Blaue Burma-Vogelspinne

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Blaue Burma-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ornithoctoninae
Gattung: Haplopelma
Art: Blaue Burma-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Haplopelma lividum
Smith, 1996

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002049]

Die Blaue Burma-Vogelspinne (Haplopelma lividum), auch Blaue Thai genannt, zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Haplopelma. Im Englischen wird die Art cobalt blue tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Blaue Burma-Vogelspinne zählt zu den kleinen bis mittelgroßen Vogelspinnen und erreicht eine Körperlänge von etwa 4,5 bis 5,0 Zentimeter. Das Weibchen weist eine bräunliche Grundfärbung auf. Das Prosoma ist grau bis gründlich gefärbt und etwas länglich geformt. Zusätzlich ist das Prosoma mit einer weißen Umrandung versehen. Auf dem Opisthosoma zeichnet sich ein schwaches Muster ab. Die Beine schimmern metallisch blau und grünlich. Die Taster und die Femoren der Vorderbeine sind mit kurzen rötlichen Haaren bedeckt. Das Männchen weist eine bräunliche bis lilafarbene Grundfärbung auf. Auf dem Opisthosoma zeigt sich ebenfalls eine hellbraune Musterung. An den Beinen heben sich deutlich braune Streifen ab. Insgesamt ist der Körper beider Geschlechter mit einer kurzen Behaarung versehen. Bei dieser Art ist die Fovea deutlich prokurv. Der Kopfteil des Carapax ist bei dem Weibchen erhöht und deutlich gewölbt. Bei dem Männchen erscheint der Kopfteil des Carapax etwas flacher. Die Beine sind bei dem Männchen im Gegensatz zum Weibchen länger und dünner. Das Stridulationsorgan an der Tastercoxa besteht aus zwei oder drei Reihen von Stridulationsdörnchen unter der Sutur, jedoch über der Sutur fehlen meist die Dörnchen bei dieser Art. Die Spermathek (Organ zur Lagerung von Sperma beim Weibchen für die spätere Befruchtung der Eier) ist einteilig, ohne deutliche oder höchstens mit bis zur Mitte reichender Einkerbung.

Lebensweise

Die Blaue Burma-Vogelspinne führt eine versteckte Lebensweise und hält sich die meiste Zeit in ihrer Wohnröhre auf. Sie zählt zu den Altwelttieren und verfügt als Altwelttier über keine abstreifbaren Reizhaare auf dem Opisthosoma. Die Spinne ist leicht reizbar und bissig. Einmal gestört und ohne Rückzugsmöglichkeit (Flucht) nimmt sie wie viele Altwelttiere auch eine typische Verteidigungsstellung ein, indem sie den Vorderkörper und die vorderen Extremitäten, auf Hinterleib und Hinterbeine gestützt, anhebt und dem Angreifer die geöffneten Cheliceren zeigt. Durch kräftiges Schlagen mit den Vorderbeinen verschafft sie sich noch zusätzlich Respekt.

Verbreitung

Die Blaue Burma-Vogelspinne lebt in Myanmar und teilweise auch in Thailand. Sie ist eine unterirdisch lebende Spinnenart, die kompakt, stark ausgesponnene Erdröhren bis zu 15 Zentimeter tief anlegt. Sie bewohnt waldreichende Gegenden mit entsprechend großer Feuchtigkeit im Erdreich.

Ernährung

Die Blaue Burma-Vogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Blaue Burma-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Haplopelma lividum - Smith, 1996
  • Haplopelma lividum - Smith, 1996
  • Haplopelma lividum - Peters, 2000b

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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