Burtons Spitzkopf-Flossenfuß

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Burtons Spitzkopf-Flossenfuß

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Flossenfüße (Pygopodidae)
Unterfamilie: Lialisinae
Tribus: Lialisini
Gattung: Neuguinea-Flossenfüße (Lialis)
Art: Burtons Spitzkopf-Flossenfuß
Wissenschaftlicher Name
Lialis burtonis
(Gray, 1835)

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß (Lialis burtonis) zählt innerhalb der Familie der Flossenfüße (Pygopodidae) zur Gattung der Neuguinea-Flossenfüße (Lialis). Im Englischen wird der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß burton's legless lizard oder legless lizard genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß erreicht eine Körperlänge von etwa 29,0 Zentimeter, aber einige Exemplare erreichen eine Körperlänge von über 40,0 Zentimeter, wobei das Weibchen größer wird als das Männchen. Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß zeichnet sich durch seine markante lange, spitze keilförmige Schnauze aus. Der Kopf ist mit kleinen fragmentierten und unregelmäßigen Schuppen bedeckt. Die Körpermitte ist mit 18 bis 22 Schuppen besetzt und an den Seiten zeigen sich die Schuppen wesentlich breiter als die übrigen Schuppen. Die reduzierten Hinterbeine sind eine Art Anhängsel, die schwer zu erkennen sind. Die Farbe und die Musterung sind sehr variabel und reichen von cremefarben, ohne Muster bis hin zu Schattierungen von grau, braun, gelb und rot mit Kombinationen von Streifen, Linien und Flecken. Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß wird leicht mit einer Schlange verwechselt, jedoch sind folgende Unterscheidungsmerkmale sehr hilfreich: Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß weist bewegliche Augenlider, eine fleischige Zunge (nicht gespalten), vestigiale Hinterbein-Anhängsel sowie schräg stehende ovale Ohröffnungen auf. Am Beckengürtel zeigt sich am Querfortsatz des 86. Wirbels ein schräg nach unten und vorn gerichtetes fixiertes Beckenrudiment. Dies besteht aus 2 Knochen, welche die Gelenkfläche bilden und deren Grenze an der inneren Seite deutlich erkennbar ist.

Der obere Knochen, das Os ilei, ist lang und schmal, der untere Knochen ist kurz, aber noch einmal so breit als das Os ilei. Sein vorderes und unteres Ende zeigt in der Mitte eine kleine Einbuchtung, wodurch der Knochen zweilappig erscheint. Die Gelenkhöhle liegt weit nach hinten. Der untere Knochen ist zu deuten als eine Verwachsung des Os ileopectineum (pubis) und Os puboischium (ischii), deren nach der Mitte zu divergierende Teile verkümmert und nur in ihren Anfängen durch die Lappen angedeutet sind.
Burtons Spitzkopf-Flossenfuß
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Burtons Spitzkopf-Flossenfuß
Die nadelförmige hintere Extremität besteht aus dem schlanken zylindrischen Femur, an den sich die halb so lange, kegelförmig sich verjüngende Tibia anschließt. Zwischen beiden liegt ein Zwischenknorpel. Die Extremität der linken Seite endet mit der Tibia, während an der rechten Seite sich an diese noch ein kleines Knorpelkörnchen, ein Rudiment des Astragalus, anschließt. Die Fibula fehlt vollkommen, ebenso die Patella. An dem Querfortsatz des 88. Wirbels ist ein zweiter, ein wenig gekrümmter Knochen locker angehängt, der hinter der Kloakenöffnung liegt und dem der Gegenseite sich nähert, ohne ihn zu berühren. Äußerlich tritt er als kleiner Höcker hervor. Er geht in querer Richtung, längs dem hinteren Analrand nach der Medianlinie zu, ohne sie zu erreichen, wobei er sich verjüngt und an der Spitze ganz plötzlich kegelförmig dünner wird. Dieser bei keinem anderen Tier vorhandene Knochen dient als Ansatz für die Muskeln des Penis und der Kloake und steht mit den Geschlechtsfunktionen in Beziehung. Seiner Lage nach ist es das Os postcloacale. <1>

Lebensweise

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß ist in Australien das am meisten verbreitete Reptil. Er ähnelt mehr einer Schlange als einer beinlosen Echse aus den zahlreichen anderen Gruppen. Zum Beispiel besitzt der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß die Fähigkeit seinen Kiefer wie eine Schlange auszuhaken, wenn er eine größere Beute mit dem Kopf voran abschluckt. Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß ist am Tag und in der Nacht aktiv, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung ist er am aktivsten. Am häufigsten ist der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß in menschlichen Siedlungen zu finden. Manchmal findet man ihn nach einem Sturz in einem Swimmingpool hinter dem Haus oder wird durch einen Rasenmäher oder durch eine Hauskatze im hohen Gras aufgescheucht. Vom Charakter her ist der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß harmlos.

Unterarten

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Burtons Spitzkopf-Flossenfuß

Verbreitung

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß ist in Australien und Neuguinea verbreitet. Er nutzt eine Vielzahl von Lebensraumtypen, bevorzugt wird von ihm niedrige Vegetation mit Grasbüschel und Sträuchern. Des Weiteren hält er sich unter Steinen, Holz und Erdschutt auf.

Ernährung

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß ist auf Reptilien spezialisiert. Er ernährt sich ausschließlich von Skinken (Scincidae), Geckos (Gekkonidae) und von anderen beinlosen Echsen (Lacertilia) sowie von kleinen Schlangen (Serpentes). Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß erstickt sein Beute durch Greifen um den Brustkorb und hält die Beute so fest bis sie erstickt ist. Die Beute verschlingt der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß mit dem Kopf voran.

Fortpflanzung

Der Burtons Spitzkopf-Flossenfuß ist eine eierlegende (ovipar) Art. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei Eiern, jedoch kommt es vor, dass das Weibchen nur ein Ei oder auch drei Eier legt. Im Süden von Australien erfolgt die Paarungszeit im Frühling und im Sommer. Die Eier sind bei der Ablage relativ weichhäutig und mit einer klebrigen Substanz umgeben. Die Ablage kann im Grunde überall erfolgen. Dies können Felsspalten, Mauerritzen, lose Rinde, Blätter, Stängel oder auch Äste sein. An der Stelle, wo ein Weibchen ein Ei ablegt, bleibt es haften. Gelegentlich werden die Eier auch in die Bauten von Termiten (Isoptera) oder in Astlöcher und ähnliches gelegt. Bereits kurz nach der Eiablage beginnen die Eier auszuhärten. Die Eischale erscheint bei allen Arten ausgesprochen widerstandsfähig zu sein. Die Eier verbleiben bis kurz vor dem Schlupf der Jungtiere im Eileiter der Weibchen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Geckos (Gekkonidae)

Literatur und Quellen

  • [1] Die Knochen und Muskeln der Extremitäten bei den schlangenähnlichen Sauriern. Vergleichend-anatomische Abhandlung. Von Dr. Phil Max Fürbringer. Mit sieben Tafeln. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann. 1870.
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
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