Blassfuchs

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Blassfuchs
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hundeartige (Canidae)
Gattung: Echte Füchse (Vulpes)
Art: Blassfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes pallida
(Cretzschmar, 1826)

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Der Blassfuchs (Vulpes pallida) zählt innerhalb der Familie der Hundeartigen (Canidae) zur Gattung der Echten Füchse (Vulpes). Im Englischen wird die Art Pale Fox, African Sand Fox oder Pallid Fox genannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Zu den sehr ähnlichen Arten zählt der Rotfuchs (Vulpes vulpes), der Sandfuchs (Vulpes rueppellii) und der Fennek (Vulpes zerda). Der Rotfuchs hat kürzere Beine und Ohren, der Sandfuchs verfügt über größere Ohren und einen längeren Schwanz mit einer schwarzen Schwanzspitze. Der Fennek unterscheidet sich vom Blassfuchs durch seine längeren und dickeren Ohren sowie durch sein längeres Fell (Sillero-Zubiri, 2004).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blassfuchs erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 380 bis 550 mm, eine Schwanzlänge von 230 bis 290 mm, eine Hinterfußlänge von gut 100 mm, eine Ohrlänge von 65 bis 72 mm sowie ein Gewicht von 2.000 bis 3.600 g. Der Blassfuchs ist ein kleiner und in der Fellfärbung ein ausgesprochen blasser Fuchs. Diese Eigenschaft war namensgebend. Er verfügt über lange Beine und lange Ohren (siehe Maße). Das Gesicht zeichnet sich durch schwarze Augenringe rund um die Augen aus. Die großen Ohren sind außen rotbraun und innen weißlich gefärbt. Dorsal weist das dünnwirkende Fell eine blasse, cremefarbene bis leicht rehbraune Färbung auf. Lateral ist das Fell noch ein wenig blasser gefärbt, die Beine weisen eine rötliche Färbung auf. Der Schwanz ist lang und ausgesprochen buschig. Er ist rötlichbraun gefärbt und mit einer dunklen Spitze versehen. Weibchen verfügen über 3 Paar Zitzen. Der Schädel ist relativ kurz, die oberen Molaren sind gut entwickelt. Das Gebiss verfügt über 42 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/4, m2/3 (Sillero-Zubiri, 2004).

Lebensweise

Blassfüchse leben paarweise oder in kleinen monogamen Familiengruppen. Die Art ist nachtaktiv, am Tag ruhen die Tiere in Erdbauten. Die tägliche Aktivität beginnt mit beginnender Dunkelheit und endet im Morgengrauen. Auch die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht. Blassfüchse sind durchaus territorial. Die Markierung des Reviers erfolgt mit Urin, Kot und einem Sekret aus Analogenitaldrüsen. Die Kommunikation im Nahbereich erfolgt visuell, taktil, akustisch und chemisch (olfaktorisch) (Novak, 1999; Sillero-Zubiri, 2004).

Unterarten

Unterarten nach Sillero-Zubiri, 2004 ivm. Wilson & Reeder, 2005:

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Blassfuchses erstreckt sich in der Sahelzone Afrika über Benin, Burkina Faso, Kamerun, über den Tschad, Eritrea, Äthiopien, Guinea, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, und den Sudan. Blassfüchse leben in trockenen, sandigen Regionen. Es handelt sich meist um Halbwüsten, die Randbereiche von Wüsten, aber auch um Feuchtsavannen, sowie Baum- und Strauchsteppen. In der Nähe des Menschen fühlt sich die Art auch auf landwirtschaftlichen Flächen wohl (Sillero-Zubiri, 2004; IUCN, 2011).

Ernährung

Die gut entwickelten oberen Molaren sind ein Indiz für eine überwiegend pflanzliche Ernährung. Dementsprechend ernähren sich Blassfüchse hauptsächlich von Beeren, Früchten, Wurzeln und Knollen. Darüber hinaus fressen die Tiere auch kleinere Nagetiere (Rodentia), am Boden nistende Vögel (Aves), kleine Reptilien (Reptilia) und wirbellose Tiere. Zum Leidwesen des Menschen fressen Blassfüchse das Geflügel der bäuerlichen Betriebe (Sillero-Zubiri, 2004).

Fortpflanzung

Weibchen bringen ihren Nachwuchs in Höhlen zur Welt. Die Erdbauten erreichen leicht eine Tiefe von 2 bis 3 m. In die Nisthöhle führen bis zu 15 m lange Tunnel. Die Nisthöhle ist mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Nach einer Tragezeit von 51 bis 55 Tagen bringt ein Weibchen 3 bis 6 (4) Jungtiere zur Welt. Die Säugezeit und die Lebenserwartung sind unbekannt (Sillero-Zubiri, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Blassfuchs gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Im Washingtoner Artenschutzabkommen ist die Art nicht gelistet. In dem Verbreitungsgebiet steht der Blassfuchs nicht unter Schutz. Bei den Einheimischen ist die Art nicht beliebt, da der Blassfuchs auch Jagd auf Geflügel macht (IUCN, 2001; Sillero-Zubiri, 2004).

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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