Brachypelma baumgarteni

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Brachypelma baumgarteni

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Brachypelma
Art: Brachypelma baumgarteni
Wissenschaftlicher Name
Brachypelma baumgarteni
Smith, 1993

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001856]

Die Art Brachypelma baumgarteni zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Brachypelma. Im Englischen wird die Art Mexican Orange Beauty's genannt.

Namensgeber war der Sammler Marc Baumgarten, der Andrew M. Smith ein männliches Exemplar für die Erstbeschreibung 1993 überließ. Im selben Jahr erhielt der Vogelspinnenexperte Peter Klaas zwei männliche Exemplare aus Michoacáns/Mexiko. Die Exuvien (leere Hülle, Haut) der Männchen wurden ebenfalls für die Erstbeschreibung der Art durch Andrew M. Smith verwendet. Die Männchen verpaarte Peter Klaas, mit dem damals einzigen in Europa vorhandenen Weibchen und noch im selben Jahr war die Nachzucht mit den Exemplaren erfolgreich. Aufgrund der unterschiedlichen Farbverteilung bei Nachzuchten wird der Artstatus von Brachypelma baumgarteni derzeit diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Brachypelma baumgarteni erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 12 bis 15 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter. Der Körperbau dieser Art ist ziemlich kräftig ausgebildet. Äußerlich ähnelt sie der Mexikanischen Rotbein-Vogelspinne (Brachypelma boehmei), jedoch ist Brachypelma baumgarteni farblich nicht so intensiv orangerot wie die Mexikanische Rotbein-Vogelspinne (Brachypelma boehmei). Der Carapax weist eine schwarze Färbung auf und ist mit einem hellen beigefarbenen Saum umrandet, während der Carapax der Mexikanischen Rotbein-Vogelspinne (Brachypelma boehmei) einfarbig kräftig orangerot getönt ist. Das Opisthosoma der Brachypelma baumgarteni weist ebenfalls eine schwarze Färbung auf und ist mit vereinzelt stark verlängerten beigefarbenen bis braunroten Härchen besetzt. Die Tarsen sind einfarbig schwarz und die Tibien sind braun gefärbt, während die Tibien der Mexikanischen Rotbein-Vogelspinne (Brachypelma boehmei) durchgehend orange gefärbt sind. Die übrigen Beinglieder von Brachypelma baumgarteni weisen bis zur Patella hin eine helle orangefarbene bis braunrote Tönung auf. Das oberste Beinglied ist wieder einfarbig schwarz gefärbt. Der gesamte Körper ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden.

Lebensweise

Brachypelma baumgarteni ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Brachypelma baumgarteni
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Brachypelma baumgarteni

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Brachypelma baumgarteni befindet sich im südwestlichen Teil von Mexiko. Diese Art bewohnt die bergigen und locker bewaldeten Küstenregionen Michoacáns. Die mit großen Felsbrocken durchsetzten Berghänge bieten der Spinne ideale Verstecke. Sie ist trotz ihrer Häufigkeit schwer zu entdecken, meist sieht man nur männliche Exemplare.

Ernährung

Brachypelma baumgarteni ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Brachypelma baumgarteni mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 bis 600 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Brachypelma baumgarteni - Smith, 1993
  • Brachypelma baumgarteni - Smith, 1993a
  • Brachypelma baumgarteni - Smith, 1995
  • Brachypelma baumgarteni - Peters, 2000a
  • Brachypelma baumgarteni - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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