Camperdown-Wal

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Camperdown-Wal
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Familie: Schnabelwale (Ziphiidae)
Gattung: Zweizahnwale (Mesoplodon)
Art: Camperdown-Wal
Wissenschaftlicher Name
Mesoplodon grayi
Von Haast, 1876

IUCN-Status
Data Deficient (LC)

Der Camperdown-Wal (Mesoplodon grayi) gehört innerhalb der Familie der Schnabelwale (Ziphiidae) zur Gattung der Zweizahnwale (Mesoplodon). Im Englischen wird dieser Schnabelwal Gray's Beaked Whale oder Southern Beaked Whale genannt. Die Art ist auch unter dem deutschen Synonym Gray-Zweizahnwal bekannt.

Der Gattungsname Mesoplodon wird von den griechischen Wörtern mesos für "Mitte", hopla für "bewaffnet" und odon für "Zahn". Zusammengesetzt bedeutet der Name soviel wie Tier "mit einem Zahn in der Mitte bewaffnet".

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße Camperdown-Wal mit dem ausgeprägten Schnabel erreicht eine Länge von 550 bis 600 cm und ein Gewicht von bis zu 5 Tonnen. Weibchen bleiben etwas kleiner als Männchen. Der Kopf ist klein, der Schnabel ist eher schmal. Die Haut ist bei Erwachsenen dunkelgrau bis graubraun gefärbt. Ventral zeigt sich auf einer hellgrauen Grundfärbung eine blasse Fleckung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schnabelwalen fehlen die Zähne im Oberkiefer. Der Schnabel weist eine helle Fleckung auf, die bis in den Halsbereich hineinreicht. (Novak, 1999).

Lebensweise

Camperdown-Wale leben nach einhelliger Meinung in geselligen, größeren Gruppen. Dies ist für Schnabelwale ungewöhnlich. Sichtungen waren in der Vergangenheit eher selten. Die meisten Tiere wurden einzeln, paarweise und in kleinen Gruppen beobachtet. Eine gesichtete Strandung von mehreren Dutzend Tieren legt jedoch nahe, dass die Tiere auch in größeren Gruppen leben (Novak, 1999). Über das Paarungsverhalten der Camperdown-Wale ist nur wenig bekannt. Die Paarungszeit ist saisonal. Jungtiere weisen ein Geburtsgewicht von 210 bis 240 cm auf (Evans, 1987; Novak, 1999).

Verbreitung

Camperdown-Wale kommen in den kaltgemäßigten Gewässern der südlichen Hemisphäre vor und besiedeln den Indischen Ozean, den Pazifischen Ozean und den Atlantik. Sichtungen liegen aus Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, von den Falklandinseln McDonald-Inseln, den Malediven, Neuseeland, Peru, Südafrika, Südgeorgien, den Südlichen Sandwichinseln und Uruguay vor. Die Tiere leben hauptsächlich im offenen Meer, an Küstenregionen sind sie selten zu sehen (IUCN, 2012; Taylor et al., 2008; Van Waerebeek et al., 2004).

Ernährung

Die Art ernährt sich hauptsächlich von Kopffüßern (Cephalopoda), insbesondere von Tintenfischen (Coleoidea). Zu den Beutetieren gehören Vertreter der Ommastrephidae, Octopoteuthidae, Enoploteuthiden und der Neoteuthidae (Evan, 1987 in Culik, 2010).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Bestand und auch der Gefährdungsgrad der Camperdown-Wale ist weitestgehend unbekannt. Dies liegt vor allem an der heimlichen Lebensweise auf hoher See. Direkt bejagt werden die Tiere heute nur in kleinen Mengen. Eine mögliche Gefahr geht vom Beifang aus. Gelegentlich verfangen sich Schnabelwale in Treib- oder Schleppnetze. Die Tiere sind wahrscheinlich wie alle Schnabelwale anfällig für anthropogene Geräusche, dass heißt Geräusche, die durch den Menschen verursacht werden. Die Wale werden in ihrer Orientierung gestört, was letztlich die zahlreichen Strandungen zur Folge hat. Eine mögliche Gefahr geht zudem von Kolissionen mit Schiffen aus (IUCN, 2012).

Synonyme

  • Mesoplodon australis, Flower, 1878
  • Mesoplodon haasti, Flower, 1878
  • Mesoplodon layardi, Lahille, 1905
  • Oulodon grayi, von Haast, 1877

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Mark Carwardine: Wale und Delfine in europäischen Gewässern. Delius Klasing Verlag, 2003 ISBN 3768814564
  • Karl Müller: Wale und Delfine. Karl Müller Verlag, Kön (2004) ISBN 3833601329
  • Mark Simmonds: Wale und Delfine der Welt. Delius Klasing Verlag, 2006 ISBN 3768817660

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