Borneo-Goldkatze

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Borneo-Goldkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Catopuma
Art: Borneo-Goldkatze
Wissenschaftlicher Name
Catopuma badia
(Gray, 1874)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Die Borneo-Goldkatze (Catopuma badia) gehört zur Familie der Katzen (Felidae) sowie zur Gattung der Catopuma, weitere Synonyme sind Pardofelis badia und Felis badia. Im Englischen wird die Art Borneo Bay Cat, Bay Cat, Bornean Bay Cat oder Bornean Marbled Cat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Borneo-Goldkatze erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 533 bis 670 mm, eine Schwanzlänge von 320 bis 391 mm, eine Schulterhöhe von bis zu 280 mm sowie ein Gewicht von 3.000 bis 4.000 Gramm. Genetische Analysen dokumentieren, dass die Borneo-Goldkatze nah mit der Asiatischen Goldkatze (Catopuma temmincki) verwandt ist, wobei die Borneo-Goldkatze deutlich kleiner ist. Das Fell weist eine helle kastanienbraune bis graubraune Grundfärbung auf. Ventral zeigt sich eine deutlich hellere Färbung. Die Ohren sind dunkler, meist schwarzbraun gefärbt. Der Stirn- und Wangenbereich ist durch helle Streifen geprägt. Die Oberseite des Schwanzes ist bräunlich, die Unterseite weist eine hellbraune bis cremefarbene Färbung auf. Das kräftige Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/2, m1/1. Das Milchgebiss weist 26 Zähne auf (Novak, 1999; Sunquist et al., 1994; Collier & O'Brien, 1985).

Lebensweise

Über die Lebensweise der Borneo-Goldkatze ist so gut wie nichts bekannt. Die wenigen Beobachtungen belegen, dass die Art nachtaktiv, einzelgängerisch und aboreal lebt. Die wenigen Erkenntnisse beruhen im Wesentlichen auf 7 Exemplare, die zwischen 1855 und 1992 gefangen wurden (Novak, 1991, 1999).

Verbreitung

Das deutsche Synonym lässt auf das Verbreitungsgebiet schließen. Die Borneo-Goldkatze ist auf Borneo endemisch. Man geht davon aus, dass sich die Art im späten Pleistozän vor 10.000 bis 15.000 evolutionär von der Asiatischen Goldkatze (Catopuma temmincki) gelöst hat. Borneo-Goldkatzen leben ausschließlich in primären Regenwäldern. Die meisten Sichtungen belegen, dass sich die Katzen in der Regel in der Nähe von Flüssen aufhalten. Man geht davon aus, dass die Art hauptsächlich im Hochland zwischen 800 und 1.800 Meter über NN. vorkommt (Novak, 1991, 1999; Sunquist et al., 1994).

Ernährung

Borneo-Goldkatzen ernähren sich als Carnivoren von Fleisch, zuweilen auch Aas. Auf der Speisekarte stehen hauptsächlich kleinere Säugetiere (Mammalia) wie Nagetiere (Rodentia). Aber auch Vögel (Aves) stehen weit oben auf der Speisekarte. Als Anschleich- und Lauerjäger gehen Borneo-Goldkatzen ausschließlich in der Nacht auf die Jagd.

Fortpflanzung

Auch über das Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt. Es dürfte sich im Wesentlichen mit der Asiatischen Goldkatze decken. Die Weibchen der Borneo-Goldkatzen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 18 bis 24 Monaten, Männchen mit 24 Monaten. Aufgrund der tropischen Lebensräume ist die Paarungszeit an keine feste Jahreszeit gebunden. Borneo-Goldkatzen zeichnen sich durch eine polygame Lebensweise aus. Die Geschlechter treffen nur zur Paarung aufeinander. Die Männchen haben demnach mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Nach einer Tragezeit von etwa 95 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 2 Jungtiere zur Welt. Die Säugezeit und der Zeitpunkt der Selbständigkeit sind nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Borneo-Goldkatzen gelten als die seltensten Katzen überhaupt. Sämtliche Erkenntnisse beruhen auf lediglich 7 gefangene Tiere. Das letzte Tier wurde im Jahre 1992 gefangen. Aufgrund der Seltenheit geht man davon aus, dass die Borneo-Goldkatze stark gefährdet ist und wird daher in der Roten Liste der IUCN als solches (EN, Endangered) geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet die Art in Anhang I des Abkommens. Die Hauptgefahr geht heute von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. Die Wälder werden wegen des Holzes oder zugunsten von Palmölplantagen gerodet. Aufgrund der Seltenheit der Katzen dürfte die Bejagung keine große Rolle spielen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge