Bonda-Samtfledermaus

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Bonda-Samtfledermaus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Gattung: Samtfledermäuse (Molossus)
Art: Bonda-Samtfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Molossus currentium
Thomas, 1901

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Bonda-Samtfledermaus (Molossus currentium, Syn Molossus bondae) zählt innerhalb der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae) zur Gattung Samtfledermäuse (Molossus). Im Englischen wird die Bonda-Samtfledermaus Bonda Mastiff Bat oder Thomas's Mastiff Bat genannt. Es sind 3 Unterarten bekannt (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001; Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung

Die Bonda-Samtfledermaus ähnelt Molossus pretiosus und Molossus rufus, beide Arten sind jedoch größer als die Bonda-Samtfledermaus. Sie ist ebenfalls kleiner als Molossus sinaloae, jedoch größer als die Kleine Bulldoggfledermaus (Molossus molossus). Im Unterschied zur Kleinen Bulldoggfledermaus hat die Bonda-Samtfledermaus ein einfarbiges und kürzeres Fell (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Bonda-Samtfledermäuse weisen je nach Geschlecht und Unterart unterschiedliche Maße auf. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 109 bis 112 (111) mm, eine Schwanzlänge von 40 bis 41 (41) mm, eine Ohrlänge von 15 bis 16 (16) mm, eine unterarmlänge von 41,3 bis 42 (41,6) mm, eine Länge des Mittelhandknochens III von 42,2 bis 43,8 (43,1) mm, eine Länge des Mittelhandknochens IV von 41,0 bis 42,4 (41,9) mm, eine Schädellänge von 20,3 bis 20,9 (20,6) mm, eine Condylobasallänge von 17,5 bis 18,1 (17,9) mm, eine Hirnschädelbreite von 9,7 bis 10,3 (10,1) mm sowie ein Gewicht von rund 18,8 g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 100 bis 109 (103) mm, eine Schwanzlänge von 35 bis 39 (38) mm, eine Ohrlänge von 14 bis 15 (15) mm, eine unterarmlänge von 38,6 bis 41,2 (40,1) mm, eine Länge des Mittelhandknochens III von 39,7 bis 42,5 (41,6) mm, eine Länge des Mittelhandknochens IV von 38,9 bis 41,4 (40,6) mm, eine Schädellänge von 18,3 bis 19,9 (18,8) mm, eine Condylobasallänge von 16,0 bis 17,8 (16,6) mm, eine Hirnschädelbreite von 9,3 bis 10,1 (9,7) mm sowie ein Gewicht von rund 17,0 g. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist dorsal dunkelbraun bis rotbraun gefärbt, die einzelnen Haare weisen eine Länge von 2,0 bis 2,5 mm auf. Die Membranen, Schnauze und Ohren sind schwarz oder schwarzbraun gefärbt (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001).

Über die Lebensweise ist nichts bekannt.

Unterarten

  • Molossus currentium currentium - Thomas, 1901
  • Molossus currentium bondae - Allen, 1904
  • Molossus currentium robustus - López-González & Presley, 2001

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in südlichen Mittelamerika und im nördlichen Südamerika verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über das nördliche Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, über die südliche Spitze der USA, Venezuela, Bolivien sowie kleinere, der Küste ausgelagerten Inseln. Die Bonda-Samtfledermaus ist hauptsächlich ein Waldbewohner. Die Tiere besiedeln meist tropische Regenwälder und karibische Flachlandwälder. Die Lebensräume liegen im Flachland, seltener in Höhen von bis zu 600 m über NN. DIe Ruheplätze liegen in Höhlen, Felsspalten oder Baumhöhlen. In der Nähe des Menschen liegen Ruheplätze häufig in menschlichen Strukturen wie Scheunen, Kirchtürmen oder Minen (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001).

Biozönose

Die Bonda-Samtfledermaus lebt sympatrisch mit anderen, verwandten Fledermausarten. Hier sind insbeondere Breitflügelfledermäuse (Eptesicus) wie Eptesicus furinalis, Blattnasen (Phyllostomidae) der Gattung Glossophaga, Mausohren (Myotis) wie Myotis nigricans, Hasenmaulfledermäuse (Noctilionidae) wie Noctilio albiventris, Rhogeessa tumida und andere Samtfledermäuse (Molossus) wie Molossus sinaloae zu nennen (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001). Die Art wird von zahlreichen Ektoparasiten befallen. Nachgewiesen sind Milben (Acari, Acarida) wie Mitonyssus molossinus und Fledermausfliegen (Nycteribiidae) wie Trichobius dunni und Basilia myotis. Bakterien (Bacteria) der Art Shigella boydii konnten ebenfalls nachgewisen werden (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001).

Ernährung

Bonda-Samtfledermäuse ernähren sich von Insekten (Insecta), hauptsächlich von Käfern (Coleoptera) (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001).

Fortpflanzung

Bonda-Samtfledermäuse sind meist polygam. Ein Weibchen bringt ein einzelnes Jungtier zur Welt (Burnett, Jennings, Rainey & Best, 2001). Weiteres ist über das Fortpflanzungsverhalten nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Bonda-Samtfledermäuse gehören heute noch nicht zu den bedrohten Art und werden in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Auch größere Gefahren sind nicht bekannt. Zudem passt sich die Art auch gut an menschliche Strukturen an (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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