Brachypelma epicureanum

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Brachypelma epicureanum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Brachypelma
Art: Brachypelma epicureanum
Wissenschaftlicher Name
Brachypelma epicureanum
(Chamberlin, 1925)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001860]

Die Art Brachypelma epicureanum zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Brachypelma. Im Englischen wird die Art Yucatan Rustrump Tarantula genannt.

Brachypelma epicureanum ähnelt in der Färbung den beiden anderen Arten Aphonopelma lanceolatum und der Schwarzroten Vogelspinne (Brachypelma vagans), jedoch unterscheidet sich Brachypelma epicureanum von den beiden Arten entschieden in den Proportionen und in der Form des Bulbus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Brachypelma epicureanum erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimeter und eine Beinspannweite von etwa 12 Zentimeter. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter und ist im Gegensatz zum Weibchen etwas schlanker, jedoch ähneln sich beide Geschlechter in der Färbung. Bei dem Männchen sind das Prosoma, die Beine und das Opisthosoma mit einer braunen Behaarung versehen. Dorsal ist das Opisthosoma mit kürzeren, dichten, schwarzen Haaren und kaudal etwas spärlicher mit längeren hellen rostroten Haaren und vereinzelt mit schwärzlichen Flecken besetzt. Der Carapax ist länger als breit. Die Entfernung der Fovea (längliche dorsale Einsenkung am Carapax) vom anterioren Ende bis zum posterioren Ende beträgt .65. Die vordere Augenreihe zeigt eine kräftige procurve Tangente, die bis zum unteren Rand der mittleren Augen reicht und sich fast mit der Tangente am oberen Rand der Lateralaugen berührt. Die vorderen Medianaugen liegen über ihren Durchmesser weit auseinander und sind kleiner als die Lateralaugen. Die hinteren Augen gleichen in der Länge der vorderen Augenreihe. Die hinteren Medianaugen sind etwas ovalförmig und berühren fast die größeren hinteren Lateralaugen und etwas weiter entfernt die vorderen Medianaugen. Die Beine sind mit ein paar schwachen Dornen proximal der Mitte versehen und die Tibia I weist die übliche Bifurkation (Gabelung) auf. Die Dornen an den Beinen sind an der Spitze mehr gebogen und Metatarsus I ist an der Basis etwas gebogen. Frontal der Coxa I, sowohl über als auch unter der Naht, befinden sich zum Teil Borsten, die an der Basis ziemlich dornig erscheinen. Die innere Oberfläche von Tibia und Palpus ist mit sechs Dornen bestückt.

Die Maße des Männchens: Opisthosoma 40 Millimeter; Cephalothorax 20 Millimeter; Breite 17,2 Millimeter; Tibia und Patella I 21 Millimeter; Metatarsus I 12,2 Millimeter; Tibia und Patella IV 21 Millimeter; Metatarsus IV 18 Millimeter.

Die Lebenserwartung des Weibchens kann etwa 17 Jahre betragen, während das Männchen ein Alter von etwa 2 bis 3 Jahren erreicht. Nach der letzten Reifehäutung lebt das Männchen nur noch mehrere Wochen oder Monate.

Lebensweise

Brachypelma epicureanum ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Brachypelma epicureanum befindet sich im nordöstlichen und im nordwestlichen Teil von Mexiko. In der Natur lebt Brachypelma epicureanum vorwiegend in den tropischen Wäldern von Mexiko, vor allem ist diese Art auf der Halbinsel Yucatán in Chichén Itzá (Ruinenstätte) heimisch. Diese Ruinenstätte bietet der Art ideale Versteckmöglichkeiten, da dichter Unterwuchs aus Farnen sowie moosbewachsene Steine und Baumstämme vorhanden sind. Die Tagestemperaturen betragen etwa 40 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 70 Prozent.

Ernährung

Brachypelma epicureanum ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Brachypelma epicureanum mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 700 bis 900 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Gefährdung und Schutz

Brachypelma epicureanum genießt den Schutzstatus : CITES = WA (Washingtoner Artenschutzübereinkommen) II Anhang B, das heißt, dass diese Art international in solchen Mengen gehandelt wird, dass das Überleben der Art oder das Überleben von Populationen in bestimmten Ländern gefährdet ist.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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