Blauwangenspint

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Blauwangenspint

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Überordnung: Coraciimorphae
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Unterordnung: Alcedini
Familie: Bienenfresser (Meropidae)
Gattung: Bienenfresser (Merops)
Art: Blauwangenspint
Wissenschaftlicher Name
Merops persicus
Pallas, 1773

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Blauwangenspint (Merops persicus) zählt innerhalb der Familie der Bienenfresser (Meropidae) zur Gattung Bienenfresser (Merops). Im Englischen wird der Blauwangenspint blue-cheeked bee-eater genannt. Dieser Taxon wird von einigen Autoren als Unterart von Merops superciliosus im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet. Ferner wurde die Art in zwei Spezies gesplittet: Merops persicus und Merops superciliosus.

Die Bienenfresser oder die Spinte umfassen mittelgroße und kleine Vögel, deren schlanke Körper in brillanten Farben schillern und somit zu den schönsten Vögeln zählen. Bei der Verfolgung und Erbeutung von Geflügelten Insekten (Pterygota) kann man ihre rasanten, kunstvollen und anmutigen Flüge knapp über der Wasseroberfläche bewundern.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blauwangenspint erreicht eine Körperlänge von etwa 27,0 bis 31,0 Zentimeter, eine Flügelspannweite von etwa 46,0 bis 49,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 38,0 bis 50,0 Gramm. Das Gefieder ist überwiegend grün. Oberhalb und unterhalb der Augen zeigt sich ein blauer Streifen. Noch beachtlicher als die blauen Wangen ist die hellgrüne Färbung des stromlinienförmigen Körpers, die gelbe Kehle und der braun gefärbte obere Brustbereich. Charakteristisch ist auch für diese Art das markante schwarze Band im Gesicht, das sich durch das Auge zieht. Des Weiteren weist der Blauwangenspint zwei längliche, mittlere Schwanzfedern auf. Der schwarze Schnabel ist lang und spitz und leicht nach unten gebogen. Die Extremitäten sind schwarz geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorne zeigen. Das Weibchen ähnelt dem Männchen in Größe ud Aussehen. Des Weiteren ist die Kehle bei dem Weibchen stumpfer getönt. Das Obergefieder der Jugendlichen weist im Allgemeinen eine matte grüne Färbung auf. Des Weiteren sind die mittleren Schwanzfedern kürzer als bei den Altvögeln.

Lebensweise

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Blauwangenspint

Der Blauwangenspint ist ein Migrant, der in Marokko, Algerien und im subtropischen Asien von der Osttürkei bis nach Kasachstan von April bis Juni brütet. Dies ist ein Vogel, der in subtropischen Halbwüsten mit ein Paar Bäumen, wie Akazien, lebt. Er überwintert in offenen Wäldern oder im Grünland. Der Blauwangenspint ist ein geselliger Vogel, der seine Nester in Kolonien angelegt. Dabei gräbt er wie alle Arten aus der Gattung der Bienenfresser (Merops) einen langen Tunnel in sandigem Boden an und legt dort seine Eier ab. In einigen Bereichen können die Blauwangenspinte auch in gemischtn Kolonien nisten. Der Blauwangenspint lebt relativ friedlich neben dem Bienenfresser (Merops apiaster). Die Nacht verbringen die Blauwangenspinte gemeinsam in großen Bäumen. Man trifft ihn das ganze Jahr über meist in Trupps, oft Schulter an Schulter auf Leitungsdrähten, auf Telegrafendrähten oder auf Gitterpfählen am Rand der Straße sitzend. Er fliegt viel rufend umher und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Mit Vorsicht kann man den Blauwangenspint in der Brutkolonie beobachten. In der Tat fängt der Blauwangenspint Bienen (Apoidea) und Wespen (Vespoidea) und scheint gegen das Gift dieser Hautflügler (Hymenoptera) immun zu sein, obwohl er die Stacheln wegklopft, bevor er die Beute verschlingt.

Unterarten

Verbreitung

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Blauwangenspint

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Blauwangenspint in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Afghanistan, Algerien, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Zypern, Djibouti, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Griechenland, Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Iran, Islamische Republik, Irak, Israel, Jordanien, Kasachstan, Kenia, Kuwait, Kirgisistan, Libanon, Liberia, Libyen, Malawi, Mali, Mauretanien, Marokko, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Oman, Pakistan, Palästinensische Autonomiegebiete, Katar, Russische Föderation, Ruanda, Saudi Arabien, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Arabische Republik Syrien, Tadschikistan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Uganda, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan, Jemen, Zambia und Zimbabwe. Als Durchzügler trifft man den Blauwangenspint in folgenden Gebieten an: Bulgarien, Kap Verde, Komoren, Kroatien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Italien, Malta, Niederlande, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich. In Montenegro und in Serbien ist die Präsenz dieser Art ungewiss.

Der Blauwangenspint lebt in folgenden Lebensräumen: Subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische Mangrovenwälder in höher gelegenen Regionen, Trockensavannen, gemäßigtes Grünland, subtropisches und tropisches Grünland mit Trockenwald, Feuchtgebiete (Inland) wie saisonalbedingte, intermittierende irreguläre Flüsse, Bäche, schmale Buchten, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, Süßwasserseen über 8 Hektar, saisonalbedingte, intermittierende Süßwasserseen über 8 Hektar, Süßwassersümpfe unter 8 Hektar, saisonalbedingte, intermittierende Süßwassersümpfe unter 8 Hektar, heiße Wüsten, supratidales Brackwasser, Salzlagunen, landwirtschaftliche Grundstücke, Staubereiche über 8 Hektar und Abwasserreinigungsflächen.

Ernährung

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Der Blauwangenspint ernährt sich von mittelgroßen bis großen Geflügelten Insekten, hauptsächlich von Hautflüglern (Hymenoptera). Dazu zählen unter anderem Ameisen (Formicoidea), Bienen (Apiformes), Wespen (Vespoidea), Hummeln (Bombus) sowie Hornissen (Vespa crabro). Aber auch Zikaden, Termiten (Isoptera), Libellen (Odonata), Schmetterlinge (Lepidoptera), Wanzen (Heteroptera), Geradflügler (Orthoptera) wie Heuschrecken und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) verschmäht der Blauwangenspint nicht. Des Weiteren stehen auf seinem Speiseplan Käfer (Coleoptera) und Zweiflügler (Diptera) wie Fliegen (Brachycera). Der Blauwangenspint ist ein vielseitiger Luftjäger, der allerdings meist nicht wie die Segler (Apodidae) oder die Schwalben (Hirundinidae) unermüdlich hinter fliegenden Insekten (Insecta) herjagt, sondern den kurzen Jagdflug von einer geeigneten Sitzwarte aus vorzieht, das können Leitungsdrähte, Stangen, Zäune oder auch kleine dornige Zweige sein. Manchmal läßt sich der Blauwangenspint auch auf den Rücken der Antilopen nieder und sucht den Rücken nach Insekten ab. Bienen (Apiformes) und Wespen (Vespoidea), die zeitweise die wichtigste Nahrung ausmachen, werden nach dem Fang meist in der Mitte des Körpers gefaßt und einige Male kräftig mit dem Kopf auf die Zweige geschlagen. Anschließend kommt die Entgiftung des Stachelapparates. Die Schnabelspitze greift rasch zum Hinterleibsende und reibt dieses mehrmals kräftig gegen eine feste Unterlage. Durch den Druck des Schnabels wird das Gift aus dem Hinterleib der Beute herausgepreßt und anschließend abgewischt. Der Blauwangenspint kann stechende Hautflügler (Hymenoptera) sehr genau von anderen ungefährlichen Insekten (Insecta) unterscheiden, mit denen dieses Abwischen nicht durchgeführt wird. Selbst wespenähnliche Schwebfliegen (Syrphidae) werden eindeutig als ungiftig erkannt.

Fortpflanzung

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Der Blauwangenspint ist ein reiner Koloniebrüter. Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von April bis Juni statt. Während dieser Zeit kommt es nur zu einer Jahresbrut. Das Nest ist eine über ein Meter lange Erdröhre. In der Regel wird das Nest in Steilhängen und Abbruchkanten im weichen Material gegraben und daher meist an Flußufern, Wegböschungen oder in Sandgruben, gelegentlich aber auch im flachen Boden errichtet. Die Eier werden auf bloßem Untergrund abgelegt, doch häufig sammeln sich sehr viel Chitinteile aus der Insektenbeute als Unterlage. Die eigentliche Legeperiode beginnt im Mai und endet im Juni. Das Weibchen legt meist vier bis acht rein weiße, dünnschalige Eier. Das Männchen und das Weibchen wärmen die Eier abwechselnd etwa 20 bis 22 Tage lang. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und von dem Weibchen ausreichend mit Nahrung in Form von allerlei Insekten (Insecta) versorgt. Die Jungvögel verlassen etwa nach 31 bis 33 Tagen die Bruthöhle. Die Jungvögel weisen in ihrem jugendlichen Federkleid einen grünlich gefärbten Oberkopf und einen grünlich gezeichneten Rücken auf. Des weiteren sind im Schwanz die zentralen Federn kürzer als bei den Altvögeln.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Blauwangenspint heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Der Blauwangenspint ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Blauwangenspint selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Blauwangenspint als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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