Carollia subrufa

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Carollia subrufa
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Kurzschwanzblattnasen (Carolliinae)
Gattung: Carollia
Art: Carollia subrufa
Wissenschaftlicher Name
Carollia subrufa
(Hahn, 1905)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Carollia subrufa zählt innerhalb der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae) zur Gattung der Carollia. Im Englischen wird die Art Gray Short-tailed Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Pine, 1972 in Ortega et al., 2008).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Carollia subrufa unterscheidet sich von der Seidigen Kurzschwanzblattnase (Carollia brevicauda) in der Fellfärbung und dem nicht vorhandenen zweifarbigen, breiten Band. Die Unterarme von Carollia brevicauda sind zudem leicht behaart. Carollia sowelli kann von Carollia subrufa durch das lange und dichte Fell unterschieden werden (Ortega et al., 2008).

Fossile Funde

Abgesehen von einigen Zahnfunden aus dem frühen Holozän liegen keine fossilen Funde von Carollia subrufa vor. Die Zähne wurden in Cebada Cave in Belize gefunden. Zudem ist unsicher, ob die Zähne von Carollia subrufa oder Carollia brevicauda stammen (Ortega et al., 2008).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Carollia subrufa ist eine kleine Fledermausart. Sie erreicht eine Gesamtlänge von 64,24 bis 72,82 (68,53) mm, eine Hinterfußlänge von 9,82 bis 12,86 (11,34) mm, eine Ohrlänge von 6,3 bis 9,14 (7,72) mm, eine Unterarmlänge von 40,3 bis 42,94 (41,62) mm, eine Schädellänge von 21,68 bis 23,22 (22,45) mm, eine Condylobasallänge (Abstand zwischen der Tangente und den hintersten Punkten der Hinterhauptshöcker) von 17,39 bis 18,93 (18,16) mm, eine Jochbeinbreite von 7,99 bis 9,15 (8,57) mm, eine Hirnschädelbreite von 8,37 bis 8,93 (8,65) mm sowie ein Gewicht von 11,53 bis 19,21 (15,37) g. Das kurze Fell weist dorsal eine gräuliche bis graubraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine ähnliche, jedoch blassere Färbung. Die Ohren sind mittelgroß und von dreieckiger Form. Das Nasenblatt ist gut entwickelt. Der Schwanz ist kurz und insgesamt kürzer als der Hinterfuß. Der Calcar (knorpeliger Sporn an den Hinterbeinen) ist ebenfalls kürzer als der Hinterfuß. Die Unterarme sind nur spärlich behaart. Die Flügel- und Schwanzmembranen sind in der Regel graubraun gefärbt. Der Schädel ist kurz und wirkt klein, der Hirnschädel ist stark abgerundet. Der Gaumen ist hinten breit und verengt sich nach vorne. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p2/2, 3/3. Die oberen inneren Schneidezähne sind ausgesprochen groß, die äußeren Schneidezähne wirken hingegen stark reduziert. Die unteren Schneidezähne sind insgesamt eher klein Ortega et al., 2008)

Lebensweise

Carollia subrufa ist wie die meisten Fledermäuse streng nachtaktiv. Am Tage ruhen die Tiere kopfüber hängend in Höhlen, Gebäuden oder an ähnlich geschützten Plätzen. Nicht selten bildet die Art vergesellschaftete Gruppen mit anderen Fledermausarten. Über die allgemeine Lebensweise ist nur wenig bekannt (Ortega et al., 2008)

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in Mittelamerika verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich von Jalisco, einem südwestlichen mexikanischen Bundesstaat, bis ins nordwestliche Nicaragua. Besiedelt werden auch sta Rica, El Salvador, Guatemala und Honduras. Carollia subrufa lebt im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 1.200 m über NN. Besiedelt werden trockene Laubwälder und Sekundärwälder. Als Quartiere dienen Höhlen, leere Brunnen, Durchlässe, hohle Baumstämme und Gebäude (IUCN, 2012; Ortega et al., 2008).

Biozönose

Über natürliche Feinde ist nichts bekannt. Es sind jedoch zahlreiche Ektoparasiten nachgewiesen. Hier sind insbesondere Milben (Acari, Acarida) wie Chirnyssoides carolliae, Laufmilben (Trombidiidae) der Arten Hooperella vesperuginis, Loomisia desmodus, Speleocola secunda sowie Speiseria ambigua, Strebla carolliae, Trichobius joblingi und Whartonia nudosetosa zu nennen (Ortega et al., 2008).

Ernährung

Carollia subrufa ernährt sich im Wesentlichen von Früchten, Nektar und kleinen Insekten (Insecta). An Früchten werden beispielsweise die Früchte und Nektar der Ameisenbäume (Cecropia), der Pfeffergewächse (Piperaceae), Maulbeergewächse (Moraceae), Feigen (Ficus) und Nachtschatten (Solanum) (Ortega et al., 2008) verzehrt.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Carollia subrufa pflanzt sich ganzjährig fort, eine Saisonalität ist daher nicht zu erkennen. Nach einer Tragezeit von etwa 120 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein Jungtier zur Welt (Ortega et al., 2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Carollia subrufa gehört heute noch nicht zu den stärker bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Über Ursachen einer Gefährdung im Verbreitungsgebiet der Art ist nichts bekannt (IUCN, 2012).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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