Blanchard-Grillenfrosch

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Grillenfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Acris
Art: Blanchard-Grillenfrosch
Wissenschaftlicher Name
Acris blanchardi
Harper, 1947

Der Blanchard-Grillenfrosch (Acris blanchardi), auch unter den Synonymen Acris crepitans blanchardi, Acris crepitans paludicola, Acris gryllus blanchardi, Acris gryllus paludicola und Hyla ocularis blanchardi bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Acris. Im Englischen wird der Blanchard-Grillenfrosch blanchard's cricket frog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blanchard-Grillenfrosch kann eine Körperlänge von etwa 1,6 bis 3,8 Zentimeter erreichen. Die hinteren Extremitäten sind relativ lang. Die dorsale Oberfläche ist mit Warzen bedeckt, während die Bauchhaut granuliert ist. Die dorsale Färbung ist variabel, aber in der Regel erscheint die Färbung grau oder braun. Die Musterung kann ebenfalls variabel sein, aber die meisten Individuen weisen ein dunkel gefärbtes Dreieck im hinteren Bereich, auf dem Kopf und zwischen den Augen auf. Viele Individuen haben auch lohfarbene, braune, rote oder grüne Mittelstreifen. Die Oberlippe weist eine Reihe von vertikalen dunklen Binden auf. Die meisten Indviduen haben dunkle Streifen auf dem Oberschenkel. Der Kehlsack ist dunkel gefärbt, gelegentlich mit einer Spur von gelb während der Paarungszeit. Die hinteren Zehen sind mit schlecht entwickelten Zehenballen ausgestattet. Die Kaulquappen sind mit einer schmalen verlängerten Schwanzflosse versehen. Die Augen sind seitlich angeordnet. Typischerweise besitzen die Kaulquappen eine charakteristische schwarze Schwanzspitze. Die schwarze Schwanzspitze ist jedoch nicht bei allen Kaulquappen vorhanden. Kaulquappen die in Bächen mit Fischen leben, weisen eher eine helle Schwanzspitze auf.

Lebensweise

Blanchard-Grillenfrosch
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Blanchard-Grillenfrosch

Der Blanchard-Grillenfrosch ist ein tagaktiver Frosch. Bereits in den frühen Morgenstunden ist der Blanchard-Grillenfrosch an sonnigen Plätzen beim Sonnenbaden zu beobachten. Er bevorzugt beispielsweise die Randbereiche flacher Gewässer oder ins Wasser reichende Vegetation. Aufgrund seiner geringen Größe steht der Blanchard-Grillenfrosch auf der Speisekarte einer Vielzahl von natürlichen Feinden. Dazu gehören beispielsweise Reiher (Ardeidae), Fische (Pisces) sowie Schlangen (Serpentes). Im Wasser ist der Blanchard-Grillenfrosch jedoch schnell unterwegs und für die meisten natürlichen Feinde nur schwer zu erbeuten.

Verbreitung

Der Blanchard-Grillenfrosch ist in Kanada, Mexiko und in den Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. In den USA kommt er in folgenden Bundesstaaten vor: Arkansas, Colorado, Iowa, Illinois, Indiana, Kansas, Kentucky, Louisiana, Michigan, Minnesota, Missouri, Mississippi, Nebraska, New Mexico, Ohio, Oklahoma, South Dakota, Texas, West Virginia, Wisconsin und im Südosten Kanadas in der Provinz Ontario. Der Blanchard-Grillenfrosch ist weit nördlich des Ohio River verbreitet und im Süden der USA westlich des Mississippi zu finden. Mehrere Populationen erscheinen im westlichen Mississippi und eine Population erscheint im nördlichen Kentucky.

Ernährung

Der Blanchard-Grillenfrosch ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) und deren Larven wie Mücken (Nematocera), Stechmücken (Culicidae) und Fliegen (Brachycera). Darüber hinaus erbeutet er aber auch Milben (Acari), Webspinnen (Araneae), Blattläuse (Aphidoidea), Weberknechte (Opiliones) und kleine Schnecken (Gastropoda). Die Kaulquappen ernähren sich von Algen, Mikroorganismen, Plankton und von zellulären Abfallstoffen.

Fortpflanzung

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Blanchard-Grillenfrosch

Der Blanchard-Grillenfrosch erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe im Frühjahr, je nach Verbreitungsgebiet von April bis in den Juni hinein. Zu diesem Zeitpunkt zieht es die Frösche aus den Winterquartieren an die Laichgewässer. Als erstes treffen in der Regel die Männchen ein. Die Balz ist durch laute Rufe der Männchen geprägt. Der Balzrufe können für einige Sekunden andauern. Besonders in warmen und bewölkten Nächten produzieren die Männchen die intensivsten Froschkonzerte. Hat sich ein Paar gefunden, so kommt es zur Umklammerung des Weibchens durch das Männchen. Sie bilden dann ein sogenanntes Amplexus-Paar. Die Eiablage erfolgt im Flachwasserbereich. Das Weibchen legt meist zwischen 10 und 15 Eier je Schub. Gleichzeitig kommt es zur Besamung der Eier durch das Männchen. Die Eier werden einzeln abgelegt und an Pflanzenteile geheftet. Insgesamt legt das Weibchen rund 150 Eier. Die Larven (Kaulquappen) schlüpfen nach wenigen Tagen und leben bis zur Metamorphose im Gewässer. Die Entwicklungszeit der Larven kann sich je nach Wassertemperatur über 60 bis 90 Tage erstrecken. Nach dem Schlupf ernähren sich die Larven vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen, zusätzlich ernähren sie sich von Algen, Plankton sowie zellulären Abfallstoffen.

Gefährdung und Schutz

Der Blanchard-Grillenfrosch ist zwar noch nicht akut bedroht, jedoch sind die Bestände in den letzten Jahrzehnten beständig am Sinken. Zu den Hauptgründen zählen die Vernichtung von Kleinstgewässern, insbesondere durch die Versiegelung und Trockenlegung, die Habitatfragmentierung durch exzessive Bebauung und intensivierte Landwirtschaft sowie die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Auf den Laichwanderungen kommen Jahr für Jahr viele Frösche im Straßenverkehr ums Leben. Auch der Fischbesatz von Kleinstgewässern hat zum Rückgang der Populationen beigetragen.

Anhang

Literatur und Quellen

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