Beutelwolf

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Beutelwolf
vergrößern
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Beutelwölfe (Thylacinidae)
Gattung: Thylacinus
Art: Beutelwolf
Wissenschaftlicher Name
Thylacinus cynocephalus
Harris, 1808

Der Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus), auch Tasmanischer Wolf, Beuteltiger oder Tasmanischer Tiger genannt, gehörte innerhalb der Familie der Beutelwölfe (Thylacinidae) zur Gattung der Thylacinus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

vergrößern

Der Beutelwolf war in der Neuzeit das größte Raubtier auf Tasmanien und in Australien. Er erreichte eine Körperlänge von 90 bis 130 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 50 bis 65 Zentimeter, eine Schulterhöhe von etwa 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 30 Kilogramm. Vom Aussehen her ähnelte er einem heutigen Hund. Der Oberkörper wies eine graubraune Grundfärbung auf. Ab der Mitte des Rückens bis zum Schwanzende zeigten sich bis zu 18 vertikale helle Streifen. Daher auch das Synonym Beuteltiger. Das Gesicht, der Kehlbereich und der Bauch waren deutlich heller gefärbt. Das Fell war insgesamt recht kurz, aber sehr dicht.

Das Gebiss des Beutelwolfes war äußerst kräftig. Zudem konnte er sein Maul extrem weit aufreissen. Die Eckzähne waren besonders lang. Die Beine endeten an den Füßen in fünf Zehen. Das Weibchen besaß einen nach hinten geöffneten Beutel. Grundsätzlich öffnen sich die Beutel bei bodenbewohnenden Beuteltieren nach hinten, damit sie sich nicht im Geäst verfangen können. Bei baumbewohnenden Beuteltieren wie dem Koala öffnet sich der Beutel nach vorne. Der Beutelwolf war ein nachtaktiver Einzelgänger, der nur selten in kleinen Familiengruppen lebte. Über die Jagdtechnik des Beutelwolfes herrscht unter den Forschern Uneinigkeit. Manche glauben, daß der Beutewolf ein Anschleichjäger war, andere glauben, daß es sich eher um einen Hetzjäger handelte.

Ehemaliges Hauptverbreitungsgebiet
vergrößern
Ehemaliges Hauptverbreitungsgebiet

Ausrottung

Gelegentlich riss der Beutelwolf das Vieh der Farmer. Das war letztlich sein Todesurteil. Selbst die Tasmanische Regierung setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im beginnenden 20. Jahrhundet eine Abschußprämie (25 Cent) an. In kaum 50 Jahren wurde der gesamte Bestand auf Tasmanien erbarmungslos ausgerottet. Es überlebten nur wenige Tiere in einigen zoologischen Gärten. Den Zoos gelang allerdings keine einzige Nachzucht. Nachdem er in Freiheit längst ausgerottet war, starb am 7. September 1936 der letzte in Gefangenschaft lebende Beutelwolf im Beaumaris Zoo von Hobart auf Tasmanien. Unermütlich suchten Forscher weiter nach noch lebenden Exemplaren in Freiheit. Sie wurden bis heute nicht mehr fündig. Gelegentliche Sichtungen von Einheimischen dürften in das Reich der Fabeln und Legenden gehören. Im Jahre 1936, dem Jahr des Todes des letzten Beutelwolfes, wurde die Art unter Schutz gestellt. Dies kam leider zu spät.

Verbreitung

Ursprünglich, also vor rund 3.000 Jahren, war der Beutelwolf über ganz Australien, Tasmanien und Neu-Guinea verbreitet. In der Neuzeit erstreckte sich sein Verbreitungsgebiet nur noch über Tasmanien. Der Beutelwolf bevorzugte lichte Wälder, dessen Ränder sowie Baum- und Buschsavannen. Im späten 19. Jahrhundert zog er sich aufgrund des hohen Jagddrucks in die dichten tasmanischen Regenwälder zurück. Tagsüber ruhte er in Felsnischen, Höhlen oder in selbstgegrabenen Erdbauten.

Nahrung

Der Beutelwolf ernährte sich vermutlich von kleineren Säugetieren. Dazu gehörten nach einhelliger Meinung insbesondere Kängurus, Wallabys, andere Kleinsäuger und wahrscheinlich auch Vögel. Er ging nur während der Nacht auf die Jagd. Hier und da riss er auch Schafe von Farmern. Diese Tatsache war Startschuss für die beginnende Verfolgung, an dessen Ende seine Ausrottung stand.

Fortpflanzung

Das Weibchen verfügte wie alle Beuteltiere über einen Beutel für die Aufzucht der Jungtiere. Der Beutel war nach hinten geöffnet. Wahrscheinlich lag die Paarungszeit im Frühjahr, so dass die Jungtiere im Sommer zu Welt kamen. Nach einer kurzen Tragezeit kamen im Schnitt zwei bis vier Jungtiere zur Welt, die sich die ersten 90 Tage nur im Beutel aufhielten. Im Beutel hatte das Weibchen vier Zitzen zum Säugen. Danach verließen die Jungtiere den Beutel, blieben aber noch sechs bis neun Monate bei ihrer Mutter. Man schätzte die Lebenserwartung auf bis zu 15 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

'Persönliche Werkzeuge