Brauner Zackenbarsch

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Brauner Zackenbarsch

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Familie: Sägebarsche (Serranidae)
Unterfamilie: Zackenbarsche (Epinephelinae)
Gattung: Epinephelus
Art: Brauner Zackenbarsch
Wissenschaftlicher Name
Epinephelus marginatus
(Lowe, 1834)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Braune Zackenbarsch (Epinephelus marginatus), auch unter den Synonymen Epinephelus guaza und Serranus guaza bekannt, zählt innerhalb der Familie der Sägebarsche (Serranidae) zur Gattung Epinephelus. Im Englischen wird der Braune Zackenbarsch dusky grouper genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Braune Zackenbarsch erreicht eine Körperlänge von etwa 50,0 bis 100,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 3,0 bis 10,0 Kilogramm. Einige Exemplare können sogar eine Körperlänge von etwa 150,0 Zentimeter und Gewicht von etwa 40,0 bis 60,0 Kilogramm erreichen. Der Körper ist länglich oval und seitlich abgeflacht und ist mit kleinen Schuppen bedeckt. Die Kiemen sind mit drei kurzen Stacheln besetzt. Des Weiteren sind die Kiemendeckel mit einem gezackten Rand versehen. Ferner weist der Braune Zackenbarsch ein breites Maul auf, das mit langen, spitzen Zähnen besetzt ist. Die lange Rückenflosse besitzt 11 Hartstrahlen und 15 bis 16 Weichstrahlen. Die Brustflosse weist 1 Hartstrahl und 5 Weichstrahlen auf. Die Bauchflosse ist mit 16 bis 18 Strahlen ausgestattet und die Analflosse hat 3 Hartstralen und 8 bis 9 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Der Bauch ist von einer gelblichen Färbung. Die Seiten sind braun bis dunkelgrün gefärbt und haben zusätzlich noch eine gelbliche Marmorierung. Der Kopf ist ebenfalls gelblich-grün marmoriert, diese Marmorierung erstreckt sich radial bis zu den Augen.

Lebensweise

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Brauner Zackenbarsch

Laut der Roten Liste der IUCN tritt der Braune Zackenbarsch im Ostatlantik und im westlichen Indischen Ozean, sowie im Mittelmeer und rund um die Südspitze Afrkas mit Ausnahme von Nambia (S. Fennessy, pers. comm. 2004) auf. Ferner kommt die Art auch im Süden von Mosambik, im westlichen Atlantik: Südbrasilien sowie Uruguay und Argentinien vor. Auch im südlichen Oman (Randall 1995) wurde der Fisch gesichtet. Bekannte oder vermutete reproduktive Standorte sollen sich im nord-westlichen Mittelmeer: ​​Corisca (Revellata, Lavezzi-Inseln), Var (Les Embiez, Nationalpark von Port-Cros), Pyrenees-Orientales-Küste (Bodilis et al. 2003), Medes-Inseln (Zabala et al. 1997a) und Insel Lampedusa (Marino et al. 2001). Der Braune Zackenbarsch bewohnt felsige Riffe in einer Tiefe von etwa 8,0 bis 300,0 Meter. Er ist ein protogyner, hermaphroditer Fisch. Die Weibchen ziehen, wenn sie die Geschlechtsreife im Alter von fünf Jahren erreicht haben, in die tunesischen Gewässer. Die Geschlechtsumwandlung der Weibchen zu Männchen findet zwischen dem 9., 12. und 16. Lebensjahr statt (Chauvet 1988). In Brasilien erreicht der Braune Zackenbarsch mit einer Körperlänge von etwa 47,0 Zentimeter die weibliche Geschlechtsreife, während das größte Weibchen eine Körperlänge von etwa 79,0 Zentimeter und das kleinste Männchen eine Körperlänge von 80,0 Zentimeter aufwies. Im Allgemeinen erreicht der Braune Zackenbarsch im Frühjahr die Geschlechtsreife und laicht im Frühsommer. Der Höhepunkt der Laichzeit ist im Dezember (Andrarde et al. 2003). Der Braune Zackenbarsch bildet kleine Laichgründe von einigen zehn Individuen (Zabala et al. 1997a, Zabala et al. 1997b). Eine ziemlich große Anzahl von Braunen Zackenbarschen befindet sich im Medes Islands Marine Reserve, Spanien (Zabala et al. 1997a), Lampedusa Island im Mittelmeer (Marino et al. 2001) und im National Park von Port-Cros, Frankreich (Chauvet and Francour 1991). Weitere große Verdichtungen existieren auch in Brasilien, dort werden auch durch Speerfischen große Fänge von bis zu 400 Kilogramm in wenigen Tagen erzielt (Andrarde et al. 2003). Im Winter ist im Medes Islands Marine Reserve, Spanien, eine geringe Dichte zu verzeichnen, während es im Sommer von Ende Juli bis Ende August zu einem achtfachen Anstieg kommt. Während dieser Zeit entwickeln die dominanten Männchen ein territoriales Verhalten und sind gegenüber benachbarten Männchen und kleineren Weibchen aggressiv. Das beobachtete Geschlechterverhältnis liegt bei etwa 1:7 (sexuell aktive Männchen im Vergleich zu erwachsenen Weibchen) (Zabala et al. 1997a).

Verbreitung

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Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Braune Zackenbarsch in folgenden Ländern vor: Albanien, Algerien, Angola, Benin, Brasilien, Kamerun, Kap Verde, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Kroatien, Zypern, Ägypten, Äquatorialguinea, Frankreich (Korsika), Gabun, Gambia, Ghana, Gibraltar, Griechenland (Ost-Ägäis, Kreta); Guinea, Guinea-Bissau, Israel, Italien (Sardinien, Sizilien), Libanon, Liberia, Libyen, Malta, Mauretanien, Monaco, Montenegro, Marokko, Mosambik, Namibia, Nigeria , Portugal (Azoren, Madeira), Senegal, Sierra Leone, Slowenien, Südafrika, Spanien (Balearen, Kanarische Inseln), Arabische Republik Syrien, Togo, Tunesien, Türkei, Vereinigtes Königreich und Westsahara. In den Ländern Argentinien, Madagaskar, Oman und Uruguay ist die Präsenz unsicher. Der Braune Zackenbarsch hält sich in folgenden Gewässern auf: Ost-Zentral-Atlantik, Süd-West-Atlantik, Süd-Ost-Atlantik, Nord-Ost-Atlantik, westlich des Indischen Ozeans, Mittelmeer und Schwarzes Meer.

Ernährung

Der Braune Zackenbarsch bevorzugt steinige Böden, während die Jugendlichen sich nahe der Küste in felsigen Gezeiten-Zonen aufhalten. Das Nahrungsspektrum besteht aus Krebstieren und Tintenfischen sowie aus kleinen und großen Fischen, von denen die meisten riff-assoziierte Spezies sind.

Fortpflanzung

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Der Braune Zackenbarsch bewohnt felsige Riffe in einer Tiefe von etwa 8,0 bis 300,0 Meter. Er ist ein protogyner, hermaphroditer Fisch. Die Weibchen ziehen, wenn sie die Geschlechtsreife im Alter von fünf Jahren erreicht haben, in die tunesischen Gewässer. Die Geschlechtsumwandlung der Weibchen zu Männchen findet zwischen dem 9., 12. und 16. Lebensjahr statt (Chauvet 1988). In Brasilien erreicht der Braune Zackenbarsch mit einer Körperlänge von etwa 47,0 Zentimeter die weibliche Geschlechtsreife, während das größte Weibchen eine Körperlänge von etwa 79,0 Zentimeter und das kleinste Männchen eine Körperlänge von 80,0 Zentimeter aufwies. Im Allgemeinen erreicht der Braune Zackenbarsch im Frühjahr die Geschlechtsreife und laicht im Frühsommer. Der Höhepunkt der Laichzeit ist im Dezember (Andrarde et al. 2003). Der Braune Zackenbarsch bildet kleine Laichgründe von einigen zehn Individuen (Zabala et al. 1997a, Zabala et al. 1997b). Eine ziemlich große Anzahl von Braunen Zackenbarschen befindet sich im Medes Islands Marine Reserve, Spanien (Zabala et al. 1997a), Lampedusa Island im Mittelmeer (Marino et al. 2001) und im National Park von Port-Cros, Frankreich (Chauvet and Francour 1991). Weitere große Verdichtungen existieren auch in Brasilien, dort werden auch durch Speerfischen große Fänge von bis zu 400 Kilogramm in wenigen Tagen erzielt (Andrarde et al. 2003). Im Winter ist im Medes Islands Marine Reserve, Spanien, eine geringe Dichte zu verzeichnen, während es im Sommer von Ende Juli bis Ende August zu einem achtfachen Anstieg kommt. Während dieser Zeit entwickeln die dominanten Männchen ein territoriales Verhalten und sind gegenüber benachbarten Männchen und kleineren Weibchen aggressiv. Das beobachtete Geschlecterverhältnis liegt bei etwa 1:7 (sexuell aktive Männchen im Vergleich zu erwachsenen Weibchen) (Zabala et al. 1997a).

Gefährdung und Schutz

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Laut der Roten Liste der IUCN ist die Verbreitung in Afrika, Europa und Südamerika diskontinuierlich. Es wird angenommen, dass der Großteil der globalen Population in Afrika liegt. Informationen über die tatsächlich weltweite Population dieser Spezies bleibt fragmentarisch und unvollständig, aber jährliche Daten-Sammlungen existieren in Afrika und Europa. Vergleichbare Daten stehen aus Südamerika nicht zur Verfügung, obwohl dort die Spezies bekannt ist. Es gibt einige Hinweise für eine lokale Erholung in Frankreich. Der Braune Zackenbarsch reicht weit über seine globale Verbreitung als adulter Fisch für Lebensmittel hinaus. Die Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa fünf Jahren und die Männchen erst in einem Alter von 12 Jahren. Die Laichgründe sind besonders anfällig für Überfischung und die Art zeigt eine geringe Widerstandsfähigkeit gegenüber anderen Fischen. Darüber hinaus besteht ein Geschlechterverhältnis von geschlechtsreifen Männchen zu Weibchen etwa 1:7. Das Geschlechterverhältnis ist stark in Richtung der Weibchen verzerrt und kann zu einer Reduzierung der Reproduktionsleistung führen. Obwohl Daten der Fischereien aus vielen Ländern fehlen, sind doch alarmierende Rückgänge in Europa und rund um das Mittelmeer zu sehen. Basierend auf einem Rückgang von 88 Prozent in den Gesamtfangmengen für sieben Länder zwischen den Jahren 1990 und 2001 kann die Art als stark gefährdet beurteilt werden. Aufgrund der Überfischung in den westafrikanischen Gewässern ist ebenfalls ein merklicher Rückgang der Population von über 50 Prozent in den letzten drei Generationen zu verzeichnen, auch wenn nur wenige Daten vorhanden sind.

Laut der Roten Liste der IUCN ist es sehr wahrscheinlich, dass die beiden primären Bereiche, in denen der Braune Zackenbarsch in Ost-Afrika/Europa und Südamerika auftritt, zwei getrennte Subpopulationen mit minimalem Genfluss aufgrund der sehr großen Entfernungen zwischen ihnen besteht. In Frankreich, Spanien und Italien, wo das Fischen dieser Art völlig verboten ist, ist der Braune Zackenbarsch noch reichlich vorhanden. Ein Umfrage, die mehr als zehn Jahre durchgeführt wurde, zeigt eine Zunahme der Population. Der Fisch ist viel häufiger im südlichen Teil des Mittelmeeres als im Norden vorhanden. Die Population war noch nie sehr zahlreich entlang der Französischen Mittelmeerküste. Aber eine dynamische Population von Braunen Zackenbarschen wurde im nördlichen Mittelmeerraum in 15 Jahren (Harmelin und Robert 2001) aufgezeichnet. Visuelle Zählungen auf der Insel Ustica ergab eine hohe Abundanz der Braunen Zackenbarsche in den Küstengebieten (La Mesa und Vacchi 1999). Eine Erholung erfuhr die Population in den geschützten und auch jetzt in den ungeschützten Bereichen Frankreichs. Eine zehnfache Erhöhung wurde im französischen Nationalpark von Port-Cros in den letzten 10 Jahren beobachtet. Der Anstieg ist vermutlich auf mehrere Synergie-Effekte zurückzuführen wie erhöhte Anzahl der Meeresschutzgebiete, Spearfishing-Verbot und die globale Erwärmung des Mittelmeeres (M. Harmelin-Vivien, pers. comm. 2003). Das stete Vorhandensein von einer kleinen Population wird im Süden Spanien und entlang der nordafrikanischen Küste beobachtet. Des Weiteren wurden auch kleine Populationen in Korsika zwischen den Jahren 1990, 1992, 1996 und 2001 (Bodilis et al. 2003) wahrgenommen. Jedoch wurde ein Rückgang der Population in Tunesien und in Südspanien durch Überfischung von Wissenschaftlern dieser Länder beobachtet. Dies wurde auch im Jahr 1998 auf einem Symposium der Mittelmeer-Zackenbarsche bekannt gegeben.

Ökologie

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Laut der Roten Liste der IUCN ist der kommerzielle Fischfang eine primäre Bedrohung für diese Art. Das langsame Wachstum und die komplexe Reproduktion können dem hohen Fischerei-Druck (Fennessy 1998) nicht standhalten. In der Vergangenheit war das Speerfischen die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit in Frankreich. Darüber hinaus wird die mögliche Entfernung des rechtlichen Schutzes des Braunen Zackenbarsches und eine Wiederaufnahme des Speerfischens weitere Auswirkungen auf die neu etablierten juvenilen Populationen haben (Bodilis et al. 2003). Folgende konservative Maßnahmen wurden durchgeführt: Seit zehn Jahren besteht ein Verbot des Speerfischens in Frankreich. Eine Reihe von Schutzgebieten wurden eingerichtet, um den Lebensraum für diese Art zu schützen. In Südafrika wurde die Fangquote von fünf Fischen pro Tag geregelt (S. Fennessy, pers. comm., 2003).

Weitere Synonyme

  • Cerna gigas - (Bonaparte, 1833)
  • Epinephelus brachysoma - (Cope, 1871)
  • Epinephelus gigas - (Brünnich, 1768)
  • Holocentrus gigas - (Brünnich, 1768)
  • Serranus aspersus - (Jenyns, 1840)
  • Serranus cernioides - (de Brito Capello, 1867)
  • Serranus fimbriatus - (Lowe, 1838)
  • Serranus gigas - (Brünnich, 1768)
  • Serranus marginatus - (Lowe, 1834)

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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