Brillenblattnase

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Brillenblattnase

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Kurzschwanzblattnasen (Carolliinae)
Gattung: Carollia
Art: Brillenblattnase
Wissenschaftlicher Name
Carollia perspicillata
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Brillenblattnase (Carollia perspicillata) zählt innerhalb der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae) zur Gattung der Carollia. Im Englischen wird die Art Seba's Short-tailed Bat genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Neben den Flughunden gehören auch die Fledermäuse zu den einzigen fliegenden Säugetieren. Die Brillenblattnase erreicht eine Körperlänge von 50 bis 60 Millimeter, eine Flügelspannweite von 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von 23 bis rund 30 Gramm. Das Fell des Körpers weist eine bräunliche Färbung auf. Hauptmerkmal dieser Blattnasenart ist das namensgebende blattartige Gebilde auf der Nase. Hierüber wird ein Ultraschall abgegeben, der zu Orientierung und der Echolokation dient. Mit den seitlich liegenden großen Ohren wird der reflektierte Schall aufgenommen und zum Gehirn geleitet. Auffälligstes Merkmal ist die aus zwei Hautschichten bestehende Flugmembran, die sich von den Handgelenken bis zu den Fußgelenken erstreckt. Der Daumen ist sehr kurz und verfügt über eine kleine Kralle. Die anderen vier Finger sind stark verlängert und bilden letztlich den Spannweitenbereich der Flugmembran. Auch die Knochen im Armbereich, insbesondere die Speiche und die Elle sind deutlich verlängert. Die Geschlechter weisen keinen Geschlechtsdismorphismus auf. Das Weibchen ist während der Säugezeit an den Brustdrüsen leicht zu erkennen. Ansonsten schafft bei der Bestimmung ein Blick in den Genitalbereich Abhilfe. Die Brillenblattnase ist eine gesellige Fledermausart, die in kleinen Gruppen von bis zu 100 Tieren lebt. Sie hält sich während des Tages in Höhlen, ausgehöhlten Bäumen oder an ähnlichen dunklen Orten auf. Mit Einbruch der Nacht wird sie munter. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als gering gefährdet geführt.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Brillenblattnase erstreckt sich über Mittel- und Südamerika. Sie kommt vom südlichen Mexiko bis hinunter nach Paraguay und Argentinien vor. Sie lebt meist in tropischen und subtropischen Tiefland-Regenwäldern. In Höhenlagen ist sie meist nur bis in Höhen von 1.200 Metern anzutreffen. Während des Tages hält sich die Brillenblattnase an höhlenartigen Plätzen auf. Aktiv wird sie mit Einbruch der Dunkelheit.

Nahrung

Brillenblattnasen ernähren sich während der Nacht von Blütenstaub diverser Pfeffergewächse, vom Saft reifer Früchte und gelegentlich von Insekten und deren Larven. Ihre Nahrung finden sie meist in Bodennähe. Insekten werden in der Regel im Flug erbeutet. In der Ökologie spielen sie eine große Rolle, da sie zur Bestäubung von Pflanzen beitragen.

Brillenblattnase
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Brillenblattnase

Fortpflanzung

Die Brillenblattnase erreicht die Geschlechtsreife mit ein bis zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über Juli bis August sowie über Februar bis Mai. Nach einer Tragezeit von 110 bis 125 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein Jungtier zur Welt. Es weist ein Gewicht von gut fünf Gramm auf und ist relativ weit entwickelt. In Freiheit erreicht eine Brillenblattnase ein Alter von acht bis zehn Jahren, in Gefangenschaft kann das erreichbare Alter durchaus auch zwölf bis vierzehn Jahren betragen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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