Schakalbussard

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(Weitergeleitet von Buteo rufofuscus)
Schakalbussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Schakalbussard
Wissenschaftlicher Name
Buteo rufofuscus
(Forster, 1798)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schakalbussard (Buteo rufofuscus) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Bussarde (Buteo). Im Englischen wird der Schakalbussard jackal buzzard genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schakalbussard ist ein mittelgroßer Greifvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 55 bis 60 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 97 Gramm. Männchen bleiben wie bei allen Greifvögeln kleiner und leichter als Weibchen. In der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter jedoch kaum. Das Gefieder des erwachsenen Schakalbussard ist ziemlich auffallend. Das Obergefieder weist eine fast schwarze Tönung auf, während der Schwanz von einer kastanienbraunen Färbung ist. Die primären Schwungfedern sind schwarzbraun und die Sekundärfedern erscheinen cremefarben. Mit den Jahren nehmen diese eine schwarze Färbung an. Das Kinn und der Hals sind überwiegend weißlich getönt und die übrigen Bereiche der Unterseite sowie die Unterschwanzdecken und die Flügelunterseiten weisen eine rotbraune Färbung auf. Von unten erkennt man weiße Schwungfedern mit schwarzen Spitzen, die eine dunkle Hinterkante an den Flügeln bilden. An den Oberschenkeln zeigt sich eine dunkelbraune Befiederung mit weißen Querbändern. Die Extremitäten und die Zehen zeigen eine käftige gelbe Färbung und die Klauen sind schwarz gefärbt. Die Schnabelbasis, die auch Wachshaut genannt wird, weist eine gelbliche Tönung auf und die hakenförmige Schnabelspitze ist von einer grauen bis schwarzen Färbung.

Lebensweise

Schakalbussard
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Schakalbussard

Der Schakalbussard tritt im südlichen Afrika sowie im westlichen und im südlichen Namibia auf. Des Weiteren ist der Schakalbussard im Südwesten von Botswana zu finden. Im Allgemeinen hält sich der Schakalbussard in hügeligen und bergigen Gebieten mit Karoo (Halbwüstenlandschaften in den Hochebenen Südafrikas), Fynbos (Vegetationsformation im äußersten Südwesten Südafrikas), Grasland und mit offenen Wäldern. Der Schakalbussard bevorzugt Lebensräume mit kurzer Vegetation, so dass er häufig in Gebirgsregionen bis zu 3.000 Metern über dem Meeresspiegel zu finden ist. Damit ist der Schakalbussard einer der wenigen Greifvögel, die sich in solchen Höhen aufhalten. Gelegentlich unternimmt der Schakalbussard lokale Migrationen. Vor allem wenn Nahrungsknappheit herrscht, legt er manchmal lange Strecken zurück.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Schakalbussard in folgenden Gebieten vor: Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika und Swaziland. Als Durchzügler ist der Schakalbussard in Zimbabwe anzutreffen. Der Schakalbussard lebt in folgenden Habitaten: Subtropische und tropische Montanwälder, trockene Savannen, subtropisches und tropisches Buschland mit Trockenwald, subtropisches und tropisches Grünland in höher gelegenen Regionen, Bergregionen zum Beispiel inländische Klippen und Berggipfel sowie Plantagen.

Ernährung

Juveniler Schakalbussard
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Juveniler Schakalbussard

Zu seinem Nahrungsspektrum zählen vor allem Säugetiere, Vögel und Eidechsen, die dabei den größten Teil seiner Nahrung ausmachen. Der Schakalbussard jagt in der Regel von einer Ansitzwarte aus oder erspäht das Beutetier hoch oben in der Luft, das er mit einem Sturzflug vom Boden oder vom Baum ergreift. Gelegentlich werden auch Tierkadaver nicht verschmäht, vor allem im Winter, wenn Nahrungsknappheit herrscht. Folgende Beutetiere werden von dem Schakalbussard gejagt: Nagetiere (Rodentia) wie die Goldmulle (Chrysochloridae), die Kleine Rohrratte (Thryonomys gregorianus), die Klippschliefer (Procavia capensis) und die Hasen (Lepus), Fuchsmanguste (Cynictis penicillata), Kafferntrappe (Neotis denhami), Fasanenartige (Phasianidae), Tauben (Columbidae), Nestlinge der Kap-Ohreule (Asio capensis), des Gleitaar (Elanus caeruleus) und des Glattnackenrapp (Geronticus calvus), Eidechsen (Lacertidae), Chamäleons (Chamaeleonidae), Schlangen (Serpentes) wie die Puffotter (Bitis arietans). Des Weiteren stehen auf seiner Speisekarte Froschlurche (Anura), Fische (Pisces) sowie Insekten (Insecta) wie Termiten (Isoptera), Springschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Larven sowie Spinnentiere (Arachnida).

Fortpflanzung

Zwar gibt es Hinweise für eine Polyandrie (zwei Männchen und ein Weibchen) im Hochland von Lesotho und eine Polygynie (ein Männchen und zwei Weibchen), aber in der Regel führt der Schakalbussard eine lebenslange Einehe. In der Brutzeit ist der Schakalbussard ziemlich territorial und verteidigt vehement sein Revier gegenüber Eindringlingen. Während der Balz kommt es bis zu zehnminütigen und filigranen Balzflügen, die sich durch kreisende Rundflüge auszeichnen und an deren Ende die eigentliche Kopulation steht. Die eigentliche Kopulation dauert meist nur wenige Sekunden. Vor der Eiablage errichten beide Altvögel einen Horst, der eine Plattform bildet und mit dünnen Zweigen und Ästen zusammengehalten wird. Das Horstinnere bildet eine tassenförmige flache Mulde, die mit Gras, Blättern und Flechten ausgepolstert ist. Für den Horstbau vergehen insgesamt etwa drei Monate. Typischwerweise befindet sich der Horst auf einem Felsvorsprung oder auf halber Höhe einer Klippe, obwohl der Schakalbussard auch den Horst in einer großen Astgabel eines Baumes anlegt.

Dafür kommen entweder fremdländische Bäume in Frage wie zum Beispiel Kiefern (Pinus), Eukalypten (Eucalyptus), Pappeln (Populus), Weiden (Salix) oder einheimische Bäume wie zum Beispiel Sumachgewächse (Anacardiaceae) und Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Die Saison der Eiablage dauert etwa von Juni bis Februar und erreicht den Höhepunkt von Juli bis September. Das Weibchen legt 1 bis 3 weißlich colorierte Eier, aber meist sind es nur 2 Eier. Hauptsächlich bebrütet das Weibchen die Eier. Die Inkubation der Eier dauert etwa 39 bis 40 Tage. Während dieser Zeit schafft das Männchen für das Weibchen reichlich Nahrung herbei. Nach dem Schlupf werden die Küken in den ersten zwei Wochen von dem Weibchen gehudert und betreut, während das Männchen die Nahrung liefert. Nach zwei Wochen versorgen beide Elternteile die Jungvögel mit Nahrung. Gelegentlich drängen die älteren Küken das jüngste Küken aus dem Horst, das dann unweigerlich stirbt. Die übrigen Küken verlassen nach etwa 50 bis 53 Tagen den Horst und ein paar Wochen später sind sie völlig unabhängig.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Schakalbussard heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Schakalbussard selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Schakalbussard als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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