Buller-Chipmunk

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Buller-Chipmunk
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Species: Buller-Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias bulleri
J.A. Allen, 1889

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Buller-Chipmunk (Tamias bulleri) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias) und hier zur Untergattung Neotamias. Im Englischen wird dieses Hörnchen Buller's Chipmunk genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Barting, Best & Burt, 1993).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die Arten der Gattung Chipmunks (Tamias) entwickelten sich im frühen Miozän. In der letzten großen Eiszeit kam es zum Kontakt mit verwandten Arten wie Tamias umbrinus und dem Langohr-Chipmunk (Tamias quadrimaculatus). Fossile Funde der Buller-Chipmunks sind nicht bekannt (Best, 1993).

Erkennung und Unterschiede

Der Schädel des Buller-Chipmunk ist größer und das Baculum ist dicker als bei den anderen Vertretern der Chipmunks (Tamias). In der genitalen Morphologie ähnelt der Buller-Chipmunk dem Durango-Chipmunk (Tamias durangae). Der Schaft des Baculum des Durango-Chipmunk ist jedoch ein wenig länger. Die ventrale Fellfärbung ist beim Durango-Chipmunk eher zimtfarben, bei Buller-Chipmunk mehr gelblichbraun. In der dorsalen Fellfärbung ähneln sich beide Arten. Dies gilt insbesondere für die Regionen, wo beide Arten sympatrisch vorkommen. Der Buller-Chipmunk ähnelt in der Fellfärbung und der Größe auch dem Graufuß-Chipmunk (Tamias canipes). Unterscheiden kann man den Buller-Chipmunk jedoch anhand der kleineren Ohren. Ähnlichkeiten zeigen sich auch zum Grauhals-Chipmunk (Tamias cinereicollis). Die Ohren des Buller-Chipmunk sind insgesamt kleiner und die Füße sind dunkler gefärbt (Barting, Best & Burt, 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Ohren sind groß und eher hoch und breit sowie an der Spitze breit. Die innere Oberfläche der Ohren ist stumpf rostfarben gefärbt, die Außenseite der Ohren sind eher gräulich. Der Oberkopf ist graubraun gefärbt, die Körperseiten, die Oberseite des Schwanzes und das Gesäß ist olivgrau gemischt mit schwarz im Bereich des Schwanzes. Im Bereich der dorsalen Region zeigen sich jeweils 4 hellere und 5 dunkle Streifen. Die 3 mittleren Streifen sind innen tiefschwarz und verwaschen an den Kanten zu rötlichbraun. Die beiden äußeren dunklen rotbraunen Streifen sind insgesamt kürzer und erstrecken sich von den Schultern bis zu den Hüften. Der mittlere schwarze Streifen reicht von den Schultern bis zum Schwanzansatz. Ventral, im Bereich der seitlichen Schnauze und die Vorderseite der Füße zeigt sich eine schmutzig weiße Färbung. Die Männchen der Buller-Chipmunks erreichen eine Körperlänge von 119 bis 147 (135) mm, eine Schwanzlänge von 94 bis 112 (102) mm, eine Hinterfußlänge von 34 bis 37 (37) mm, eine Schädellänge von 37,2 bis 38,6 (38) mm, eine Rostrumlänge von 13,9 bis 14,8 (14,4) mm, eine Hirnschädellänge von 22,9 bis 24,3 (23,7) mm, eine Jochbeinbreite von 19,4 bis 20,8 (20,2) mm, eine Schädeltiefe von 14,3 bis 15,5 (15) mm, eine Schädelbreite von 17,3 bis 18,4 (17,7)mm sowie eine basale Ohrbreite von 37,3 mm. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 127 bis 144 (140) mm, eine Schwanzlänge von 77 bis 108 (102) mm, eine Hinterfußlänge von 30 bis 38 (36) mm, eine Schädellänge von 37 bis 39,5 (38,3) mm, eine Rostrumlänge von 14,0 bis 14,9 (14,4) mm, eine Hirnschädellänge von 23 bis 24,6 (23,9) mm, eine Jochbeinbreite von 20,1 bis 21,5 (20,6) mm, eine Schädeltiefe von 14,5 bis 15,3 (14,4) mm, eine Schädelbreite von 17,3 bis 18,5 (17,7) mm sowie eine basale Ohrbreite von 37,3 mm (Barting, Best & Burt, 1993).

Lebensweise

Über die Fortpflanzung und die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Die Tiere halten sich während der Ruhephasen in hohlen Baumstämmen auf (Barting, Best & Burt, 1993).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in den mexikanischen Bundesstaaten Durango, Jalisco und Zacatecas endemisch. Die Vorkommen treten in der Sierra Madre auf und erstrecken sich über das südliche Durango, das westliche Zacatecas und das nördliche Jalisco. Buller-Chipmunks kommen in Höhenlagen zwischen 2.100 und 2.400 m über NN vor (IUCN, 2013; Barting, Best & Burt, 1993). Das Klima im Lebensraum der Tiere ist eher trocken. Schwere Regenfälle fallen hauptsächlich im Sommer, seltener im Winter. Zu den typischen Gewächsen zählen Kiefern (Pinus), Eichen (Quercus), Tannen (Abies), Wacholder (Juniperus), Douglasien (Pseudotsuga), Pappeln (Populus) und Bärentrauben (Arctostaphylos) (Barting, Best & Burt, 1993).

Biozönose

Sympatrie

Der Buller-Chipmunk lebt sympatrisch mit zahlreichen anderen kleinen und großen Säugetieren. Hier sind insbesondere Waldspitzmäuse (Sorex) wie Sorex vagrans, Amerikanische Schwarzbären (Ursus americanus), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Westliche Fleckenskunks (Spilogale gracilis), Streifenskunks (Mephitis mephitis), Kojoten (Canis latrans), der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus), der Wolf (Canis lupus), der Puma (Puma concolor), der Felsenziesel (Spermophilus variegatus), der Sierra-Madre-Ziesel (Spermophilus madrensis), der Felsen-Chipmunk (Tamias dorsalis), das Aberthörnchen (Sciurus aberti), das Apache-Fuchshörnchen (Sciurus apache), der Assapan (Glaucomys volans), die Zwergtaschenratte (Thomomys umbrinus), die Schwarzohrmaus (Peromyscus melanotis), Peromyscus boylii, die Pinyon-Hirschmaus (Peromyscus truei), Peromyscus difficilis, Baumwollratten (Sigmodon hispidus), Neotoma mexicana, Neotoma albigula, Kleinstbuschratten (Nelsonia) wie Nelsonia neomotodon, die Mexikanische Wühlmaus (Microtus mexicanus), das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus) sowie der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) zu nennen (Barting, Best & Burt, 1993).

Ernährung

Zur bevorugten Nahrung gehören die Früchte, Sämereien und Blüten von Eichen (Quercus), Wacholder (Juniperus) und Kiefern (Pinus) (Barting, Best & Burt, 1993).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Buller-Chipmunk gehört heute zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie VU, Vulnerable geführt. Die Art ist endemisch in der Sierra Madre. Die Lebensräume erstrecken sich in Höhenlagen über Pinienwälder und Buschland. Die größte Gefahr geht hier vom Verlust der natürlichen Lebensräume durch Holzeinschlag aus. Schutzmaßnahmen wurden bisher nicht getroffen (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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