Borstenkaninchen

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Borstenkaninchen
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Caprolagus
Art: Borstenkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Caprolagus hispidus
(Pearson, 1839)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Das Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) zählt innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae) zur Gattung Caprolagus. Im Englischen wird die Art Hispid Hare oder Assam Rabbit genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Innerhalb der Gattung ist das Borstenkaninchen die einzige Art.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Borstenkaninchen erreichen eine Länge von 40 bis 53,5 cm und ein Gewicht von rund 2.500 g. Das Fell besteht aus 2 Schichten. Zum einen ist dies das oben liegende grobe und dunkelbraun gefärbte Deckhaar. Zum anderen besteht das Fell aus einer Unterschicht, die deutlich feiner und kürzer ist. Das Unterfell ist bräunlich bis weißlich. Die Ohren sind kurz und breit, die Augen sind klein. Die Füße enden in jeweils kräftige Krallen. Auffallend sind bei den Borstenkaninchen die ausgesprochen großen Zähne. Die Hinterbeine sind kurz und dick. Die Länge der Hinterbeine entspricht die der Vorderbeine (Novak, 1999).

Lebensweise

Informationen über die Lebensweise der Tiere stammen meist von Einheimischen. Borstenkaninchen leben meist einzelgängerisch oder paarweise und bewegen sich langsam durch ihren Lebensraum. Die Hauptaktivitäten entfalten Borstenkaninchen in der Nacht. Am Tage ruhen sie in der Regel an geschützter Stelle in Erdbauten. Über eine Territorialität ist nichts bekannt. Reviere erstrecken sich je nach Geschlecht über 2.500 bis 8.000 m². Die Reviere der Männchen sind deutlich größer. Eine taktile Kommunikation zeigt sich zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs. Ansonsten erfolgt die Kommunikation hauptsächlich über den Geruchssinn (Novak, 1999).

Verbreitung

Borstenkaninchen kommen in Asien in der südlichen Himalayaregion in Indien, Bangladesch, Nepal und vermutlich auch in Bhutan vor. In Indien werden die Bundesstaaten Assam, Bihar und Madhya Pradesh besiedelt. Das gesamte Verbreitungsgebiet wird auf maximal 500 km² geschätzt. Es werden niedrige Höhen von 100 bis 250 m über NN besiedelt. Hohe Wiesen an Flussläufen oder Sumpfgebiete bilden den natürlichen Lebensraum (IUCN, 2012).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählt man hauptsächlich verwilderte Haushunde. Ob auch andere Prädatoren eine Rolle spielen ist nicht bekannt (Novak, 1999).

Ernährung

Als Pflanzenfresser ernähren sich Borstenkaninchen hauptsächlich von jungen Trieben, Rinde, Wurzeln, aberr auch von Gräsern und anderen Pflanzenteilen. Der Lebensraum entspricht dabei dem Nahrungshabitat (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Borstenkaninchen ist nur wenig bekannt. Man geht davon aus, dass sich die Art 1 bis 2 mal im Jahr fortpflanzt. Die Paarungszeiten liegen im Frühjahr und im späten Winter, meist zwischen Januar und März. Nach einer unbekannten Tragezeit bringt ein Weibchen 2 bis 5 Junge zur Welt. Um die Aufzucht kümmert sich familientypisch ausschließlich das Weibchen (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Art gilt heute als stark gefährdet. In der Roten Liste der IUCN wird das Borstenkaninchen in der Kategorie EN, Endangered geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet die Art in Anhang I des Abkommens. In Indien und Nepal steht das Borstenkaninchen unter strengem Artenschutz. Hauptproblem sind die wenigen stark fragmentierten Vorkommen. Daher stellt der Verlust von Lebensraum die größte Bedrohung für die Art dar. Lebensräume gehen hauptsächlich zugunsten der Landwirtschaft verloren (IUCN, 2012).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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