Buschbock

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Buschbock
Männchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Kudus (Tragelaphus)
Art: Buschbock
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus scriptus
Pallas, 1766

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Buschbock (Tragelaphus scriptus) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Kudus (Tragelaphus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Buschbock erreicht eine Körperlänge von 110 bis 150 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 70 bis 100 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 30 bis 80 Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Markantes Merkmal der Männchen sind die leicht nach außen gedrehten, recht massigen Hörner. Sie zeigen ohne nennenswerte Krümmung nach hinten hin weg und erreichen eine Länge von 30 bis 50 Zentimeter. Das Fell ist überwiegend braun oder rotbraun bis rostbraun gefärbt. Weibchen weisen eine etwas hellere Grundfärbung auf. Die Flanken sind mit weißlichen Punkten gekennzeichnet. Stellenweise zeigen sich Querstreifen, die sich vom Rücken bis zu den Flanken erstrecken. Am Halsansatz ist deutlich eine breite weiße Binde zu sehen und trennt den Hals optisch vom Rumpf. Die Innenseite der Extremitäten sind meist dunkelbraun gefärbt. An den vorderen Extremitäten zeigen sich weiße Markierungen. Die Musterung auf dem Körper und den Extremitäten können sich regional deutlich voneinander unterscheiden. Der Nasenrücken ist durch einen dunkelbraunen Streifen gekennzeichnet, den beide Geschlechter aufweisen. Beim Männchen zeigen sich zudem auf dem Nasenrücken, unterhalb der Augen, zwei kleine weißliche Querstreifen. Die großen, trichterartigen Ohren sitzen seitlich, weit hinten am Kopf. Beim Männchen befinden sie sich hinter den Hörnern.

Verhalten

Buschböcke leben hauptsächlich einzelgängerisch. Nur selten sind sie paarweise oder in Kleinstgruppen anzutreffen. Männchen leben grundsätzlich einzelgängerisch. Weibchen leben gelegentlich in kleinen Gruppen, die meist aus zwei bis drei Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Einzelgängerisch lebende Buschböcke sind aber keineswegs territorial. Sie durchstreifen ein loses Streifrevier und dulden durchaus Artgenossen in ihrem Streifrevier. Sie gehen sich aber aus dem Weg. Die Streifreviere der Männchen sind deutlich größer als die der Weibchen. Buschböcke sind hauptsächlich in der Dunkelheit aktiv. Am Tage ruhen sie in der Regel an geschützter Stelle. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu Gefechten, aus denen der Sieger mit dem Paarungsrecht hervor geht. Buschböcke sind gute und schnelle Läufer, die auch über längere Strecken hohe Geschwindigkeiten beibehalten können. Sprünge bis zu zwei Meter Höhe sind ebenfalls keine Seltenheit. Buschböcke gelten als ausgezeichnete Schwimmer.

Unterarten

Weibchen
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Weibchen

Verbreitung

Der Buschbock ist in weiten Teilen Afrikas, südlich der Sahara verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von West- über Zentral- bis nach Ostafrika. Im Süden reicht es bis ins südliche Südafrika. Buschböcke leben hauptsächlich in lichten Wäldern oder Buschsavannen mit reichlich Deckung. Auch Waldränder und Flusstäler werden gerne besiedelt. In der Nacht zieht es die Buschböcke auch in offene Bereiche, in denen sie grasen. Am Tage werden offene Landschaften strikt gemieden. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, um Fressfeinden aus dem Weg zu gehen.

Gefährdung, Schutz

Fressfeind: Leopard (Panthera pardus)
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Fressfeind: Leopard (Panthera pardus)

Buschböcke gelten als noch nicht gefährdet. Von daher werden sie in der Roten Liste der IUCN auch nicht als solches geführt. Auch im Washingtoner Artenschutzabkommen sind Buschböcke nicht verzeichnet. Dennoch sind die Bestände seit Jahren aufgrund der weitflächigen Lebensraumzerstörung rückläufig. Zu den natürlichen Fressfeinden zählt insbesondere der Leopard (Panthera pardus).

Ernährung

Der Buschbock ernährt sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern sowie von Laub und jungen Trieben. Gelegentlich werden auch Waldfrüchte gefressen. Er ist dabei ausgesprochen wählerisch und frisst bei weitem nicht alles was er findet. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere nur während der Nacht.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Buschböcke erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Männchen folgen kurze Zeit später, kommen aber meist erst im Alter von zwei bis drei Jahren zu ihrer ersten Paarung. Die Paarungszeit erstreck sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. In trockenen Regionen fallen die meisten Geburten jedoch in die Regenzeit. Nach einer Tragezeit von 180 bis 185 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle ein Jungtier zur Welt. Sie leckt ihr Junges unverzüglich ab, um den verräterischen Geruch zu tilgen. Das Jungtier bleibt bis zu einer Woche alleine im hohen Gras verborgen und weist ein Geburtsgewicht von 3.500 bis 4.00 Gramm auf. Die Mutter kommt mehrmals am Tag vorbei, um es zu säugen. Ab der zweiten Lebenswoche folgt das Jungtier seiner Mutter. Sie Säugezeit erstreckt sich für gewöhnlich über fünf bis sechs Monate. Ab dem vierten Lebensmonat nehmen die Jungen aber schon zusätzlich feste Nahrung zu sich. Mit etwa einem Jahr erfolgt die Trennung und die Jungtiere gehen getrennte Wege. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei zehn bis zwölf Jahren. In Gefangenschaft ist durchaus ein höheres Alter möglich.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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