Blythtragopan
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| Blythtragopan | |
|---|---|
| Männchen
| |
| Systematik | |
| Klasse: | Vögel (Aves) |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neornithes) |
| Teilklasse: | Neoaves |
| Parvklasse: | Galloanserae |
| Überordnung: | Gallomorphae |
| Ordnung: | Hühnervögel (Galliformes) |
| Parvordnung: | Phasianida |
| Überfamilie: | Phasianoidea |
| Familie: | Fasanenartige (Phasianidae) |
| Gattung: | Tragopane (Tragopan) |
| Art: | Blythtragopan |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Tragopan blythii | |
| Jerdon, 1870 | |
| IUCN-Status | |
| Vulnerable (VU) - IUCN
| |
Der Blythtragopan (Tragopan blythii), auch als Graubauchtragopan bekannt, zählt innerhalb der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) zur Gattung der Tragopane (Tragopan). Die englische Bezeichnung des Blythtragopan lautet Blyth's Tragopan oder Grey-bellied Tragopan.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Blythtragon ist die größte Art der Tragopane und erreicht eine Körperlänge von etwa 58 bis 70 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht in Größe und im Aussehen ein deutlicher Dimorphismus. Das Gewicht des Männchens beträgt 1,93 Kilogramm und das Gewicht des Weibchens beträgt etwa 1,00 bis 1,50 Kilogramm. Das Männchen ist gegenüber dem Weibchen auffallend bunt gefiedert, während das Weibchen in ihrem Gefieder überwiegend Brauntöne aufweist. Die nackte Gesichtshaut ist bei dem Männchen lebhaft gelblich gefärbt. Ein breites schwarzes Band erstreckt sich von der Schnabelbasis über den Scheitel bis fast zum Nacken. Ein zweites schwarzes Band zieht sich vom hinteren Augenwinkel einschließlich Wange und Halsseite ebenfalls bis zum Nacken, so dass das Gesicht zum Teil wie maskiert wirkt. Während der Paarungszeit und der Brutsaison sind die gelblich drüsenartigen Auswüchse kaum wichtig für den Blythtragon wie bei den anderen Tragopanen und erreichen etwa nur vier Zentimeter. Der obere Teil der Brust und der Nacken sind rostrot getönt und nicht so glänzend wie bei dem Temmincktragopan (Tragopan temminckii) oder bei dem Satyrtragopan (Tragopan satyra). Der untere Teil der Brust und der Unterleib sind graurötlich leicht verwässert. Der Rücken und der übrige Teil des Körpers sind stellenweise mit braunen bis rostroten Federn und mit zahlreichen weißlich gefärbten Augenflecken bedeckt. Der Blythtragopan hat erst etwa mit zwei Jahren seine vollständige Befiederung erreicht. Die Unterart Tragopan blythii molesworthi weist eine dunklere Färbung als der Blythtragopan auf. Das graue vom Unterleib ist blasser und erstreckt sich bis zum oberen Teil der Brust. Das Männchen steckt sein Revier mit einem territorialen Ruf ab, der wie ein mächtiges Stöhnen oder Klagen klingt etwa wie "ohh ohhah ohaah ohaaah ohaaaha ohaaaha ohaaaha".
Lebensweise
Man ist der Ansicht, daß die Art seßhaft ist und dass sie sehr empfindlich gegenüber klimatologischen Veränderungen reagiert. Der Blythtragopan kann auch in höher gelegenen Regionen brüten, so weit die athmosphärischen Bedingungen nicht sehr extrem sind. Man schätzt diese lokalen Migrationen als wenig zahlreich.
Unterarten
- Tragopan blythii blythii - Jerdon, 1870 - Indien, Myanmar, Indochina
- Tragopan blythii molesworthi - Baker, 1914 - China (Xinjiang), Indien, Bhutan
Verbreitung
Die bevorzugten Lebensräume des Blythtragopan sind die subtropischen Wälder, die temperierten Laubwälder und die bewaldeten Täler im Nordosten des Himalaya und die Randregionen. Innerhalb dieser Lebensräume gewährt das dichte Bambusunterholz einen gewissen Schutz vor den natürlichen Fleischfressern. Feldstudien ergaben aber auch, dass zum Beispiel in Myanmar sein bevorzugter Lebensraum sich aus Eichenwäldern mit Bambusunterholz zusammensetzt, während in Bhutanien die Rhododendren mit Bambus und Farnen vorgezogen werden. Allerdings meidet der Blythtragopan in einigen Regionen das Unterholz und besucht eher die Steilhänge und die felsigen Schluchten mit einer kurzen Strauchvegetation. In diesen bergigen Regionen findet man den Blythtragopan im Sommer in einer Höhe von etwa 3.300 Metern und im Winter in einer Höhe von etwa 1.800 Metern. Selten trifft man ihn Höhen von etwa 1.750 Metern an. Die optimalen Höhen für den Blythtragopan in Indien oder in Myanmar liegen zwischen 2.000 und 2.700 Metern.
Ernährung
Der Blythtragopan ist ein Allesfresser, selbst wenn sein Ernährung vorwiegend vegetarisch ist. Seine Nahrung besteht aus Samen, Beeren, Früchten, Knospen, Wurzeln, Blättern von Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) oder Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina). Jedoch wird die Nahrung im Frühjahr und im Sommer durch kleine wirbellose Tiere, Insektenlarven und durch kleine Würmer vervollständigt. Man nimmt an, daß der Blythtragopan auch mit seinem Schnabel in der Erde nach Nahrung stochert.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von April bis Juni statt, so dass man den Blythtragopan als frühen Brüter unter seinen Verwandten betrachten kann. Der Blythtragopan baut sein Nest meist in Felsnischen, zwischen Felsspalten, unter einem Rhododendron oder auf Bäumen. Im allgemeinen befindet sich das Nest auf Bäumen in einer Höhe von zwei Metern oder von drei Metern über dem Boden, aber das Nest kann auch in einer Höhe von sechs Metern angesiedelt werden. Der Blythtragopan benutzt auch alte Nester anderer Arten. Wenn er das Nest selbst baut, dann ist es meist ein sperriges Konstrukt bestehend aus Zweigen, Gräsern und Holzstückchen. Das Weibchen legt etwa zwei bis sechs Eier. Die Inkubation dauert etwa 28 bis 30 Tage, die nur durch das Weibchen gewährleistet wird. Im Laufe ihrer seltenen Abwesenheit wird eine sorgsame Bewachung des Nestes durch das Männchen garantiert. Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass das Nest trotzdem von Greifvögeln (Falconiformes) geplündert wird. Nach dem Schlupf werden die Küken und das Weibchen für gewöhnlich von dem Männchen mit Nahrung versorgt.
Gefährdung und Schutz
In der Roten Liste der IUCN wird der Blythtragopan als vulnerable (gefährdet) geführt, weil die Gesamtpopulation sehr gering ist und die Bestände rückläufig sind. Es sind nur zwei rezente Unterarten dieser Art bekannt, die nur in bestimmten Gebieten vorkommen und ebenfalls gefährdet sind. Grund für die Abnahme dieser Art und ihrer Unterarten ist die weit verbreitete Jagd und die fortlaufende Zerstörung ihrer Lebensräume.
Anhang
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

