Bongo

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Bongo

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Kudus (Tragelaphus)
Art: Bongo
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus eurycerus
Ogilby, 1837

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Bongo (Tragelaphus eurycerus) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Tragelaphus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Bongo erreicht eine Körperlänge von bis zu 250 cm, ein Stockmaß von gut 120 cm sowie ein Gewicht von 180 bis 220 Kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner als Männchen. Beide Geschlechter verfügen über Hörner. Sie sind spiralförmig und leicht nach innen gebogen und können eine Länge von 80 bis 100 cm erreichen. Die Hörner dienen ausschließlich den Kämpfen mit Argenossen. Dabei handelt es sich bei den Revierkämpfen hauptsächlich um ritualisierte Kämpfe, die selten mit einer enrsthaften Verletzung enden. Es ist zu beobachten, daß auch die Weibchen untereinander solche Scheingefechte führen, um die Rangfolge in ihrer Gruppe festzulegen. Auf dem Rücken zeichnet sich über die gesamte Länge ein Bürstenkamm ab, der einige Zentimeter lang sein kann.

Das Fell ist überwiegend rostbraun gefärbt. Rücken und Flanken sind mit bis zu fünfzehn schmalen Querstreifen versehen. Weiße Bereiche hat der Bongo auch an den Extremitäten, am Hals und am Kopf. Der Bereich um die Augen ist deutlich heller gefärbt. Zwischen den Augen, also auf dem Nasenrücken, verläuft eine weiße Linie. Die Bauchseite ist dunkelbraun. Die sehr großen Ohren stehen im 45 Grad Winkel seitlich ab. Der überwiegend nachtaktive Bongo lebt im Urwald, der durch dichtes Dickicht gekennzeichnet ist. Hier ist er mit seiner Streifung bzw. Färbung optimal getarnt. Böcke leben im allgemeinen einzelgängerisch. Mehrere Weibchen und deren Nachwuchs schließen sich zu Gruppen zusammen, die durch eine Rangfolge festgelegt ist. Bongos sind keine schnellen Läufer, was im Dickicht des Dschungels auch keinen großen Sinn macht. Daher sind sie für den Menschen oder große Räuber leicht zu erjagen. Aufgrund von immer wiederkehrenden Krankheiten wie die Rinderpest und anhaltender Zerstörung ihrer Lebensräume, sind die Bongos heute selten geworden. Ihr früher großflächiges Verbreitungsgebiet ist heute in kleine, abgespaltene Gebiete aufgeteilt. In Sicherheit leben sie in Freiheit nunmehr nur noch in Nationalparks.

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Unterarten

  • Westlichen Bongo (Tragelaphus eurycerus eurycerus) - West- und Zentralafrika
  • Östlichen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci) - Ostafrika, insbesondere in Kenias und Uganda

Verbreitung

Heute leben Bongos, die in zwei Unterarten vorkommen, nur noch in kleinen Abschnitten in West-, Zentral- und Ostafrika. Sie leben entlang von Flußläufen, auf Lichtungen oder im Unterholz des dichten tropischen Regenwaldes.

Bongo
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Bongo

Nahrung

Bongos leben ausschließlich vegetarisch. Neben Gras und Kräutern fressen sie auch junge Triebe, Laub, Wurzelwerk, und Früchte. Ihren Durst stillen sie an Gewässern in ihrem Lebensraum. Sie gehen hauptsächlich nachts auf Nahrungssuche. Tagsüber verbergen sie sich im Unterholz.

Fortpflanzung

Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit ist an keine feste Jahreszeit gebunden und findet ganzjährig statt. Außerhalb der Trächtigkeit ist ein Weibchen etwa alle drei Wochen für drei Tage empfängnisbereit. Nach einer Trächtigkeit von 280 bis 300 Tagen bringt das Weibchen ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Das Jungtier weist ein Geburtsgewicht von 20 bis 25 Kg auf und hat eine Körperlänge von 90 cm sowie ein Stockmaß von 60 bis 70 cm. Die Färbung des Fells gleicht dem der adulten Tiere. Auch wenn es kurz nach der Geburt bereits stehen kann, so bleibt es für die nächsten Wochen im Unterholz verbogen, um vor Feinden in Sicherheit zu sein. Das Muttertier besucht mehr oder weniger nur ihr Kalb, um es zu stillen. Ab etwa der achten Woche folgt das Kalb der Mutter und wird in die Gruppe integriert. In Gefangenschaft können Bongos ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen, in Freiheit bis 15 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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