Buntbock

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Buntbock
Blessbock (Damaliscus pygargus phillipsi)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Damaliscus
Art: Buntbock
Wissenschaftlicher Name
Damaliscus pygargus
Pallas, 1767

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Buntbock (Damaliscus pygargus) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Damaliscus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Buntbock erreicht eine Körperlänge von 140 bis 160 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 85 bis 100 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 60 bis 80 Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als die Männchen. Das kurzhaarige und glatte Fell weist eine überwiegend dunkelbraune bis rötlichbraune Färbung auf. Das Hinterteil ist beim Buntbock dunkelbraun, beim Blessbock weißlich gefärbt. Die Innenseiten der Extremitäten und die Bauchseite sind weißlich gefärbt. Auf dem Nasenrücken ist deutlich eine große Blesse zu erkennen. Sie reicht von der Nasenspitze bis zum Ansatz der Hörner. Beide Geschlechter verfügen über stark gefurchte Hörner, die sich in einem leichten Bogen nach hinten biegen. Die Hörner der Weibchen sind allerdings deutlich kleiner. Markantes Merkmal ist die erhöhte Schulter, die leicht höher ist als die restliche Rückenlinie.

Buntböcke sind sehr gesellig und leben in Herden. Es kann sowohl reine Weibchen-Herden, reine Junggesellgruppen als auch gemischte Herden geben. Eine Herde besteht meist aus zehn bis fünfzehn, selten auch 40 bis 70 Tiere. Ältere Böcke sind sehr territorial und beanspruchen ein Revier von zehn bis vierzig Hektar. Revierverletzungen enden aber meist nur in ritualisierten Scheinkämpfen. Reviergrenzen werden meist mit Kot markiert. Während der heißen Tageszeit ruhen Buntböcke meist an schattigen Plätzen. Ansonsten sind es durchweg tagaktive Tiere. Ist Wasser vorhanden, so trinken sie täglich. Bei fehlendem Wasser können Buntböcke durchaus einige Tage ohne Wasser auskommen. Sie unternehmen dann aber ausgedehnte Wanderungen, um Wasserlöcher zu finden. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen. Geparden sind allerdings nur in der Lage kranke, schwache und junge Tiere zu reißen.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Buntbockes erstreckt sich über das südliche Südafrika. Die Tiere bevorzugen offenes Grasland und Savannen mit ausreichendem Grasbewuchs. Der Blessbock galt bis vor ein paar Jahren als fast ausgerottet. Aufgrund von Nachzuchten aus Zoos und Wildparks mit einhergehender Auswilderung konnte sich der Bestand wieder festigen. Der Echte Buntbock lebt hauptsächlich im östlichen Südafrika, der Blessbock im südlichen Südafrika.

Gefährdung, Schutz

Der Buntbock steht aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens, Anhang II, unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Art insgesamt als nur wenig gefährdet geführt. Jedoch ist die Unterart des Echten Buntbocks (Damaliscus pygargus pygargus) vom Aussterben bedroht. Um den Blessbock steht es deutlich besser. Bei ihm gelten die Bestände als mehr oder weniger gesichert. Die Hauptgründe für die Gefährdung des Echten Buntbocks ist die starke Bejagung sowie die Vernichtung der natürlichen Lebensräume zugunsten Weide- und Farmland.

Ernährung

Buntböcke ernähren sich als Pflanzenfresser ausschließlich von Gräsern und Kräutern, die sie in ihrem Lebensraum finden. Zur bevorzugten Nahrung gehören unter anderem Liebesgräser (Eragrostis), Trespen (Bromus), Gräser der Gattung Chloromelas sowie andere Süßgräser der Familie Poaceae.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Buntbock mit rund 24 bis 28 Monaten. Die Paarungszeit der Buntböcke erstreckt sich über die Monate Februar bis Juni. Die Männchen stoßen nur während der Paarungszeit zu den Herden. Unter rivalisierenden Böcken kommt es dabei zu erbitterten Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Nach einer Tragezeit von 230 bis 240 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein Jungtier zur Welt. Die ersten Tage bleibt das Jungtier als Ablieger im Gras verborgen bis es der Mutter und der Herde folgen kann. Die Säugezeit beträgt durchschnittlich vier Monate. Weiblicher Nachwuchs verbleibt zumeist in der Geburtsherde, Männchen schließen sich in der Regel sogenannten Junggesellenherden an. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 15 bis 17 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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