Blut-Baumsteiger

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Blut-Baumsteiger

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Allobates
Art: Blut-Baumsteiger
Wissenschaftlicher Name
Allobates zaparo
(Silverstone-Sopkin, 1976)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Blut-Baumsteiger (Allobates zaparo), auch unter den Synonymen Dendrobates zaparo, Epipedobates zaparo und Phyllobates zaparo bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Allobates. Im Englischen wird der Blut-Baumsteiger sanguine poison frog, zaparo's poison frog oder rana venenosa genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blut-Baumsteiger erreicht eine Körperlänge von etwa 20,0 bis 30,0 Millimeter und ein Gewicht von etwa 1,0 bis 2,59 Gramm. Dieser bunte Pfeilgiftfrosch weist eine leuchtend körnige rote Färbung auf dem Rücken auf. Ferner sind die Flanken schwarz gefärbt und der dunkle Bauch ist mit hellblauen bis cremigen Flecken besetzt. Eine weiße Linie zeigt sich an den Spitzen der Vorderbeine und verläuft bis zur Oberlippe der Schnauze. An den Spitzen der Vorder- und Hintergliedmaßen sind gelbe Flecken zu erkennen. Die Jungfrösche weisen noch keinen körnigen roten Rücken auf. Erst mit der Geschlechtsreife haben sie auch einen körnig gefärbten Rücken. Ein goldfarbener Canthal-Streifen ist in der frühen Phase der Entwicklung sichtbar. Die Erwachsenen uind die Jungfrösche dieser Art können leicht mit dem Ecuador-Baumsteiger (Ameerega bilinguis) verwechselt werden. der Blut-Baumsteiger kann aber durch den Mangel an schwarzen und blauen Sprenkeln auf dem Bauch von dem Ecuador-Baumsteiger (Ameerega bilinguis) unterschieden werden.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Blut-Baumsteiger eine tagaktive Art. Der Blut-Baumsteiger hält sich im Flachland in den tropischen Regenwäldern der Flussgebiete Rio Pastaza und Rio Napo auf, wo er meist im Blattlaub zu finden ist. Die Eier werden ebenfalls im Blattlaub abgelegt und nach dem Schlupf werden die Kaulquappen zu den temporären und permanenten Pools getragen. Der Blut-Baumsteiger ist eine geheimnisvolle Art und kommt nur in den primären und sekundären Wäldern vor.

Verbreitung

Habitat nahe des Flussgebietes Rio Napo, Ecuador
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Habitat nahe des Flussgebietes Rio Napo, Ecuador

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Blut-Baumsteiger in den östlichen und zentralen Teilen von Ecuador sowie in den angrenzenden nördlichen Gebieten von Peru verbreitet und südlich von Kolumbien. Seine geografische Reichweite liegt unter 550 Meter über NN.

Ernährung

Blut-Baumsteiger sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Der tagaktive Blut-Baumsteiger hält sich im Laufes des Tages im Blattlaub auf. In der Nacht trifft man den Blut-Baumsteiger entweder auf dem Waldboden oder auf niedrigen Blättern (0 bis 50 Zentimeter) an. Das Männchen ruft den ganzen Tag vom Waldboden aus und häufig wechselt er den Standort und sucht einen höher gelegenen Ansitz auf wie tote Baumstümpfe. Das Männchen ist sehr territorial und aggressiv und greift andere Männchen an, wenn sie sich seinem Territorium nähern. Die Eier werden im Blattlaub abgelegt und sobald die Kaulquappen geschlüpft sind, tragen beide Elternteile die Kaulquappen auf dem Rücken zu den temporären oder permanenten Pools. Dort bleiben die Kaulquappen bis sie ihre vollständige Entwicklung abgeschlossen haben.

Gefährdung und Schutz

Habitat nahe des Flussgebietes Rio Pastaza, Ecuador
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Habitat nahe des Flussgebietes Rio Pastaza, Ecuador

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Blut-Baumsteiger heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Blut-Baumsteiger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Für die Art sind keine größeren Gefahren bekannt. Es gibt einige lokalisierte Verluste von Lebensraum durch verschiedene menschliche Aktivitäten wie Ackerbau und Viehzucht. Der Blut-Baumsteiger kommt im Yasuni Nationalpark in Ecuador vor. Nicht in allen geschützten Gebieten in Peru ist der Blut-Baumsteiger präsent. Die Art wird auch im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES im Anhang II gelistet.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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