Celebeswespenbussard

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Celebeswespenbussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Wespenbussarde (Perninae)
Gattung: Wespenbussarde (Pernis)
Art: Celebeswespenbussard
Wissenschaftlicher Name
Pernis celebensis
Wallace, 1868

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Celebeswespenbussard (Pernis celebensis) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Wespenbussarde. Im Englischen wird der Celebeswespenbussard barred honey-buzzard oder barred honey buzzard genannt. Dieser Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Pernis celebensis und Pernis steerei. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Die Gattung Wespenbussarde (Pernis) zählt innerhalb der Familie zu den Habichtartigen (Accipitridae) ohne enge Beziehung zu den Bussarden (Buteo) (Seibold und Helbig 1995). Basierend auf molekularer Sequenzen des Cytochrom b-Gen stellten Gamauf und Haring (2004) fest, dass die Schopfbussarde (Aviceda) eine Schwestergruppe zu den Wespenbussarden (Pernis) bilden, aber ihre Analyse ergab, dass die Honigbussarde (Henicopernis) und die Altweltgeier (Aegypiinae), die Bartgeier (Gypaetus) und die Schmutzgeier (Neophron) nur entfernt mit den Wespenbussarden (Pernis) verwandt sind. Diese Autoren empfahlen, Pernis celebensis als eine eigene Art zu führen. Ihre molekularen Befunde stellten zwischen den Populationen auf den Philippinen und den Populationen auf Sulawesi offensichtlich morphologische Unterschiede fest. Peters (1931) erkannte nur eine einzige Art aus der Gattung der Wespenbussarde (Pernis), und zwar den Wespenbussard (Pernis apivorus) mit seinen fünf Unterarten. Er stellte die Gattung Wespenbussarde (Pernis) zusammen mit den Gattungen Schopfbussarde (Aviceda), Honigbussarde (Henicopernis), Leptodon, Langschnabelweihe (Chondrohierax) und Schwalbenweihe (Elanoides) in eine neue Unterfamilie der Wespenbussarde (Perninae).

Basierend auf der Entwicklung des Gefieders, der morphologischen und osteologischen Zeichen (Jollie 1977) des Skeletts und der charakteristischen Federlinge (Holdoway 1984), sahen sie die Wespenbussarde (Pernis) als basale Linie der Habichtartigen (Accipitridae) mit den Altweltgeiern (Aegypiinae), Bartgeier (Gypaetus) und Schmutzgeier (Neophron) an. Aufgrund der karyologicalen Analysen stellten De Boer und Sinoo (1984) eine Beziehung zwischen Wespenbussarde (Pernis) und Bartgeier (Gypaetus) fest. Schließlich bestätigten Wink (1995) und Wink und Sauer-Gürth (2000) diese Beziehung mit Hilfe molekularer Sequenzen des mitochondrialen Cytochrom b-Gens.
Coron Island, Palawan, Philippines
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Coron Island, Palawan, Philippines
Im Gegensatz dazu auf molekularer Sequenzen des Cytochrom b-Gens beruhend, fanden Gamauf und Haring (2004), dass die Schopfbussarde (Aviceda) eine Schwestergruppe zu den Wespenbussarden (Pernis) bilden, aber ihre Analyse ergab, dass die Honigbussarde (Henicopernis) und die Altweltgeier (Aegypiinae), die Bartgeier (Gypaetus) und die Schmutzgeier (Neophron) nur entfernt mit den Wespenbussarden (Pernis) verwandt erscheinen. So dass ihrer Ansicht nach, die Unterfamilie der Wespenbussarde (Perninae), wie von früheren Autoren schon gesehen, keine monophyletische Gruppe darstellt.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Celebeswespenbussard ist ein mittelgroßer Greifvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 50,0 bis 58,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 110,0 bis 125,0 Zentimeter. Die Schwanzlänge beträgt etwa 25,0 bis 28,0 Zentimeter. Beide Geschlechter ähneln sich in der Gefiederfärbung, wobei aber das Weibchen größer und schwerer ist als das Männchen. Im Allgemeinen weist der Celebeswespenbussard kurze Handschwingen und einen kurzen Kamm auf. Das adulte Männchen besitzt einen kurzen Kamm und eine schwarze Krone. Der Kopf ist insgesamt hellbeige gefärbt und im Gesicht zeigen sich schwärzliche Zügel. Der kleine Schnabel sowie die Iris sind von einer schwarzen Färbung. Das Obergefieder des Männchen weist eine braune Färbung auf. Der Schwanz wirkt etwas heller und hat breite schwärzliche Binden. Des Weiteren zeigen sich basal zwei bis drei dünne Binden. Die Kehle ist weiß gefärbt. Die Brust weist eine rotbraune bis gelbbraune Färbung auf und ist mit schwärzlichen Streifen versehen. Der Bauch ist ebenfalls gestreift. Die Schwungfedern weisen eine graue Färbung auf und die Handschwingen sind vorwiegend mit Streifen besetzt. Ferner sind die abgerundeten Federspitzen der Handschingen und der Armschwingen mit einem weißen Saum besetzt. Das Obergefieder der Jugendlichen erscheint gegenüber den Erwachsenen viel blasser. Sie sind weniger deutlich gestreift, jedoch zeigen sich auf dem Schwanz fünf dunkle Binden.

Lebensweise

Der Celebeswespenbussard ist ein nicht wandernder Greifvogel, nur die Jugendlichen verlassen mit Erreichen ihrer Selbständigkeit das Brutgebiet. Die Art bewohnt die Waldränder, teils auch gerodete Gebiete. Regelmäßig fliegt er über Wälder und teilweise besucht er auch gerodete Bergrücken und Täler zur Mittagszeit, aber ansonsten lebt der Celebeswespenbussard ziemlich unauffällig und ist aufgrund dessen leicht zu übersehen. Häufig verweilt die Art auf exponierten Aussichtspunkten an Waldrändern oder unter dichtem Laub in einem hohen Baum. In der Regel lebt der Celebeswespenbussard einzeln oder zu zweit. Gelegentlich ist er auch in kleinen Trupps zu sehen.

Verbreitung

Süd-Sulawesi - Manado & Makassar
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Süd-Sulawesi - Manado & Makassar

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Celebeswespenbussard in Indonesien und auf den Philippinen vor. Er lebt subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwäldern sowie in subtropischen und tropischen feuchten Montanwäldern. Diese Art ist auf Sulawesi, Muna, Butung sowie auf Banggai Island verbreitet und kommt auch in Höhen bis auf 2.000 Meter vor.

Ernährung

Das Nahrungsspektrum des Celebeswespenbussard umfasst insbesondere Bienen (Apoidea), sowie Wespen (Vespinae), deren Larven und Waben. Gelegentlich werden auch Vögel (Aves) erbeutet. Die Nahrung sucht der Celebeswespenbussard am Boden, indem er mit seinen Krallen Wespen- oder Bienennester aufscharrt. Er frisst aber auch andere Insekten (Insecta) wie zum Beispiel Heuschrecken und deren Larven, Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Des Weiteren stehen auch auf seiner Speisekarte Froschlurche (Anura) und kleine Säugetiere (Mammalia).

Fortpflanzung

Die Brut findet im Februar statt. Der Horst ist eine sperrige Plattform, bestehend aus Ästen und Zweigen. Das Innere des Horstes wird mit Blättern und Reisig ausgepolstert. In der Regel wird der Horst auf einem hohen Baum platziert; meist erfolgt der Bau in geschlossenen Waldgebieten. Pro Jahr kommt es lediglich zu einer Brut. Das Weibchen legt ein bis zwei Eier, die über einen Zeitraum von 32 bis 35 Tagen ausgebrütet werden. In den ersten beiden Lebenswochen schafft nur das Männchen Nahrung herbei, da die Jungvögel von der Mutter gehudert werden. Ab der dritten Woche kümmern sich beide Elternteile um die Nahrungsbeschaffung. Ihre Nahrung erjagen sie in einem Umkreis von einigen Kilometern rund um den Horst. Nach etwa 40 bis 45 Tagen sind die Jungvögel flügge. Pro Gelege überlebt meist nur ein Jungvogel, selten beide Jungvögel.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Celebeswespenbussard heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. In Äthiopien findet die Brutsaison in den Monaten von Januar bis Mai statt und in Somalia erfolgen die Paarungs- und Brutzeit fast das ganze Jahr über von Februar bis Mai und im Norden im Oktober und im Süden von März bis November. Nur in wenigen Regionen kommt der Celebeswespenbussard selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Celebeswespenbussard als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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