strumpfbandnatter

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Berg-Strumpfbandnatter heute noch nicht zu den bedrohten Schlangenarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Berg-Strumpfbandnatter selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt. Die Größe der Gesamtpopulation ist unbekannt, aber sie übertrifft sicherlich 100.000. Die Berg-Strumpfbandnatter ist in vielen Bereichen sehr weit verbreitet. Die Anzahl der Subpopulationen und die Populationsgröße sind wahrscheinlich relativ stabil. Die Populationen, die isoliert in Süd-Kalifornien und in Baja California vorkommen, sind viel seltener.

Laut der Roten Liste der IUCN sind keine größeren Gefahren bekannt. In den Bereichen der Hochebenen in der südlichen Sierra Nevada in Kalifornien ist es möglicherweise zu Rückgängen dieser Art gekommen durch die Einführung von nicht-heimischen Forellen, die anscheinend die Populationen der Lurche (Amphibia) fast verdrängt haben. Die Berg-Strumpfbandnatter ist von den Lurchen (Amphibia) abhängig, da diese als primäre Nahrungsquelle dienen und womöglich auch die Beute der Forellen sind (Matthews et al. 2002). Allerdings übersahen (Matthews et al. 2002) in ihrer Studie die historische Verteilung der Berg-Strumpfbandnatter und kennen kaum die umfangreichen Einführungen der Forellen in diesen Gebieten. In einigen Gebieten ist das Fehlen der Berg-Strumpfbandnatter ungewiss (John Muir Wilderness). Weitere Studien sind erforderlich, zum Beispiel in den Bergen von Colorado. Die Berg-Strumpfbandnatter ernährt sich sehr vielseitig (Hammerson 1999) und einige Populationen der Berg-Strumpfbandnatter erbeuten möglicherweise keine Lurche (Amphibia).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475

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