Blasse Kängurumaus

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Blasse Kängurumaus

Taxonomie
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Kängurumäuse (Microdipodops)
Art: Blasse Kängurumaus
Wissenschaftlicher Name
Microdipodops pallidus
Merriam, 1901

Die Blasse Kängurumaus (Microdipodops pallidus) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Kängurumäuse (Microdipodops). Im Englischen wird die Blasse Kängurumaus pale kangaroo mouse oder soda spring valley kangaroo mouse genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Blasse Kängurumaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 6,6 bis 7,7 Zentimeter und eine Schwanzlänge von etwa 6,4 bis 10,3 Zentimeter. Die Oberseite ist blass, weißlich-cremefarben bis zimtfarben. Die Unterseite ist ganz weiß gefärbt. Diese Eigenschaften unterscheiden die Blasse Kängurumaus erheblich von der Dunklen Kängurumaus (Microdipodops megacephalus). Ferner hat die Dunkle Kängurumaus (Microdipodops megacephalus) längere Hinterbeine als die Blasse Kängurumaus. Das Fell bei der Blassen Kängurumaus ist ebenfalls relativ lang, seidig und locker. Die Hinterfüße sind an den Seiten mit borstenartigen Haaren versehen, die die Oberfläche der feinen und weichen Füße bedecken. Die Unterseite der Hinterfüße ist ebenfalls behaart. Die Füße funktionieren ähnlich wie ein Sand-Schuh in der Wüste. Die Kängurumäuse (Microdipodops) nutzen beim Laufen mehr ihre Vorderbeine als die Kängururatten (Dipodomys). Aufgrund der aufgeblähten Gehörkapsel, die bis zum oberen Teil des Schädels reicht, wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper größer. Die Molaren der Kängurumäuse wachsen nicht nach. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen und die zahnmedizinisch Formel lautet: 1/1, 0/0, 1/1, 3/3.

Lebensweise

Die Blasse Kängurumaus ist nachtaktiv und extrem lichtempfindlich. Wenn sie dem Licht ausgesetzt ist, dann sucht sie einen dunklen Ort auf. Die Spitzenaktivität erfolgt in den ersten beiden Stunden nach Sonnenuntergang. Mondlicht und Temperaturen sind zusätzliche Faktoren, die die Aktivität der Kängurumäuse steigern. Die Aktivität erreicht den Höhepunkt unter teilweise bewölktem Himmel und hört bei Regen auf. Im Grunde genommen lebt die Blasse Kängurumaus einzelgängerisch. Bei Gruppen handelt es sich ausschließlich um Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Zwischen einzelnen Individuen zeigt sich bei Aufeinandertreffen ein hohes Aggressionsverhalten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Kommunikation untereinander erfolgt akustisch, über den Tastsinn und über den Geruchssinn.

Unterarten

  • Microdipodops pallidus pallidus - Merriam, 1901
  • Microdipodops pallidus ammophilus - Hall, 1941
  • Microdipodops pallidus purus - Hall, 1941
  • Microdipodops pallidus restrictus - Hafner, 1985
  • Microdipodops pallidus ruficollaris - Hall, 1941

Verbreitung

Die Blasse Kängurumaus kommt in Nevada und in den Regionen des angrenzenden Kalifornien vor. Sie gräbt einfache Bauten in der Nähe von Sträuchern. Die Bauten sind weitaus einfacher als die Bauten der Dunklen Kängurumaus (Microdipodops megacephalus). Die Blasse Kängurumaus lebt in ariden Gebieten entlang der Sanddünen. Des Weiteren hält sie sich auf kiesigen Böden im Tiefland auf. Ferner kommt die Blasse Kängurumaus auch in Höhen von 1.100 bis 2.500 Meter über dem Meeresspiegel vor. Die Blasse Kängurumaus kann gleichzeitig im selben Lebensraum mit anderen Nagetier-Arten leben.

Ernährung

Die Blasse Kängurumaus ernährt sich in erster Linie von Samen. Sie nutzt die Schneidezähne zum Schälen von Samen und sammelt die Samen in den Backentaschen. Im Sommer ernährt sich die Blasse Kängurumaus auch von Insekten (Insecta). Während der Ruheperioden wird im Schwanz Fett gespeichert. Bemerkenswert ist, dass die Blasse Kängurumaus über einen längeren Zeitraum ohne Wasser auskommt. Es wird vermutet, dass die extrem effizienten Nieren genügend Wasser aus den Pflanzensamen ableiten, so dass die Blasse Kängurumaus auch in sehr trockener Umgebung überleben kann. (Dayan und Simberloff, 1994; Nowak, 1999; Woods, 1990).

Fortpflanzung

Informationen über die Reproduktion sowie über den Zeitpunkt der Entwöhnung der Jungtiere und über die Geschlechtsreife sind begrenzt. Man nimmt an, dass das Weibchen der Blassen Kängurumaus ebenfalls polyöstrisch ist, d. h. im Laufe eines Jahres in regelmäßigen Abständen auftretender Sexualzyklus. Die Tragzeit findet vermutlich von März bis September statt und die Mehrheit der Jungtiere wird im Mai und im Juni geboren. Die Wurfgröße besteht aus zwei bis sieben Jungtieren mit einem Durchschnitt von 3,9 Jungtieren. Das durchschnittliche Gewicht der Jungtiere beträgt nach der Geburt etwa 1,0 Gramm.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Blasse Kängurumaus heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Blasse Kängurumaus selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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