Bezoarziege

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Bezoarziege

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Ziegen (Capra)
Art: Wildziege
Unterart: Bezoarziege
Wissenschaftlicher Name
Capra aegagrus aegagrus
Schinz, 1830

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Die Bezoarziege (Capra aegagrus aegagrus), auch Kretische Wildziege genannt, ist eine Unterart der Art Wildziege (Capra aegagrus) und gehört zur Familie der Hornträger (Bovidae) sowie zur Gattung der Ziegen (Capra).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Bezoarziege erreicht eine Körperlänge von 80 bis 100 cm, ein Stockmaß von 70 bis 80 cm sowie ein Gewicht von 25 bis 45 Kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner als Männchen. Im Gegensatz zu den Weibchen verfügt der Bock über einen Bart am Kinn. Die Grundfärbung ist meist rötlichbraun bis gelblichbraun. Männchen bekommen im Winter ein silbergraues Fell. Ein dunkler Aalstrich zieht sich vom Nacken bis zum Schwanzansatz. Die Unterseite ist dunkelbraun. Auch die Läufe sind stellenweise dunkelbraun.

Beide Geschlechter verfügen über Hörner, die nicht abgeworfen werden. Die Hörner der Männchen erreichen eine Länge von 70 bis 100 cm und sind säbelförmig nach hinten gebogen. Die Hörner der Weibchen erreichen eine Länge von 20 bis 30 cm und sind nur schwach gebogen. Entlang der Hörner sind Verdickungen sichtbar, anhand derer man das Alter der Tiere ermitteln kann. Die Bezoarziege ist überwiegend tagaktiv, zieht sich während der heißen Mittagszeit allerdings an schattige Plätze zurück.

Die Bezoarziege verfügt über zweigeteilte Hufe, mit denen sie sich im Gelände und an felsigen Hängen außerordentlich gut bewegen kann. Weibchen und deren Nachwuchs leben in Herden von bis zu 25 Tieren. Männchen leben in der Regel einzelgängerisch und stoßen nur zur Paarungszeit zu den Weibchen. Wildziegen wurden bereits vor 6.000 bis 8.000 Jahren vom Menschen domestiziert und als Haus- und Nutztier gehalten. Genutzt wurde vor allem die Milch, das Fleisch sowie die Felle.

Verbreitung

Die Bezoarziege ist in weiten Teilen der Türkei, im Kaukasus, im Iran und in Afghanistan verbreitet. In Höhenlagen ist die Bezoarziege bis in 2.400 Metern Höhe über NN. anzutreffen.

Nahrung

Bezoarziegen sind wie alle Hornträger reine Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern, jungen Trieben von Sträuchern und Bäumen. In Mangelzeiten fressen sie auch zarte Rinde, Moose und Flechten. Zudem suchen sie sogenannte Salzlecken auf, um sich die notwendigen Mineralien zuzuführen.

Fortpflanzung

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren, pflanzen sich aber meist erst nach drei Jahren erstmals fort. Männchen kommen erst mit rund fünf Jahren zu ihrer ersten Paarung, da sie zu diesem Zeitpunkt ausgewachsen sind und in Kämpfen um ein Harem bestehen könnnen. Die Paarungszeit beginnt im späten Herbst. Während dieser Zeit kommt es unter den Männchen zum Teil zu heftigen Gefechten, die aber selten in schweren Verletzungen enden.

Das Weibchen bringt meist im Mai nach einer Tragezeit von 160 Tagen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt an einer geschützten und unzugänglichen Stelle. Hier bleibt das Jungtier für einige Tage, bis es der Mutter folgen kann. Die Säugezeit beträgt rund fünf bis sechs Monate. Meist bleiben die Juntiere bis zur nächsten Brunft bei der Mutter. In Freiheit erreicht die Bezoarziege ein Alter von bis zu zwölf Jahren. In Gefangenschaft liegt das erreichbare Alter deutlich darüber.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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