Brauner Mausmaki

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Brauner Mausmaki

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Katzenmakis (Cheirogaleidae)
Gattung: Mausmakis (Microcebus)
Art: Brauner Mausmaki
Wissenschaftlicher Name
Microcebus rufus
Lesson, 1840

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Braune Mausmaki (Microcebus rufus) zählt innerhalb der Familie der Katzenmakis (Cheirogaleidae) zur Gattung der Mausmakis (Microcebus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Braune Mausmaki erreicht eine Körperlänge von elf bis zwölf Zentimeter, eine Schwanzlänge von zehn bis elf Zentimeter sowie ein Gewicht von 40 bis 95 Gramm. Während der Regenzeit erreichen die Tiere ein höheres Gewicht, da zu dieser Zeit reichlich Nahrung vorhanden ist. Das weiche und dichte Fell ist überwiegend bräunlich gefärbt. Die Bauchseite ist mit weißlicher bis cremefarbener Färbung deutlich heller gefärbt. Im Bereich der Stirn erstreckt sich vom Nasenrücken bis zwischen die Augen ein heller Streifen. Der Wangenbereich kann leicht rötlichbraun gefärbt sein. Die Ohren sind recht klein und sitzen seitlich, weit hinten am Kopf. Im Bereich der Schnauze zeigen sich Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die Augen sind ausgesprochen groß und lassen auf die Nachtaktivität schließen. Der sehr lange Schwanz dient als Balancier- und Greiforgan.

Verhalten

Braune Mausmakis sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in ihren Baumhöhlen. Mit Einbruch der Nacht werden die Tiere aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs zumeist in größeren Gruppen. Männchen sind territorial und leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Zwischen Mai und September halten Braune Mausmakis eine Winterruhe. Während dieser Zeit verlieren sie stark an Gewicht. Die Winterruhe der Weibchen dauert rund zwei Wochen länger. Ein Männchen beansprucht in seinem Revier alle Weibchen, die er dann seinem Harem zurechnet. Er begattet alle empfängnisbereiten Weibchen. Das Revier eines Männchen weist meist eine Größe von 300 bis 400 Quadratmeter auf.

Verbreitung

Braune Mausmakis sind auf Madagaskar endemisch. Hier leben die Tiere hauptsächlich im Osten und im Norden der Insel. Braune Mausmakis bewohnen ausschließlich den dichten tropischen Regenwald. Hier halten sich die Tiere zumeist in den Kronen hoher Bäume auf. In einigen Bereichen wird auch der Küstenregenwald bewohnt. Nur selten sind sie an den Rändern der Regenwälder anzutreffen. Auch lichte Wälder und Sekundärwald werden nur spärlich besiedelt. Der Braune Mausmaki steht insbesondere in den Nationalparks auf Madagaskar unter Schutz. Dazu gehören insbesondere der Zahamena-Nationalpark, der Montagne d'Ambre-Nationalpark, der Ranomafana-Nationalpark und der Marojejy-Nationalpark.

Gefährdung, Schutz

Braune Mausmakis gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Primatenarten. In der Roten Liste werden Braune Mausmakis als nicht gefährdet geführt (LC, Least concern). Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere jedoch in Anhang I unter weltweitem Schutz. Dennoch gehen auch bei dieser Primatenart die Bestände teils dramatisch zurück. Der Hauptgrund für die extrem starken Rückgänge der Populationen liegt insbesondere an der Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Schneller als irgendwo anders in der Welt, verschwindet auf Madagaskar der Regenwald in einem rasanten Tempo. Grund ist mit Sicherheit die explosive Wachstumsrate der Bevölkerung. Alleine die Anpassungsfähigkeit hat die Braunen Mausmakis bis heute überleben lassen. Im Osten Madagaskars sind die stärksten Populationsrückgänge zu verzeichnen. Im Norden und Nordosten sind die Rückgänge nicht ganz so dramatisch.

Prädatoren

Der Braune Mausmaki steht in seinem Lebensraum auf der Speisekarte zahlreicher Fressfeinde. Zu den Natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Fossas (Cryptoprocta ferox), Ringelschwanzmungos (Galidia elegans), Madagaskar-Waldohreulen (Asio madagascariensis), Malegasseneulen (Tyto soumagnei), Madagaskar-Schleiereulen (Tyto alba hypermetra) und Madagaskarweihen (Circus maillardi). Aber der Hauptfeind Nummer eins ist und bleibt der Mensch. Gelegentlich greifen auch verwilderte Katzen den einen oder anderen Braunen Mausmaki.

Ernährung

Der Braune Mausmaki ist ein Allesfresser. Er ernährt sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Neben Blättern, Früchten, jungen Trieben, Blüten, Nektar und Blütenpollen werden auch Insekten und deren Larven gefressen. Saisonal kann die Nahrung stark schwanken. Während der Regenzeit werden beispielsweise überwiegend Früchte gefressen. Dies ist insbesondere von Dezember bis April der Fall.

Fortpflanzung

Der Braune Mausmaki erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Geschlechter erreichen die Geschlechtsreife nahezu zeitgleich. Pro Jahr kommt es zu ein oder zwei Würfen. In Freiheit kommt es allerdings meist nur zu einem Wurf. Die Paarungszeit erstreckt sich zumeist von September bis in den Januar hinein. Die Geschlechter pflegen eine polygame Beziehung, eine feste Partnerschaft ist ihnen nicht bekannt. Ein Männchen unterhält in der Regel einen kleinen Harem, der meist aus zwei bis drei Weibchen besteht. Mit der Aufzucht des Nachwuchses hat das Männchen jedoch nichts zu tun. Nach einer Tragezeit von rund 60 bis 63 Tagen bringt ein Weibchen ein bis zwei, selten auch bis drei Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt im Nest der Weibchen, das sich zumeist in einer Baumhöhle befindet. Die Säugezeit erstreckt sich über etwa acht Wochen. Die ersten drei bis vier Wochen verbleiben die Jungtiere ausschließlich im Nest. Danach begleiten sie die Mutter auf der Suche nach Nahrung. Mit zehn Wochen sind die Jungtiere selbständig und verlassen die Mutter. Die Lebenserwartung in Freiheit beträgt unter günstigen Umständen zwischen sechs und acht Jahre. In Gefangenschaft ist auch eine Lebenserwartung von bis zu zwölf Jahren möglich.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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