Braunbrustbülbül

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Braunbrustbülbül

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neornithes)
Überordnung: Passerimorphae
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Sylvioidea
Familie: Bülbüls (Pycnonotidae)
Gattung: Echte Bülbüls (Pycnonotus)
Art: Braunbrustbülbül
Wissenschaftlicher Name
Pycnonotus xanthorrhous
Anderson, 1869

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Braunbrustbülbül (Pycnonotus xanthorrhous) zählt innerhalb der Familie der Bülbüls (Pycnonotidae) zur Gattung der Echten Bülbüls (Pycnonotus). Im Englischen wird der Braunbrustbülbül Brown-breasted Bulbul genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Braunbrustbülbül ist ein sperlingsgroßer Vogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 18 bis 19 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht in Größe und Aussehen kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Der Hals und die Flügel sind kurz und der Schwanz ist ziemlich lang, wobei die Schwanzspitzen leicht abgerundet wirken. Die Beine und die Füße sind im Vergleich zum Körper etwas kurz geraten. Die Körperfedern sind lang, weich und locker, besonders am Hinterrücken. Im Nacken sieht man stets haarähnliche Federn, die oft lang und auffällig sind. Des Weiteren ist eine deutliche Haube erkennbar. Die Haube, der Kopf sowie das Gesicht weisen insgesamt eine schwarze Färbung auf. Die Iris der Augen sowie die Pupille sind schwärzlich getönt. Der dünne, leicht gebogene, spitze Schnabel ist von einer dunkelgrauen bis schwärzlichen Färbung. Im Kontrast zum Kopf und zu den übrigen Körperteilen sind das Kinn und die Kehle leuchtend weiß geschönt. Die Brust, das Abdomen sowie der Bürzel weisen eine hellbraune Färbung auf. Die Schulterfedern, der gesamte Rücken, die kleinen, mittleren und die großen Armschwingen der Flügel sowie die kleinen, mittleren und die großen Handschwingen der Flügel sind hellbraun bis dunkelbraun gefärbt. Ebenfalls weisen die Oberschwanzdecken, die Unterschwanzdecken und die Steuerfedern eine dunkelbraune Tönung auf. Die Extremitäten sind dunkelgrau bis schwärzlich geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorne zeigen. Die Jungvögel ähneln in ihrem jugendlichen Federkleid den Altvögeln, jedoch wirkt die Gefiederfärbung etwas glanzloser.

Lebensweise

Der Braunbrustbülbül ist ein Standvogel, der auf der Suche nach Früchten und Insekten (Insecta) örtliche Streifzüge ausführt. Meistens sitzt er auf Zweigspitzen von Bäumen oder von Gebüschen und macht durch seine lärmende Stimme auf sich aufmerksam. Bei der Nahrungswahl ist der Braunbrustbülbül sehr anpassungsfähig. Er sucht seine Nahrung auch auf dem Boden und nimmt dort Ringelwürmer (Annelida) auf. Vor dem Verschlingen schlägt er meistens die Beute heftig auf die Erde oder gegen einen Ast. Oft besucht er auch niedrige Gebüsche und verzehrt dort Raupen und Heuschrecken. Hin und wieder kann man den Braunbrustbülbül auch an kleinen Flüssen oder im Ufergebüsch größerer Ströme bei der Nahrungssuche beobachten. Seine Nahrung sucht der Braunbrustbülbül meistens in den frühen Morgenstunden oder in den frühen Abendstunden.

Unterarten

Verbreitung

Zu den Verbreitungsgebieten des Braunbrustbülbül zählen unter anderem Asien: China, Tibet, Gansu, Sichuan, Yunnan, Xishuangbanna Präfektur, Shaanxi, Guizhou, Guangxi Zhuang, Henan, Hubei, Hunan, Guangdong, Anhui, Jiangsu, Jiangxi, Fujian, Zhejiang. Südostasien: Indochina, Myanmar, Laos, Vietnam und Thailand. Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Braunbrustbülbül in subtropischem und in tropischem regenarmen Buschland, in subtropischem und in tropischem Buschland höher gelegener Regionen. Des Weiteren hält sich der Braunbrustbülbül in Feuchtgebieten (Inland) auf wie Flüsse, Bäche und schmale Buchten mit Wasserfällen. Ferner kommt er in ländlichen Regionen und in subtropischen und tropischen stark geschädigten ehemaligen Wäldern vor. Auch trifft man den Braunbrustbülbül in einer Höhe von etwa 2.500 Metern sowie in niedrigen Gebirgsregionen mit sekundärem Laubmischwald an. Ursprünglich stammt die Art aus Yúnnán (Provinz im Südwesten der Volksrepublik China).

Ernährung

Der Braunbrustbülbül verbraucht hauptsächlich Früchte, allerlei Sämereien von verschiedenen Pflanzen und nebenbei auch Insekten (Insecta) wie Fliegen (Brachycera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Grillen (Gryllidae) und Käfer (Coleoptera). Auch Ringelwürmer (Annelida) gehören auf seinem Speisezettel. Gelegentlich nimmt er Blätter sowie Blumennektar zu sich.

Fortpflanzung

Der Braunbrustbülbül erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten über das Frühjahr. Während der Paarungszeit und Brutsaison ist das Männchen ganz besonders territorial und verteidigt sein Revier und das Gelege gegenüber Artgenossen und Feinden. Markant ist hierbei das laute Geschrei. Aus Zweigen, Gräsern, Moosen, Blättern sowie Wurzelfasern und manchmal auch aus ein wenig Schnur und Wolle erbaut der Gelbscheitelbülbül ein offenes napfförmiges Nest, das gewöhnlich etwas grob und unordentlich wirkt und mit feineren Stoffen wie Haare, Rinden- und Wurzelfaserspäne ausgepolstert wird. Das Nest steht oder hängt in Astgabeln, meist in den tieferen Stockwerken von Bäumen oder das Nest wird im dichten Gestrüpp angesiedelt. Das Weibchen legt etwa zwei bis drei Eier in das Nest. Die Inkubation der Eier dauert etwa 13 bis 14 Tage lang, die von dem Weibchen gewährleistet wird. Das Männchen bringt in dieser Zeit dem Weibchen die Nahrung an das Nest und löst das Weibchen beim Wärmen der Eier nur gelegentlich ab, ansonsten liegt die Hauptlast bei dem Weibchen. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Weibchen und von dem Männchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Das Männchen hilft auch beim Hudern der Küken. Gegen Ende der ersten Woche sind die Jungvögel gut befiedert und können das Nest im Alter von sechzehn Tagen verlassen. Die Jungvögel ähneln in ihrem jugendlichen Federkleid den Altvögeln, jedoch wirkt die Gefiederfärbung bei den Jungvögeln etwas glanzloser.

Gefährdung und Schutz

Der Braunbrustbülbül gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 1.000.000 bis 10.000.000 Quadratkilometern. Der Braunbrustbülbül ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Braunbrustbülbül selten oder spärlich vor (Robson, 2000). In der Roten Liste der IUCN wird der Braunbrustbülbül als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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