Bergklarino
aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank
| Bergklarino | |
|---|---|
|
| |
| Systematik | |
| Klasse: | |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Unterordnung: | Singvögel (Passeri) |
| Familie: | Fliegenschnäpper (Muscicapidae) |
| Unterfamilie: | Eigentliche Drosseln (Turdinae) |
| Gattung: | Myadestes |
| Art: | Bergklarino |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Myadestes townsendi | |
| Audubon, 1838 | |
Der Bergklarino (Myadestes townsendi) zählt innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Gattung Myadestes. Im Englischen wird der Bergklarino Townsend's Solitaire genannt. Zu Ehren des Ornithologen John Kirk Townsend wurde diese Spezies nach ihm benannt.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Bergklarino ist ein mittelgroßer Singvogel und ist von einer langen schlanken Gestalt. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 20 bis 24 Zentimeter, eine Flügelspannweite von etwa 37 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 30 bis 35 Gramm. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Beide Geschlechter ähneln sich in Größe und Färbung. Der Bergklarino weist einen kurzen dicken schwärzlichen Schnabel sowie einen weißen Augenring auf. Das Gefieder ist dunkelgrau gefärbt und ist mit einer gelbbraunen Flügelbinde versehen. Die Ränder der Flugfedern sind ebenfalls gelbbräunlich gezeichnet. Der Schwanz ist lang und spitz zulaufend, jedoch geschlossen und weist eine leicht weißliche Tönung an den äußeren Schwanzfedern auf. Die Jungvögel sind am Kopf und am Körper grau-weiß gefleckt. Obwohl der Bergklarino einige Ähnlichkeiten mit der Spottdrossel (Mimus polyglottos) hat, so weisen doch der Schwanz, die dunkle Unterseite sowie die Form, Größe und das Verhalten keine Ähnlichkeit auf.
Lebensweise
Der Bergklarino hält sich oft hoch oben auf einem Zweig oder auf einem Ast in einer aufrechten Position für längere Zeit auf und trägt dort seinen Gesang vor. Er singt den ganzen Herbst über. Der Gesang besteht aus lauten melodischen Flötentönen, die wie steigende und fallende Phrasen klingen und mit einer leisen heiseren Note durchsetzt sind. In der Note ist kein deutliches Muster zu hören, eher ist sie von einer etwas mechanischen Qualität. Der Ruf klingt wie ein Quietschen oder manchmal ist auch ein klares weiches Pfeifen zu vernehmen. Im Winter sind das Männchen und das Weibchen stark territorial und verteidigen vehement ihre Wacholder-Bäume gegen andere Vögel, weil ein großes beerenreiches Gebiet das Überleben im Winter in höheren Raten garantiert als ein kleines Gebiet mit wenig Beeren. Die Kämpfe zwischen zwei Vögeln um ein beerenreiches Gebiet können sehr heftig sein.
Unterarten
- Myadestes townsendi calophonus - Moore, 1937
- Myadestes townsendi townsendi - Audubon, 1838
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Bergklarino reicht vom südlichen Alaska, von Britisch Kolumbien und vom südlichen Alberta bis nach Norden von Zacatecas. Der Bergklarino liebt die montanen Wälder. Im Winter bewegt er sich in niedrigen Höhen, um dort nach Wacholder-Beeren und nach anderen Früchten zu suchen. Des Weiteren hält sich der Bergklarino in den Great Plains, im nördlichen Mexiko und sogar in den Oasen der Wüstengebiete auf. Der Bergklarino lebt in allen Jahreszeiten in größeren Höhen im Westen der USA, im Sommer hält er sich auch in den kanadischen Rocky Mountains in Alaska auf und lebt in offenen Nadelbaumwälder und auf exponierten Felsen. Im Winter bewegt sich der Bergklarino in niedrigeren Höhen, die sich im Westen und im Osten befinden und bevorzugt dort eher die Wacholder-Bäume.
Ernährung
Der Bergklarino ernährt sich hauptsächlich von Beeren und Insekten (Insecta). Im Winter bewegt sich der Bergklarino in niedrigen Höhen, wo er sich ausschließlich von den fleischigen Beeren des Wacholder (Juniperus) ernährt. Gelegentlich werden auch Früchte verzehrt. Im Sommer besteht die Hauptnahrung aus Insekten (Insecta).
Fortpflanzung
Die Brutzeit findet in den Monaten von Mai bis Juli statt. Das napfförmige locker gebaute Nest besteht aus feinem Pflanzenmaterial und befindet sich nahe am Boden, in einer Baumhöhle, unter Wurzeln oder in einem alten Schacht eines Bergwerkes oder unter einem Felsvorsprung. Für den Nestbau werden Winkel oder Hohlräume unter irgendeiner Form von überhängenden Objekten genutzt. Das Weibchen legt in der Regel drei bis vier Eier in das Nest. Die Eier weisen eine subelliptikale Form auf und sind glatt sowie leicht glänzend. Die Farbe ist weiß bis bläulich-weiß oder hellblau und ist mit braunen, grauen oder lilafarbenen Markierungen besetzt. Die Größe der Eier beträgt etwa 23 x 17 Millimeter.
Gefährdung und Schutz
Der Bergklarino gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 3.600.000 Quadratkilometer. Die globale Population zählt etwa 770.000 Individuen (Rich et al., 2003). Der Bergklarino ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird der Bergklarino als least concern (nicht gefährdet) geführt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel
Vögel (Aves)
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
