Blauer Bananenfalter

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Blauer Bananenfalter

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Tribus: Brassolini
Gattung: Bananenfalter (Caligo)
Art: Blauer Bananenfalter
Wissenschaftlicher Name
Caligo atreus
(Kollar, 1850)

Der Blaue Bananenfalter (Caligo atreus), auch unter dem Synonym Morpho atreus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung der Bananenfalter (Caligo). Im Englischen wird der Blaue Bananenfalter yellow-edged giant owl oder banded owl butterfly genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blaue Bananenfalter erreicht eine Spannweite von etwa 140,0 bis 160,0 Millimeter. Die Länge der Vorderflügel beträgt etwa 80,0 Millimeter. Er gehört zu den größten Arten in dieser Gattung und überhaupt unter den Tagfaltern, übertrifft sogar die größten Exemplare des Caligo eurylochus, dessen nächster Nachbar er im Hinblick auf die Form seiner Flügel ist, während der Blaue Bananenfalter sich nach der Zeichnung auf der Unterseite seiner Flügel mehr an den Caligo arisbe anreiht. Die Flügel sind oben dunkelbraun, die vorderen mit dem seinen Verwandten eigentümlichen sanft-violetten Schimmer überzogen, gegen den vorderen Außenwinkel mit drei weißen Mondflecken und in der Mitte mit einem breiten helleren bindenartigen Schein versehen. Ihr äußerer Rand ist massig ausgebuchtet und schwach wellenförmig gezackt. Auf den Hinterflügeln vermißt man den violetten Schimmer. Dagegen sind sie durch eine breite lichtockergelbe Binde am Außenrand ausgezeichnet, hinter welcher nur in der Mitte dieses Randes etwas von der vorherrschenden braunen Farbe zum Vorschein kommt. Auf der Unterseite ist die innere Hälfte, oder, wenn man beide Seiten betrachtet, das Zentrum schwarz, ockergelb und weiß marmoriert. Bei den Hinterflügeln bilden diese Farben ineinander verfließende Wellen, auf den vorderen dagegen größere unregelmäßige Zacken, besonders in dem Bereich zwischen dem Vorderrand und der Mittelrippe. Auf dieses marmorierte Mittelstück folgt eine lichtgelbe Binde von nicht durchaus gleicher Breite. Diese Binde leuchtet, wie bereits erwähnt, bei den Vorderflügeln auf der Oberseite schwach durch, während sie bei den hinteren auf der dem Licht zugekehrten Fläche viel lebhafter ist als unten.
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Blauer Bananenfalter
Auf diese Binde folgt gegen den Außenrand hin wieder diese marmorierte Färbung, deutlicher und breiter auf den Vorderflügeln als auf den hinteren, wo selbst, nämlich auf den vorderen, auch ein schwarzer, gelbgesäumter Augenfleck und dahinter abermals eine lichtgelbe allmählich ins Braune übergehende und schwarzbegrenzte Randbinde erscheint. Der äußerste Flügelsaum ist gelbbraun. Gegen die Spitze des Vorderrandes ein allen verwandten Arten eigentümlicher schwarzer Fleck, davor ein weißer Halbmond, und unter diesem noch zwei ähnliche schwächere. Die Hinterflügel sind mit zwei Augen geziert, beide in dem marmorierten Mittelfeld. Ein kleineres am Vorderrand, braun, schwarz gesäumt mit einem weißen Halbmondfleck in der Mitte und ein großes etwas unter der Mitte mit schwarzem Kern von einem lichtgelben Ring eingefaßt, worauf noch ein schwarzbrauner nicht ganz geschlossener Kreis folgt. <1>

Lebensweise

Der Blaue Bananenfalter tritt an den karibischen und pazifischen Berghängen in einer Höhe von etwa 1.300 Metern auf. Er fliegt bis zum kühlen trockenen Nordwest-Pazifik. Der Blaue Bananenfalter hält sich in den Regenwäldern auf. Am meisten aktiv ist der Blaue Bananenfalter in der Morgen- und Abenddämmerung. Im Laufes des Tages verbringt er seine Ruhephasen auf Baumstämmen und dabei zeigen sich einzelne Augenflecken. Dies dient auch zur Abschreckung potenzieller Feinde und weist dann auch eine große Ähnlichkeit mit den Eulenfaltern (Noctuidae) auf. Der adulte Blaue Bananenfalter ernährt sich von faulenden Früchten sowie vom Saft reifender Früchte, Dung und von Aas. Die Weibchen legen ihre Eier auf Helikonien (Heliconia), in den Stauden der Bananen (Musa) und auf Scheibenblumengewächsen (Cyclanthaceae) ab. Die Larven können einen erheblichen ökonomischen Schaden auf den Bananen-Plantagen anrichten.

Unterarten

Blauer Bananenfalter
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Blauer Bananenfalter
  • Caligo atreus atreus - (Kollar, 1850)
  • Caligo atreus agesilaus - Druce, 1902
  • Caligo atreus ajax - (Doubleday, 1849)
  • Caligo atreus dentina - Druce, 1874
  • Caligo atreus dionysos - Fruhstorfer, 1912

Verbreitung

Der Blaue Bananenfalter ist im südlichen Mittelamerika und im nördlichen Südamerika in Kolumbien und Venezuela verbreitet sowie südlich von Ecuador und Peru. Er hält sich in den Regenwäldern der atlantischen und pazifischen Küste in einer Höhe bis zu 1.300 Meter über dem Meeresspiegel auf. Ferner trifft man den Blauen Bananenfalter auf Costa Rica in Rio Macho, Cartago, an.

Ernährung

Der adulte Blaue Bananenfalter ernährt sich von faulenden Früchten sowie vom Saft reifender Früchte, Dung und von Aas. Die Weibchen legen ihre Eier auf Helikonien (Heliconia), in den Stauden der Bananen (Musa) und auf Scheibenblumengewächsen (Cyclanthaceae) ab, wo die Larven nach ihrem Schlupf erheblichen ökonomischen Schaden in den Bananen-Stauden anrichten können.

Fortpflanzung

Die Eier werden von dem Weibchen einzeln auf ein Blatt abgelegt. Nach dem Schlupf sind die jungen Larven in der Regel gesellig und ruhen während des Tages in der Mittelrippe eines Blattes. Der Entwicklungszyklus der Raupen findet auf der Wirtspflanze Heliconia tortuosa aus der Familie der Helikoniengewächse (Heliconiaceae). Die Raupen sind mit braunen Streifen versehen und haben fünf kurze Pseudo-Stacheln auf dem Rücken. Des Weiteren zeigen sich rote Flecken im Bereich der Atemlöcher. Der Kopf ist gestreift und mit sechs Hörnern ausgestattet. Ferner weisen sie einen ziemlich langen gegabelten Schwanz auf. Die Puppen sind von einer gelb-beigen Farbe, ziemlich breit und kräftig und auf jeder Seite des Kopfes zeigen sich zwei kleine perlmuttfarbene Flecken.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [1] Denkschriften/Akademie der Wissenschaften in Wien, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe. Erster Band. Wien. Aus der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei. 1850.
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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