Cercopithecus lomamiensis

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Cercopithecus lomamiensis

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Cercopithecini
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Cercopithecus lomamiensis
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus lomamiensis
(Hart et al., 2012)

Cercopithecus lomamiensis zählt innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus). Im Englischen wird die Art Lesula genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Cercopithecus lomamiensis wurde erst im Jahre 2012 von einem Forscherteam um John A. Hart entdeckt und beschrieben. Der wissenschaftliche Artname beruht auf den Fundort der entdeckten Art, dem Lomami River in der Demokratischen Republik Kongo (Hart et al., 2012).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Cercopithecus lomamiensis ist eine schlanke, mittelgroße, langbeinige Primatenart. Sie erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Es liegt demnach ein Geschlechtsdimorphismus vor. Männchen erreichen eine Körperlänge von 47 bis 65 cm, eine Schwanzlänge von 65 bis 78 cm, eine Hinterfußlänge von 10,2 bis 16,5 cm, eine Ohrlänge von 3,4 bis 4,0 cm und ein Gewicht von 4.000 bis 7.100 g. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 40 bis 42 cm, eine Schwanzlänge von 47 bis 62,5 cm, eine Hinterfußlänge von 13,4 bis 13,5 cm, eine Ohrlänge von 2,8 bis 4,2 cm und ein Gewicht von 3.500 bis 4.000 g. Das Gesicht ist nackt, die Lider und Ohrmuscheln variieren von blass rosa über gräulich bis hin zu bräunlich. Die Stirn und Krone sind hellbraun, der Nasenrücken ist cremefarben. Der Hals und der obere Brustbereich sind hellbraun bis gelblich. Der untere ventrale Bereich ist schwärzlich gefärbt. Die Haut, Das Fell im Schulterbereich sowie die Vorderbeine sind schwarz. Dorsal zeigt sich eine überwiegend hellbraune bis gelbliche Färbung, die mit einer schwärzlichen Bänderung versehen ist. Der vordere Teil des Rückens sowie der Kopf und die Mähne sind meist hellbraun gefärbt. Das proximale Ende des Schwanzes ist bernsteinfarben und weist distal eine Verdunkelung auf. Die Schwanzspitze ist schwärzlich. Das Fell juveniler Tiere ist insgesamt heller gefärbt. Die adulte Fellfärbung stellt sich spätestens im Alter von gut 15 Monaten ein (Hart et al., 2012).

Ähnlichkeiten und Unterschiede zu C. hamlyni

Cercopithecus lomamiensis ist nah mit der Eulenkopfmeerkatze (Cercopithecus hamlyni) vewrwandt. Ähnlichkeiten bestehen insbesondere in der kranialen Morphologie sowie bei der Haut und dem Fell. Vor allem beim Großen Hinterhauptloch (Foramen magnum) ähneln sich beide Arten. Gleiches gilt für das markante Nasenprofil, die vertikale cremefarbene bzw. weißliche Nasenleiste der Männchen beider Arten. Die Haare des Fells sind an der Basis gräulich und distal dunkel gebändert. Die Gliedmaßen der beiden Arten, einschließlich der Rückseite der Oberschenkel, gräulich-schwarz gefärbt. Auch die markante Gesichtsmähne mit den verlängerten Haaren im Bereich der Krone und den Wangen zeigt sich bei den Meerkatzen nur bei diesen beiden Arten. Insgesamt ist das Fell und die Haut der Eulenkopfmeerkatze etwas dunkler gefärbt. Der Nasenstreifen ist bei Cercopithecus lomamiensis weniger stark ausgeprägt. Der Schwanz des C. lomamiensis an seiner Basis gelb, bei C. hamlyni eher gräulich (Hart et al., 2012).

Lebensweise

Cercopithecus lomamiensis ist tagaktiv und gilt als vorsichtigeund schüchterne Primatenart. Die Aktivitäten beginnen im Morgengrauen und enden gegen Abend. Die Tiere leben sowohl am Boden als auch in Bäumen. Gleiches gilt auch für die Nahrungssuche. Cercopithecus lomamiensis lebt zumeist in kleinen gemischten Gruppen von wenigen Individuen. Über die weitere Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt (Hart et al., 2012).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in einer Region mit etwa 17.000 km² Größe in der Demokratischen Republik Kongo endemisch. Die Region liegt im östlichen zentralen Becken. Im Osten werden die Vorkommen durch den Lomami River begrenzt, im Westen durch den Tshuapa River. Die Nord- und Südausrichtung der Vorkommen sind weitestgehend noch unerforscht und demnach unklar. Cercopithecus lomamiensis besiedelt ausschließlich tropische Regenwälder. Die Art kommt in Höhen von 400 bis 715 m über NN vor (Hart et al., 2012).

Biozönose

Kronenadler im Flug
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Kronenadler im Flug

Zu den natürlichen Feinden von Cercopithecus lomamiensis zählt insbesondere der Kronenadler (Stephanoaetus coronatus). Über andere Feinde liegen keine Informationen vor (Hart et al., 2012).

Ernährung

Cercopithecus lomamiensis ernährt sich von Blattstielen, Blütenknospen sowie reifen und unreifen Fruchtteilen. Auf der Speisekarte stehen beispielsweise Pfeilwurzgewächse (Marantaceae). Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen sowohl auf dem Waldboden als auch im Geäst der Bäume bis hoch oben in die Baumkronen. Als tagaktive Art geht Cercopithecus lomamiensis ausschließlich am Tage auf Nahrungssuche (Hart et al., 2012).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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