Braunflügelguan

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Braunflügelguan

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Hokkohühner (Cracidae)
Gattung: Ortalis
Art: Braunflügelguan
Wissenschaftlicher Name
Ortalis vetula
Wagler, 1830

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Braunflügelguan (Ortalis vetula) zählt innerhalb der Familie der Hokkohühner (Cracidae) zur Gattung Ortalis. Im Englischen wird dieses Hokkohuhn Plain Chachalaca genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Braunflügelguan erreicht eine Länge von 47 bis 53 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 60 bis 66 Zentimeter sowie ein Gewicht von 300 bis 680 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Gefieder ist überwiegend graubraun bis olivbraun gefärbt. Ventral kann das Gefieder einen leicht gelblichen Einschlag aufweisen. Der lange Schwanz ist überwiegend olivgrau und geht zur Spitze hin in eine gräuliche Färbung über. Die Schwanzunterseite zeigt weißliche Flügelspitzen. Der Kopf ist im Allgemeinen etwas mehr grau gefärbt. Der Oberkopf ist durch eine kleine aufstellbare Haube gekennzeichnet. Im Bereich der Kehle zeigt sich vor allem beim Männchen eine ungefiederte Hautstelle. Während der Paarungszeit ist diese nackte Hautstelle rötlich, ansonsten eher gräulich gefärbt. Der kräftige Schnabel ist leicht gebogen und weist eine dunkelgraue Färbung auf. Die Extremitäten sind graubraun bis bräunlich gefärbt. Die Zehen enden in kleine hornfarbene Krallen. Juvenile Vögel ähneln im wesentlichen den Erwachsenen Vögeln.

Lebensweise

Braunflügelguane leben in kleinen geselligen Trupps. Die durchschnittliche Gruppenstärke liegt zwischen 5 und 10 Tieren. Es sind aber auch Trupps von bis zu 20 Vögeln bekannt. Braunflügelguane halten sich sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen und Büschen auf. Dies gilt auch für die Nahrungssuche. Der Braunflügelguan ist ein durchaus lautstarker Vogel. Seine dreisilbigen und rauen Ausrufe sind weithin hörbar und ertönen vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden. Während der Paarungszeit bringen die Männchen besonders laute Ausrufe hervor. Die Vögel gelten als scheu und halten sich zumeist im Laub und Geäst verborgen. Dementsprechend selten sind sie offen zu beobachten.

Unterarten

Verbreitung

Der Braunflügelguan ist sechs Unterarten hauptsächlich in den östlichen Regionen des nördlichen Mittelamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht entlang der Ostküste von Texas in Südwesten der USA über Mexiko bis nach Costa Rica, Honduras, Guatemala und Belize. Neben offenen Flächen wie Wiesen, Baum- und Bauchsteppen werden auch Dickichte, lichte Wälder und deren Ränder besiedelt.

Ernährung

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Braunflügelguane gelten als Allesfresser. Jedoch wird hauptsächlich auf pflanzliche Nahrung wie junge Blätter, Sämereien, Knospen und Waldfrüchte zurückgegriffen. An tierischer Nahrung werden Insekten (Insecta), deren Larven und Schnecken (Gastropoda) gefressen. Ihre Nahrung suchen die Vögel am Tage sowohl auf dem Waldboden als auch in Bäumen und Büschen.

Fortpflanzung

Der Braunflügelguan erreicht die Geschlechtsreife mit gut zwei Jahren. Die Vögel leben im allgemeinen polygam. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über das Früjahr, also vom späten März bis in den Juni hinein. Während dieser Zeit kommt es zu einer Jahresbrut. Die Nester entstehen in niedriger Höhe in Bäumen oder Büschen. Es ist eine einfache Plattform, die aus Reisig und kleinen Ästen bestehen. Ausgepolstert wird das Nest für gewöhnlich mit Blättern und ähnlichen Materialien. In der Regel werden die Nester nicht selbst errichtet, sondern von anderen Vögeln übernommen und nur ausgebessert. Nach der Kopulation legt das Weibchen in das fertige Nest zwischen zwei und sechs weißliche Eier. Ein durchschnittliches Gelege besteht aus drei bis vier Eiern. Das Weibchen wärmt das Gelege alleine über einen Zeitraum von gut 28 bis 31 Tagen. Bereits kurz nach dem Schlupf verlassen die Küken das Nest und klettern in der Nähe des Nestes im Geäst der Bäume und Sträucher umher. Bereits in der zweiten Lebenswoche können sie über kurze Strecken flattern. Die vollständige Flugfähigkeit wird nach drei Wochen erreicht. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Gefährdung und Schutz

Braunflügelguane gehören zwar noch nicht zu den gefährdeten Vogelarten, jedoch sorgen die starke Bejagung und die Vernichtung der natürlichen Lebensräume für einen stetigen Rückgang der Populationen. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete werden die Habitate zu Gunsten von landwirtschaftlichen Flächen vernichtet. Dies ist vor allem im östlichen Mexiko und Mittelamerika der Fall. In der Roten Liste der IUCN wird der Braunflügelguan als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

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