Blauducker

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Blauducker

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ducker (Cephalophinae)
Gattung: Cephalophus
Art: Blauducker
Wissenschaftlicher Name
Cephalophus monticola
Thunberg, 1789

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Blauducker (Cephalophus monticola) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Cephalophus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Blauducker erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 60 bis 90 Zentimeter sowie ein Gewicht von 5.000 bis 10.000 Gramm. Er gilt unter den Species der Unterfamilie der Ducker als kleinste Art. Das Fell ist blaugrau gefärbt. Jungtiere sind überwiegend rötlich gefärbt. Ventral ist das Fell weißlich bis cremefarben. Die Hörner können eine Länge von fünf bis zehn Zentimeter erreichen. Weibchen haben deutlich kleinere Hörner, ihre erreichen lediglich eine Länge von drei bis vier Zentimeter. Die Hörner sind im Querschnitt dreieckig. Zwischen den Augen und der Nasenspitze verfügen Blauducker über Drüsen, die insbesondere zur Markierung des Reviers und des Nachwuchses dienen. Die Größe und Lage dieser Drüsen unterscheidet den Blauducker von allen anderen Antilopenarten. Außerhalb der Paarungszeit leben die nachtaktiven Blauducker einzelgängerisch und kommen nur zur Paarungszeit zueinander. Die Aufzucht der Jungen erfolgt dabei durch beide Geschlechtspartner. Die Tiere sind ausgesprochen territorial. Insbesondere unter den Männchen kommt es nicht selten zu erbitterten Kämpfen. Trotz ihrer filigranen Beine können Blauducker schnell laufen und gut springen.

Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete des Blauducker erstrecken sich über das zentrale Afrika. Er lebt sowohl in den lichten Savannenwäldern als auch in Grenzbereichen der tropischen Regenwälder. Sein Lebensraum ist gekennzeichnet durch eine hohe Untervegetation, die hauptsächlich aus Akanthusgewächsen (Acanthaceae) und diversen Lampenputzergräser (Pennisetum) wie zum Beispiel dem Elefantengras besteht. Hier finden die Tiere ausreichend Deckung vor Fressfeinden.

Prädatoren

Der Blauducker hat eine Vielzahl von natürlichen Fressfeinden. Dazu gehören insbesondere der Einsiedleradler (Harpyhaliaetus coronatus) und der Leopard (Panthera pardus) aber auch große Würgeschlangen wie der Netzpython (Python reticulatus). Auch wenn der Blauducker aufgrund seines hochentwickelten Gehörs die meisten Feinde frühzeitig wahrnimmt, so fallen doch viele Tiere den Beutegreifern zum Opfer. Dennoch ist der größte Feind des Blauducker der Mensch. Er jagt die Tiere wegen seines Fleisches und der Haut. Auch für Jäger und Sportschützen sind Blauducker ein lohnendes Ziel. Einheimische jagen mit ausgelegten Schlingen, durch die die Blauducker qualvoll sterben.

Bedrohung, Schutz

Insgesamt stellt die Bejagung und die Zerstörung der natürlichen Lehensräume durch Rodung und Brandrodung die größten Bedrohungen für die Tiere dar. Noch ist die Art nicht akut gefährdet, aber die Bestände gehen seit Jahren kontinuierlich zurück. In der Roten Liste des IUCN wird der Blauducker als nur gering gefährdet geführt. Arterhaltungsmaßnahmen seitens der Länder in den Verbreitungsgebieten sind bisher nicht in Angriff genommen worden. Diese kommen, wie so oft, meist erst, wenn es für eine Art zu spät ist.

Nahrung

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Auf Nahrungssuche gehen Blauducker in den frühen Morgen- und Abendstunden, gelegentlich auch in der Nacht. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Früchten und Blättern. Aber auch Eier, Schnecken sowie Ameisen und Termiten werden nicht verschmäht. Pflanzliche Teile stellen allerdings den Großteil der Nahrung dar.

Fortpflanzung

Bereits mit zwölf bis achtzehn Monaten erreichen Blauducker die Geschlechtsreife. Männchen brauchen für gewöhnlich ein halbes Jahr länger als Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Die zahlenmäßig meisten Geburten werden allerdings mit einsetzender Regenzeit verzeichnet. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen gelegentlich zu ritualisierten Kommentkämpfen, die in der Regel ohne schwere Verletzungen enden. Dabei fügen sie sich insbesondere Kopfhiebe und Bisse zu. Nach einer Tragezeit von 225 bis 245 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Das Junge wiegt rund 900 bis 1.000 Gramm. Die erste Zeit bleibt das Jungtier in der dichten Vegetation verborgen. Die Mutter kommt zu ihrem Jungtier nur zum Säugen. Est später folgt das Jungtier der Mutter. Aufgrund der vielen Fressfeinde erreichen Blauducker selten ein Alter von fünf bis sieben Jahren. In Gefangenschaft können sie aber durchaus ein Alter von bis zu zwölf Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Unterfamilie der Ducker (Cephalophinae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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