Buschhase

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Buschhase
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Buschhase
Wissenschaftlicher Name
Lepus saxatilis
Cuvier, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Buschhase (Lepus saxatilis) zählt innerhalb der Familie der Familie Hasen (Leporidae) zur Gattung der Echten Hasen (Lepus). Im Englischen wird der Buschhase Scrub Hare oder Savannah Hare genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Buschhase erreicht je nach Geschlecht und Vorkommen eine Körperlänge von 45 bis 65 cm und ein Gewicht von 1.500 bis 4.500 g. Weibchen sind etwas größer und schwerer als Männchen. Das Fell ist dorsal gräulich gefärbt und weist schwärzliche Punkte auf. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Schwanz ist dorsal schwarz und ventral weißlich gefärbt. Seitlich des Gesichtes, um die Augen und im Stirnbereich sind hellere Flecken erkennbar. Hinter den Ohren sind leicht rötlich-braune Flecken zu sehen. Die Ohren sind lang, die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine. Die Füße sind stark behaart (Novak, 1999).

Lebensweise

Buschhasen leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und sind nachtaktiv. Die Nahrungssuche beginnt erst nach Sonnenuntergang. Nur selten sind die Tiere auch in den frühen Morgenstunden aktiv. Tagsüber ruhen die Tiere an geschützter Stell in Bodenvertiefungen, den sogenannten Sassen, und nehmen hierbei eine geduckte Haltung an. Die langen Ohren bleiben am Körper angelegt. Diese Haltung in Verbindung mit der Fellfärbung schützt zudem vor natürlichen Feinden. Die Größe der Reviere einzelner Individuen ist nicht bekannt (Novak, 1999).

Verbreitung

Die Vorkommen erstrecken sich im südlichen Afrika über Lesotho, Namibia, Südafrika, Swaziland und Zimbabwe. Die nördliche Ausdehnung der Vorkommen sind weitestgehend unklar. Die Namibwüste wird nicht besiedelt. Die Art besiedelt Lebensräume in Höhen von 1.220 bis 1.830 m über NN. Graslandschaften, Wälder, Wüsten, Steppen und landwirtschaftliche Flächen zählen zu den bevorzugten Lebensräumen (IUCN, 2012).

Biozönose

Zu den natürlichen Hauptfeinden zählt insbesondere der Streifenschakal (Canis adustus). Zum Schutz vor Feinden verbergen sich Buschhasen tagsüber in selbst gebauten Erdhöhlen oder an ähnlich geschützter Stelle. Zur Feindvermeidung sorgt darüber hinaus auch die kryptische Färbung und die Reglosigkeit. Buschhasen ergreifen erst im allerletzten Augenblick die Flucht. Auf der Flucht ist das für Hasen typische Zickzack-Muster beim Laufen erkennbar. Nachgewiesen ist ein häufiger Befall mit Flöhen und Läusen. Abwehrmechanismen gegen diese Schädlinge sind bei den Buschhasen nicht bekannt (Novak, 1999).

Ernährung

Buschhasen ernähren sich im Wesentlichen von Gräsern, Blättern und Stängeln, selten auch Rinde. In der Regenzeit stehen überwiegend Gräser auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen meist in der Nacht, seltener auch in den frühen Morgen- und Abendstunden oder am Vormittag (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Buschhasen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von gut einem Jahr. Die Paarungszeit ist nicht saisonal und erstreckt sich somit über das ganze Jahr. In einem Jahr kann es demnach zu mehreren Würfen kommen. Zu den meisten Geburten kommt es zwischen September uns Februar. Während dieser Zeit ist das Klima wärmer und feuchter. Buschhasen leben polygam, die Geschlechter trennen sich nach der Kopulation wieder. Meist buhlen mehrere Männchen um ein brünstiges Weibchen. Nach einer Tragezeit von 35 bis 42 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 3 (1,5) Jungtiere zur Welt. Diese werden für einen Zeitraum von etwa 6 Wochen gesäugt. Die Jungtiere kommen mit Fell und offenen Augen zur Welt. Sie gelten als Nestflüchter, bleiben jedoch bei der Mutter. Das Geburtsgewicht liegt bei etwas über 100 g. Die leterliche Pflege der Mutter beschränkt sich im Wesentlichen auf das Säugen. Die maximale Lebenserwartung liegt vermutlich bei 6 bis 7 Jahren (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Kaphasen gehören trotz der vielen Gefahren noch nicht zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die Tiere bilden in ihrem Ökosystem ein wichtiges Bindeglied, da sie vor allem für zahlreiche kleinere Fleischfresser die Nahrungsgrundlage bilden. Der Mensch stellt den Tieren nur unwesentlich nach. Die Reproduktionsrate der Buschhasen ist groß genug, um Populationsverluste auszugleichen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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