Brillenpelikan

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Brillenpelikan

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Pelikane (Pelecanidae)
Gattung: Pelikane (Pelecanus)
Art: Brillenpelikan
Wissenschaftlicher Name
Pelecanus conspicillatus
Temminck, 1824

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Brillenpelikan (Pelecanus conspicillatus) zählt innerhalb der Familie der Pelikane (Pelecanidae) zur Gattung der Pelikane (Pelecanus). Im Englischen wird dieser Pelikan Australian Pelican genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Brillenpelikan erreicht eine Körperlänge von 160 bis 170 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 230 bis 245 Zentimeter, eine Schnabellänge von 40 bis 50 Zentimeter sowie ein Gewicht von 4.200 bis 6.600 Gramm. Das Skelett macht am Gesamtgewicht kaum 10 Prozent aus. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Das Obergefieder ist überwiegend weißlich gefärbt, der Hals weist eine gräuliche Färbung auf. Die Flügel sind bis auf einen kleinen weißlichen Teil im Bereich der Deckfedern schwarz gefärbt. Der Bereich um die Augen bis hin zum Schnabelansatz ist unbefiedert und gelblich gefärbt. Wie alle Pelikane, so verfügt auch der Graupelikan über einen gewaltigen Schnabel. Der Schnabel ist im wesentlichen zartrosa bis fleischfarben gefärbt, der Kehlsack weist eine ähnliche Färbung auf. Die recht kurzen Extremitäten und die großen Füße weisen eine dunkelgraue Färbung auf.

Lebensweise

Brillenpelikane sind tagaktive und gesellige Vögel, die meist in Gruppen anzutreffen sind. Dies gilt auch für die Nahrungssuche, die in der Regel in Gruppen stattfindet. Während der Paarungszeit brüten sie in großen Kolonien und legen rund um ihr Nest ein territoriales Verhalten an den Tag. Außerhalb der Paarungszeit verhalten sich Brillenpelikane nicht territorial und leben in geselligen Gruppen in loser Zusammensetzung. Die Nahrungsaufnahme erfolgt, indem der Schnabel tief ins Wasser eingetaucht wird. Neben Unmengen an Wasser wird so auch Nahrung in Form von Fischen und Krebstieren aufgenommen. Je nach Verbreitungsgebiet sind Brillenpelikane Zugvögel, die mit Beginn der kühlen Jahreszeit in Winterquartiere ziehen. Flugstrecken von bis zu 1.000 Kilometern stellen kein Problem dar. Brillenpelikane können bis in Höhen von gut drei Kilometern fliegen. Der Zug erfolgt zumeist in großen Schwärmen. Trotz der Größe sind Brillenpelikane gute und elegante Flieger, die vor allem die Thermik für lange und energiesparende Gleitflüge ausnutzen. Ihr Element ist allerdings das Wasser, hier zeichnen sie sich durch hervorragende Schwimmeigenschaften aus.

Unterarten

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Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Brillenpelikane erstreckt sich über Australien, Neuguinea und einigen Inseln im westpazifischen Raum wie Osttimor, Sulawesi, dem Bismarck-Archipel, den Weihnachtsinsel, Vanuatu, Fidschi, Java oder die Solomon Inseln. Sichtungen aus Neuseeland und Sumatra sind bestätigt, jedoch eher selten. Die natürlichen Lebensräume erstrecken sich über Mündungsdelta, Lagunen und Buchten, Flüsse, Seen, Sumpfgebiete und Küsten und vorgelagerte Inseln. Brillenpelikane sind sowohl an Süß- und Brack- als auch Salzwasser anzutreffen.

Ernährung

Der Brillenpelikan ernährt sich hauptsächlich von Fischen (Pisces) in passender Größe sowie Krebstieren (Crustacea) und kleinen Schildkröten (Testudinata). Dabei treiben die Pelikane in größeren Gruppen schwimmend auf dem Wasser Fische in Flachgewässer und schöpfen mit ihren riesigen Schnäbeln ihre Beute aus dem Wasser. Die Gemeinschaftsjagd ist eine energiesparende und effiziente Methode der Nahrungsgewinnung. Eine einzelgängerische Jagd wurde jedoch auch schon beobachtet. Nachdem das Wasser aus dem Schnabel gedrückt wurde, wird die Beute im Ganzen verschlungen.
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Hin und wieder kommt es auch vor, dass der Brillenpelikan auch See- oder Wasservögel frisst. So wurde beobachtet, dass Wasservögel unter Wasser gedrückt und nach Ertrinken im Ganzen verschlungen wurden. Enten und Möwen können so spielend verschlungen werden. In der Regel nimmt der Brillenpelikan rund 1.000 bis 1.500 Gramm an Nahrung am Tag zu sich. Der Schnabel hat ein Volumen von gut 13 Litern.

Fortpflanzung

Brillenpelikane erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 2,5 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich im Hauptbrutgebiet auf Sri Lanka von Dezember bis in den April hinein. Gebrütet wird in zum Teil riesigen Kolonien mit einigen Tausend Brutpaaren. Oftmals liegen die Brutgebiete auf geschützten, der Küste vorgelagerten Inseln oder an ruhigen Küstenabschnitten. Brillenpelikane leben in einer monogamen Saisonehe. Eine Paarbindung über mehrere Jahre findet bei den Vögeln für gewöhnlich nicht statt. Nachdem sich ein Paar gebildet hat beginnt der Nestbau. Ein Nest entsteht in einer einfachen Erdmulde und wird meist vom Weibchen alleine ausgescharrt. Dabei setzt das Weibchen ihren Schnabel und die Füße als Werkzeug ein. Auch wenn ein Nest in einer Kolonie entsteht, wird jedes einzelne Nest von den Brutpaaren verteidigt. Rund um das Nest wird also ein imaginäres Revier gebildet.

In das fertige Nest legt das Weibchen im Abstand von gut ein bis zwei Tagen meist drei Eier. Die Eier liegen beim Wärmen meist auf den großen Füßen und kommen so nicht mit dem harten und kalten Boden in Kontakt. Die Brutzeit beträgt durchschnittlich 32 bis 35 Tage und teilt sich auf beide Elternvögel auf. Die Küken sind beim Schlupf noch nackt und blind, nach einigen Tagen öffnen sie aber bereits die Augen. Sie werden anfangs mit hochgewürgter und bereits vorverdauter Nahrung gefüttert. Später werden sie mit ganzen Fischen gefüttert, die die Jungvögel gleich aus dem Schlund der Altvögel fischen. Die besten Überlebendchancen hat das zuerst geschlüpfte Küken. Es wird größer als die beiden anderen und erhält auch mehr Nahrung. Nicht selten tötet das älteste Küken die Geschwister. Dies ist vor allem bei Nahrungsmangel der Fall. Im Alter von 30 Tagen schließen sich die Jungvögel sogenannten Krippen an, in denen sich teils mehrere Dutzend oder gar bis zu 100 Jungvögel zusammenfinden. Die Eltern kommen nur noch zum Füttern vorbei. Flugfähig sind die Jungvögel mit 85 bis 90 Tagen. Unter den Jungvögeln in einem Nest herrscht ein großer Konkurrenzkampf, dem regelmäßig schwächere Vögel zum Opfer fallen. Oft kommt nur ein Jungvogel durch. Brillenpelikane können in Freiheit ein Alter von 10 bis Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei etwa 25 Jahren.

Gefährdung und Schutz

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Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • David Attenborough: Das geheime Leben der Vögel. Verlag: Scherz (1999) ISBN 3502150303

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