Breitschnauzenkaiman

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Breitschnauzenkaiman

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodilia)
Familie: Alligatoren (Alligatoridae)
Unterfamilie: Kaimane (Caimaninae)
Gattung: Echte Kaimane (Caiman)
Art: Breitschnauzenkaiman
Wissenschaftlicher Name
Caiman latirostris
Daudin, 1801

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Breitschnauzenkaiman (Caiman latirostris) zählt innerhalb der Familie der Alligatoren (Alligatoridae) zur Gattung der Echten Kaimane (Caiman). Im Englischen wir der Breitschnauzenkaiman Broad-Snouted Caiman genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Breitschnauzenkaiman erreicht eine Länge von bis zu 350 Zentimeter, Weibchen erreichen meist nur eine Länge von bis zu 220 Zentimeter. Der Panzer ist gräulich bis olivbraun gefärbt und weist mehrere dunkle Querbänder auf, die sich bis zu den Flanken fortsetzen. Der Schwanz ist ebenfalls mit Querbändern versehen. Die Augenfarbe ist hellbraun. Auf der Schnauzenspitze befinden sich die Nasenöffnungen. Die Schnauze ist stumpf und deutlich abgerundet. Die hoch liegenden Augen befinden sich etwa in der Mitte des Schädels. Oberhalb der Augen zeigen sich Verlängerungen, die wie kleine Hörner aussehen. Insgesamt werden Männchen größer als Weibchen und weisen zudem einen leicht breiteren Kopf und Schwanz auf. Alle Kaimanarten gelten im allgemeinen als aggressiv und sehr angriffslustig. In der Vergangenheit wurde die Haut dieser schönen Tiere zu Leder verarbeitet. Sie werden im Washingtoner Artenschutzabkommen im Anhang I als bedrohte Art geführt. Auch die Rote Liste des IUCN führt das Breitschnauzenkaiman als bedrohte Art (LC, Lower risk).

Unterarten

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Verbreitung

Der Breitschnauzenkaiman ist in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. Sie bewohnen tropische und subtropische Gewässer, insbesondere langsam fliessende Gewässer mit schlammigem Untergrund und starker Vegetation. Aber auch in Mangrovenwümpfen, Seen, Teichen und Sümpfen fühlen sie sich zu Hause. Sie wurden auch schon in Brackwasser beobachtet.

Nahrung

Erwachsene Breitschnauzenkaimane fressen alles was sie überwältigen können. Es fängt bei Insekten an und reicht von Amphibien über Reptilien bis hin zu Vögeln und größeren Säugetiere. Aas verschmähen sie auch nicht. Jungtiere ernähren sich vorwiegend von Insekten, Weichtieren und Krustentieren.

Fortpflanzung

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Die Geschlechtsreife erreichen Weibchen mit einer Länge von rund 140 bis 150 cm, Männchen mit etwa 160 cm. Das Weibchen legt zwischen 20 und 60 Eier in ein Hügelnest, das überwiegend aus Schlamm und Pflanzenteilen besteht. Die Hügelnester entstehen meist auf kleinen Inselchen im Wasser. Dies geschieht in den Monaten Juli bis August, also während der Regenzeit. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 70 bis 80 Tage. Während dieser Zeit wird das Gelege vom Weibchen bewacht und energisch verteidigt. Kurz vor dem Schlupf öffnet das Weibchen das Gelege und ist den Jungtieren beim Schlüpfen behilflich. Die Jungtiere haben eine gelbliche bis bräunliche Färbung, die durch dunkle Querbänder unterbrochen ist. Sie bleiben auch nach dem Schlupf in der Nähe der Mutter und werden von ihr beschützt. Trotzdem fallen viele der Jungkaimane Schlangen und vor allem auch Tejus zum Opfer. Die Jungtiere ernähren sich vorwiegend von Insekten, Weichtieren und Krustentieren. Auch kleinere Fische werden von ihnen gerne gefressen. Ausgewachsen sind die Tiere mit etwa fünf bis sechs Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Reinhard Radke, Krokodile. Expeditionen zu den Erben der Dinosaurier, Taschenbuch, Lübbe; Auflage: 1 (Oktober 2002) - ISBN 3785721056
  • Gunther Köhler, Krokodile Schildkröten Echsen, Herpeton; Auflage: 1. Aufl. (2000) - ISBN 3980621405
  • Günther Nietzke, Die Terrarientiere, Bd.3, Krokodile und Schlangen, Ulmer (Eugen); Auflage: 4., (Januar 2002) - ISBN 3800174596
  • Barbara Taylor, Krokodile, Franckh-Kosmos Verlag (2001) - ISBN 3440085481
  • Ludwig Trutnau, Krokodile, Taschenbuch, Westarp Wissenschaften, 2005 - ISBN 3894324201
  • Charles A. Ross, Krokodile und Alligatoren. Entwicklung, Biologie und Verbreitung,
    Bassermann; Auflage: 1 (Januar 2002) - ISBN 3572013194

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