Waffenkiebitz

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Waffenkiebitz

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
Unterfamilie: Kiebitze (Vanellinae)
Gattung: Kiebitze (Vanellus)
Art: Waffenkiebitz
Wissenschaftlicher Name
Vanellus armatus
(Burchell, 1822)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Waffenkiebitz (Vanellus armatus), auch bekannt als Cayennekiebitz oder Schmiedekiebitz, zählt innerhalb der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae) zur Gattung der Kiebitze (Vanellus). Im Englischen wird der Waffenkiebitz Blacksmith Lapwing oder Blacksmith Plover genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Waffenkiebitz ist ein mittelgroßer Vogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 31 Zentimeter. Das Gefieder ist schwarz-grau-weiß gemustert. Möglicherweise sind es Warnfarben, die die natürlichen Feinde abschrecken sollen. Es gibt fünf Kiebitz-Arten (zwei afrikanische Kiebitze, ein asiatischer Kiebitz und zwei neotropikale Kiebitze). Diese fünf Arten weisen Merkmale eines Dorns im Bereich des Handwurzelknochens (Flügel) auf. Ferner sind die Augen des Waffenkiebitz rötlich gefärbt. Das Weibchen ist im Gegensatz zum Männchen durchschnittlich größer und schwerer, jedoch ähneln sich die Geschlechter in der Gefiederfärbung. Die juvenilen Vögel weisen ein braunes Gefieder auf. Droht Gefahr dann hört man schon von weitem einen unverwechselbaren charakteristischen lauten Alarmruf des Waffenkiebitz.

Lebensweise

Der Zeitplan der Paarungs- und Brutzeit schwankt je nach Verbreitungsgebiet. Der Waffenkiebitz nistet in losen Kolonien, jedoch innerhalb der Kolonie paarweise. Außerhalb der Brutzeit können Gruppen von bis zu 15, gelegentlich auch bis zu 100 Individuen, auftreten. Die Habitate dieser Art können sehr unterschiedlich sein. So kann sich der Waffenkiebitz auf trockenen Böden in der Nähe von Süßwasser- oder Salzseen aufhalten. Des Weiteren lebt er in der Nähe von Flüssen, Lagunen und Sümpfen. Gelegentlich trifft man ihn auch auf brandgerodetes Grasland, auf kultivierten, überfluteten oder bewässerten Feldern, zum Beispiel Reisfelder, oder an Stränden, Küstenstreifen sowie in den Dünen an.

Verbreitung

Waffenkiebitz
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Waffenkiebitz

Zu den Verbreitungsgebieten des Waffenkiebitz zählen unter anderem Afrika, Kontinental-Afrika. Westafrika: Kinshasa, Upemba National Park, Angola. Ostafrika: Äthiopien und Eritrea, Äthiopien, Kenia,Burundi [selten/gelegentlich], Tansania, Sambia, Mosambik, Malawi. Südliches Afrika: Namibia, Botsuana, Simbabwe. Südafrika: Western Cape, Tankwa Karoo-Nationalpark, Table Mountain National Park, Karoo-Nationalpark, West Coast National Park, Eastern Cape, Addo Elephant National Park, Tsitsikamma National Park, Mountain Zebra National Park, Northern Cape, Augrabies Falls National Park, Richtersveld-Nationalpark, Namaqua Nationalpark, Kgalagadi Transfrontier Park, Kwazulu-Natal, Gauteng, Groenkloof National Park, Transvaal (ehemalige Provinz), Limpopo Provinz, Marakele National Park, Mapungubwe National Park und Umgebung, Kruger National Park, Nordwest-Provinz, Mpumalanga, Golden Gate Highlands National Park, Lesotho, Swasiland. Afrikanische Inseln: St. Helena [selten/gelegentlich], Antarktis-Inseln [selten/gelegentlich], Französische Gebiete im südlichen Indischen Ozean [selten/gelegentlich], Crozet [selten/gelegentlich].

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Waffenkiebitz in gemäßigtem Grasland, in subtropischem und tropischem regenarmen Grasland, in subtropischem und tropischem saisonal überschwemmten Grasland. Des Weiteren hält sich der Waffenkiebitz in Feuchtgebieten (Inland) auf, wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen, Süßwasserseen über 8 Hektar, saisonal periodisch auftretende sumpfige Süßwasserlachen unter 8 Hektar, Salinen, Brackwasser oder alkalische Seen, Wattflächen, Salztonebenen und Süßwasserseen im Küstenschutzgebiet. Auch ist der Kiebitz im Bereich von Ackerland und Weiden sowie an Teichen unter 8 Hektar, im Bereich von Tränken, Abwasser und Wasseraufbereitungsanlagen über 8 Hektar zu finden.

Ernährung

Die Ernährung des Waffenkiebitz besteht überwiegend aus Insekten (Insecta) und deren Larven wie Käfer (Coleoptera), Heuschrecken (Orthoptera), Zweiflügler (Diptera), Mücken (Nematocera), Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera). Des Weiteren verspeist der Waffenkiebitz Spinnentiere (Arachnida), Hundertfüßer (Chilopoda), Tausendfüßer (Myriapoda) und gelegentlich auch Krebstiere (Crustacea), Weichtiere (Mollusca), kleine Eidechsen (Lacertidae), Frösche (Ranidae) und deren Kaulquappen, sowie kleine Fische (Pisces). Auch Samen verschmäht der Waffenkiebitz nicht.

Fortpflanzung

Das Nest befindet sich in der Regel in einer flachen natürlichen Vertiefung auf steinigem oder trockenem nacktem Boden oder in kurzem Gras, immer in der Nähe eines Gewässers. Das Weibchen legt durchschnittlich drei bis vier Eier in die flache Bodenmulde, die von kleinen Steinen umgeben ist. Beide Partner bebrüten abwechselnd die Eier über einen Zeitraum von 24 bis 28 Tagen. Die Brutdauer hängt vom Verbreitungsgebiet und der Witterung ab. Bereits kurz nach dem Schlupf verlassen die Jungvögel ihr Nest und folgen ihren Eltern. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungvögel mit gut vier Wochen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei sechs bis zehn Jahren.

Gefährdung und Schutz

Diese Art hat eine große Verbreitung, mit einem geschätzten weltweiten Umfang von etwa 5.700.000 Quadratkilometer und verfügt über eine große, globale Population, geschätzt werden etwa 100.000 bis 1.000.000 Individuen (Wetlands International 2002). Der globale Trend der Population ist bisher noch nicht quantifiziert worden, aber die Art ist bis jetzt noch nicht gefährdet und wird deshalb in der Roten Liste der IUCN als least concern geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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