Carrhotus xanthogramma

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Carrhotus xanthogramma
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Carrhotus
Art: Carrhotus xanthogramma
Wissenschaftlicher Name
Carrhotus xanthogramma
(Latreille, 1819)

Diese Spinnenart Carrhotus xanthogramma, auch unter dem Synonym Carrhotus bicolor bekannt, zählt innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Carrhotus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Carrhotus xanthogramma erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 8 Millimeter. Beide Geschlechter sind so sehr verschieden gefärbt und gezeichnet, dass man sie normalerweise sicher nicht der gleichen Art zuordnen würde. Das Männchen ist recht zierlich gebaut. Sein Vorderkörper ist tiefschwarz gefärbt und trägt lediglich in seiner vorderen Hälfte zwei kleine, gelbe Haarflecke. Die Beine sind ebenso gefärbt und mit wenigen, gelben Haarflecken gezeichnet. Der Hinterkörper zeigt dagegen eine dichte, zimtbraune Behaarung, vorn an den Seiten jeweils einen gelben Haarfleck und dazwischen einen schwarz gefärbten Bereich. Das deutlich untersetzter gebaute Weibchen besitzt als einzige Gemeinsamkeit mit dem Männchen im vorderen Teil des Prosomarückens ebenfalls zwei kleine, gelbe Haarflecke in der schwarzen Grundfärbung. Ansonsten ist der Vorderkörper reich gelb behaart, unter anderem mit einem ringförmigen Streifen, der die gesamte, obere Fläche umrundet, und einem weiteren derartigen Streifen an den unteren Seitenrändern. Der Hinterkörper ist dicht gelb behaart und trägt oberseits einen schmalen, zimtbraunen Längsstreifen sowie eine Reihe sehr unterschiedlich großer, schwarzer Winkelflecke. Die schwarzen Beine sind ebenfalls stark mit gelben Haarflecken gezeichnet. Die reifen Tiere trifft man von April/Mai bis Juli. <2>

Lebensweise

Carrhotus xanthogramma - Weibchen
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Carrhotus xanthogramma - Weibchen

Die Art hält sich auf Zweigen und Blättern besonnter Bäume und Sträucher auf und ist dort nicht leicht zu entdecken. Man kann die Spinne an geeigneten Stellen am ehesten durch Streifzüge mit dem Kescher nachweisen.

Verbreitung

Carrhotus xanthogramma lebt auf besonntem Gebüsch und locker stehenden, niedrigen Laubbäumen in warmen Lagen, besonders in Steppenheidewäldern, in Niederwäldern und auf Streuobstwiesen. Die Spinne lebt vorwiegend in Wärmegebieten. Dazu zählen unter anderem: Afghanistan, Österreich, Aserbaidschan, China, Korsika, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Japan, Korea, Mazedonien, Oblast Magadan, Mongolei, Polen, Rumänien, Russland, Serbien und Montenegro, Slowenien, Spanien, Schweiz, Türkei, Bosnien sowie Herzegowina. Sie ist überall ziemlich selten anzutreffen. In Deutschland kommt die Spinnenart bevorzugt in Bayern vor. Nach der Roten Liste in Deutschland ist Carrhotus xanthogramma gefährdet. <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Gelegentlich tragen die Männchen untereinander auffallende Scheinkämpfe aus. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei dem Weibchen. Sobald sich das Weibchen gehäutet hat, paart sich das Männchen mit dem Weibchen. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Balztänzen umworben. Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch und winkt mit dem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es stillstehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen stellt unter Steinen in einem Gespinstsack ihren Eikokon her und bewacht ihn, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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