Birkhuhn

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Birkhuhn
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Birkhühner (Lyrurus)
Art: Birkhuhn
Wissenschaftlicher Name
Lyrurus tetrix
Linnaeus, 1758

Verbreitungsgebiet

Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) zählt innerhalb der Familie der Fasanenartige (Phasianidae) zur Gattung der Birkhühner (Lyrurus). Das Birkhuhn wurde zum Vogel des Jahres 1980 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Birkhuhn erreicht eine Körperlänge von 58 bis 65 Zentimeter sowie ein Gewicht von 800 bis 1.600 Gramm. Es weist einen schlanken Körperbau auf. Die Hennen bleiben deutlich kleiner und leichter als die Hähne. Auch in der Gefiederfärbung zeigt sich ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Das Gefieder der Männchen weist eine überwiegend schwarze Grundfärbung auf. Bei Lichteinfall schimmert das Gefieder bläulich metallisch. Der bläuliche Glanz ist insbesondere am Hals, im Bereich der Brust und des Rückens zu erkennen. Markantes Merkmal des Hahns ist der leierförmig ausgebildete gegabelte Stoß. Der Flügelbug weist weißliche Flecken auf. Über den Augen hat der Hahn markante, rot gefärbte Drüsenfeder. Die Henne ist unscheinbar graubraun gefärbt und weist silbrige bis weiße Querbänder auf. Die Bauchseite ist etwas heller als das Obergefieder. Die Beine beider Geschlechter sind bis zu den Zehen befiedert.

Birkhühner sind Standvögel die auch im Winter in ihrem natürlichen Lebensraum verweilen. Sie leben einzelgängerisch, und kommen nur zu Balzzeit zusammen. Im Flug wie auch beim Start wirken sie plump. Die tagaktiven Vögel halten sich die meiste Zeit auf dem Boden auf. Die Nächte verbringen sie in der Regel in ihren Schlafbäumen. Nur brütende Hühner und der Nachwuchs bleiben am Boden. Zu den natürlichen Feinden zählen große Räuber wie Wildschwein, Dachs, Waschbär, Luchs, Fuchs, Marder und große Raubvögel wie Uhu, Adler, Habicht und Krähen.

Verbreitung

Das Birkhuhn ist in weiten Teilen des nördlichen und des mittleren Europa und Asien verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis in die Nähe des Polarkreises. Die Tiere leben sowohl in der Ebene als auch bis in die Hochgebirge. Man findet die Birkhühner in offenem Gelände wie der kargen Tundra, in Heiden und Moore sowie in Gebirgsregionen mit geringer Vegetation. Auch lichte Wälder im Gebirge werden gerne besiedelt. Dabei werden Nadelwälder eindeutig bevorzugt. In Deutschland gibt es noch kleinere Populationen in den Alpen, dem Schwarzwald, Bayerischen Wald, Fichtelgebirge, Harz, Elbsandsteingebirge sowie im Thüringer Schiefergebirge.

Ernährung

Männchen
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Männchen

Die adulten Birkhühner ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich. Zur bevorzugten Nahrung gehören Sämereien, junge Triebe und Knospen, Blüten und Beeren. Nur gelegentlich nehmen sie auch Insekten zu sich. Die Küken ernähren sich in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich von Spinnentieren sowie Insekten und deren Larven.

Fortpflanzung

Das Birkhuhn erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. In den gemäßigten Verbreitungsgebieten beginnt die Balz meist schon im April, in nördlichen Verbreitungsgebieten oder in Höhenlagen ab Mai. Das Birkhuhn lebt polygam, das heißt ein Männchen paart sich in der Regel mit mehreren Weibchen. Er hat auch mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Während der Balz vollführt der Hahn auf seinem Balzplatz ausgefeilte Balztänze. Der Balzplatz ist zentraler Punkt seines kleinen Reviers. Der Hahn scheint dabei Kommentkämpfe mit einem imaginären Gegner zu führen. Neben Aufplustern gehören auch ein wilder Flatterflug und Lautäußerungen wie Gurren und Zischen zum Balztanz. Das Nest errichtet das Weibchen in einer einfachen Bodenmulde an einem geschützten Platz. Die Bodenmulde wird spärlich mit weichem Material ausgepolstert. In das Nest legt sie zwischen fünf und zehn hellgelbe Eier, die sie alleine über einen Zeitraum von 25 bis 29 Tagen ausbrütet. Die Jungvögel gelten als Nestflüchter. Bereits nach gut einem Tag folgen sie der Mutter und ernähren sich selbständig von Insekten und Spinnentieren. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungvögel mit knapp drei Wochen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072
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