Blaue Ornament-Vogelspinne

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Blaue Ornament-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Art: Blaue Ornament-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria metallica
Pocock, 1899

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002352]

Die Blaue Ornament-Vogelspinne (Poecilotheria metallica) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Poecilotheria. Im Englischen wird die Art indian ornamental tarantula, gooty sapphire ornamental tree spider oder gooty sapphire genannt.

Die Blaue Ornament-Vogelspinne ähnelt stark der anderen Art Poecilotheria subfusca, vor allem weisen die adulten Tiere ein ähnliches Muster wie bei Poecilotheria subfusca auf.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Ornament-Vogelspinne erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6,5 bis 7,0 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 5,0 bis 5,5 Zentimeter. Die Grundfärbung der Blauen Ornament-Vogelspinne ist ein intensives metallisches Blau, was nach jeder Häutung noch intensiver wird. Das Männchen weist ein dunkleres Blau auf als das Weibchen. Dorsal zeigt sich ebenfalls ein Blau mit weißem Ornament auf dem Carapax. Eine arttypische weiße Blattzeichnung, die eher einem Ornament gleicht, hebt sich auf dem Opisthosoma ab. An den Beinen befinden sich gelbliche Flecken. Es gibt mindestens zwei Farbvarianten, die nominale und die dunkle Variante. Die dunkle, die sogenannte schwarze Farbvariante, tendiert von Blau zu Schwarz mit metallischen Reflexen. Diese Farbvariante ist sehr selten in der freien Natur zu sehen. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Das Männchen der Blauen Ornament-Vogelspinne weist keine Tibialhaken auf. Das Weibchen ist etwa mit 2,5 bis 3,0 Jahren geschlechtsreif, während das Männchen schon mit 1,5 bis 2 Jahren die Geschlechtsreife erreicht. Die Lebenserwartung der weiblichen Blauen Ornament-Vogelspinne kann bei etwa 15 Jahren liegen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt. Die metallisch blaue Färbung hilft den Tieren bei der Hitzeregulierung, direkt auftrfendes Sonnenlicht wird reflektiert und schützt so vor dem überhitzen.

Lebensweise

Die Blaue Ornament-Vogelspinne ist eine baumbewohnende Vogelspinne und tritt sogar in Gruppen auf, was sehr selten bei Vogelspinnen vorkommt. Die Aktivitätszeit der Blauen Ornament-Vogelspinne ist in der Nacht und in den Morgenstunden. Diese Art ist eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren.

Gift

Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Biss einer Poecilotheria gehört wohl zu den gefährlichsten im Reich der Vogelspinnen. Je nach Geschlecht, Grösse und Menge des Giftes sind Symptome zwischen Bienenstich ähnlich bis zur Bewusstlosigkeit und wochenlangen Krämpfen möglich. Schmidt (2000) führte die Gattung als humanpathogen(menschenschädigend). Die Männchen besitzen wahrscheinlich ein potenteres Gift als die Weibchen, da sie sich bei der Suche nach einem paarungswilligen Weibchen in grössere Gefahren begeben.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Blauen Ornament-Vogelspinne liegt in Südwest-Indien in der Region Gooty, bisher bekannt als Gowthamapuri. Diese Region befindet sich im Bezirk Anantapur im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Des Weiteren kommt sie noch in Chennai vor. Chennai ist eine Hafenstadt an der Ostküste Süd-Indiens am Golf von Bengalen. In freier Wildbahn hält sich die Blaue Ornament-Vogelspinne in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie asymmetrische Trichter bzw. Wohnröhren anlegt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die die Blaue Ornament-Vogelspinne dann bezieht.

Ernährung

Die Blaue Ornament-Vogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Zikaden (Auchenorrhyncha), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. Die Blaue Ornament-Vogelspinne sucht aktiv nach Nahrung, selten jagd sie aus dem Hinterhalt. Sie reagiert sehr schnell auf bewegende Insekten (Insecta). In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Blaue Ornament-Vogelspinne
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Blaue Ornament-Vogelspinne

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Blaue Ornament-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 bis 180 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Poecilotheria metallica - Pocock, 1899
  • Poecilotheria metallica - Pocock, 1899a
  • Poecilotheria metallica - Pocock, 1900c

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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