Blauzahnvogelspinne

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Blauzahnvogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Ephebopus
Art: Blauzahnvogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Ephobopus cyanognathus
West & Marshall, 2000

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:036947]

Die Blauzahnvogelspinne (Ephobopus cyanognathus) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Ephebopus. Im Englischen wird die Blauzahnvogelspinne blue fang skeleton tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Blauzahnvogelspinne erreicht eine Körperlänge von etwa 4,0 bis 5,0 Zentimeter. Die Art weist für eine bodenbewohnende Vogelspinne ein sehr untypisches Aussehen auf. Mit ihrer breiten Skopula an den vorderen Extremitäten, den im Vergleich zu den Vorderbeinen kurzen Hinterbeinen und ihrem schlanken Körperbau erinnert die Blauzahnvogelspinne eher an eine baumbewohnende Vogelspinne. Auch das Opisthosoma ist recht klein geraten. Die Grundfärbung des Körpers ist ein dunkles Braun bis Schwarz. Der Carapax schimmert olivgrünlich. Zwischen den Femoren und Patellae der Beine zeigt sich eine gelbe Beringelung. Markantes Merkmal des adulten Weibchens sind die metallisch blau gefärbten Cheliceren. Auch die Jungspinnen weisen schon diese markante Färbung der Cheliceren auf, während bei dem adulten Männchen die Cheliceren pinkfarben erscheinen. Des Weiteren ist der Carapax der Jungspinnen schwarz und das Opisthosoma weist eine braunschwarze Färbung auf. Bei günstigem Lichteinfall schimmert dieser metallisch grün. Die Beine sind von einer hellorangen Färbung und die Tarsen weisen eine schwarze Färbung auf. Die Metatarsen sind ebenfalls schwärzlich getönt und zwischen den Tarsen und Metatarsen zeigt sich eine orangegelbe Beringelung. Der gesamte Körper beider Geschlechter ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen stärker behaart, kleiner als das Weibchen und meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich an dem unteren vorderen Beinpaar befinden. Bereits nach zwei Jahren ist das Männchen geschlechtsreif. Die Lebenserwartung der weiblichen Blauzahnvogelspinne liegt bei etwa 10 bis 12 Jahre, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Die Blauzahnvogelspinne ist eine bodenbewohnende und dämmerungsaktive Lauerjägerin, die sich am Tage in der Höhle aufhält und erst gegen Abend aktiv wird. Am Höhleneingang lauert die Blauzahnvogelspinne auf Insekten (Insecta) oder auf andere Kleintiere. Die Art ist recht bissig und bei Belästigung ziemlich angriffslustig, jedoch setzt die Spinne bei Verteidigung nicht ihre Hinterleibshaare ein.

Verbreitung

Die Blauzahnvogelspinne kommt nur in Französisch-Guayana vor und umfaßt die Gebiete Roura District und Kourou District. Die Art kommt in den tropischen Regenwäldern und in den feuchten Savannen vor. Sie legt tiefe Erdröhren mit kreisrunden und stark ausgesponnenen Ausgängen an. Bevorzugt werden Gebiete mit sandigen, lockeren Böden, in denen die Blauzahnvogelspinne ihre tiefen Gänge bauen kann. An sehr günstigen Stellen entstehen sogar Kolonien. Die Habitate sind meist starker Lichteinstrahlung ausgesetzt. Am dunklen Boden von Primärwäldern ist die Art kaum zu finden, mit Ausnahme an Waldrändern und auf großen Lichtungen.

Ernährung

Die Blauzahnvogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Blauzahnvogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie ihre Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Beinspannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. In Gefangenschaft gestaltet sich die Aufzucht der Spiderlinge sehr schwierig.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Ephebopus cyanognathus - West & Marshall, 2000
  • Ephebopus cyanognathus - West & Marshall, 2000
  • Ephebopus cyanognathus - Peters, 2003
  • Ephebopus cyanognathus - Peters, 2005b
  • Ephebopus cyanognathus - West et al., 2008

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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