Nilgauantilope

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Nilgauantilope

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Boselaphus
Art: Nilgauantilope
Wissenschaftlicher Name
Boselaphus tragocamelus
Pallas, 1766

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Nilgauantilope (Boselaphus tragocamelus), auch Nilgau genannt, gehört zur Familie der Hornträger (Bovidae) sowie zur Gattung der Boselaphus. Der deutsche Namensteil "Nilgau" leitet sich aus indischen Wort "Nil" für "blau" und dem englischen Wort "cow" für "gau" ab. Der wissentschaftliche Name beinhaltet die Teilwörter bos (lateinisch "Rind"), elaphos (griechisch "Hirsch"), tragos (griechisch "Ziegenbock") und camelos (griechisch "Kamel").

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Nilgauantilope erreicht eine Körperlänge von 180 bis 200 cm, eine Schulterhöhe von 130 bis 150 cm sowie beim Bullen ein Gewicht von 240 bis 300 Kg. Die Kuh erreicht ein Gewicht von 140 bis 180 Kg. Das kurze Fell ist beim Weibchen gelblichbraun, beim Männchen blaugrau. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern weißlich bis cremefarben. Die Spitze des Schwanzes ist schwarz. Im Gesichtsfeld sowie an der Kehle weisen beide Geschlechter weiße Markierungen auf. Nacken und Rücken ist durch eine kurze stehende Mähne gekennzeichnet. Das Männchen hat kurze, gerade Hörner, die leicht nach hinten gerichtet sind und eine Länge von 20 bis 25 cm aufweisen. Weibchen verfügen über keine Hörner. Der Kopf ist länglich und recht schlank.

Nilgauantilope
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Nilgauantilope

Nilgauantilopen sind überwiegend tag- und dämmerungsaktiv. Die Hauptaktivität tritt in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf. Ältere Bullen leben einzelgängerisch. Weibchen und deren Nachwuchs Bilden kleine Herden von zehn bis zwanzig Tieren, selten auch bis 50 Tiere. Jüngere Männchen leben in Junggesellengruppen oder schließen sich den Herden der Weibchen an. Nilgauantilopen verfügen über einen gut entwickelten Sehsinn sowie eine sehr gute Hörfähigkeit, der Geruchssinn hingegen ist nur schwach ausgebildet. Die Tiere erreichen Laufgeschwindigkeiten von bis zu 45 km/h. Die Art an sich ist noch nicht gefährdet, aber durch Zerstörung ihrer Habitate sind die Bestandszahlen rückläufig.

Verbreitung

Nilgauantilope
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Nilgauantilope

Das naturliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Indien und Südost Pakistan. In Bangladesh und Nepal gilt die Nilgauantilope aus ausgestorben. Die natürlichen Habitate sind lichte Wälder aber auch grasbewachsene Steppengebiete. Auch im Vorgebirge des Himalaya sind die Tiere anzutreffen. Im südlichen Texas wurden die Nilgauantilopen vor rund 80 Jahren angesiedelt und haben sich bestandsmäßig gut entwickelt. Sort sind mittlerweile genau soviele Tiere zu finden wie in ihrer ursprünglichen Heimat.

Nahrung

Nilgauantilopen ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern. Hier und da werden aber auch Blumen, Samen, Früchte und Blätter gefressen. Selten ergänzen sie ihre Nahrung durch Rinde. Auf Nahrungssuche gehen sie hauptsächlich in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Fortpflanzung

Jungtier
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Jungtier

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten, Männchen hingegen erst mit 30 Monaten. Aufgrund der Machtkämpfe um die Weibchen kommen Männchen meist erst ab dem vierten Lebensjahr zu einer Paarung. Während der Brunft kommt es zwischen den Männchen zu ritualisierten Kämpfen, wo sie ihre Hälse gegeneinander schlagen. Die Hörner werden dabei selten eingesetzt. Zu ernsthaften Verletzungen kommt es nur sehr selten. Ein erfolgreicher Bulle paart sich in der Regel mit mehreren Weibchen einer Gruppe. Nach einer Tragezeit von 240 bis 255 Tagen bringt das Weibchen meist zwei Jungtiere zur Welt, die kurz nach der Geburt der Mutter folgen können. Nilgauantilopen erreichen ein Alter von rund 20 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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