Ceylon-Baumvogelspinne

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Ceylon-Baumvogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Art: Ceylon-Baumvogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria fasciata
(Latreille, 1804)

Verbreitungsgebiet
Sri Lanka (ehemals Ceylon)

Die Ceylon-Baumvogelspinne (Poecilotheria fasciata) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Poecilotheria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Ceylon-Baumvogelspinne erreicht eine Körperlänge von 60 bis 70 Millimeter. Die Beinspannweite kann zwischen 150 und 180 Millimeter liegen. Das Männchen ist wesentlich kleiner als das Weibchen und wirkt durch seine überlangen Beine dürr und staksig. Das Weibchen ist kräftig gebaut und sieht gegenüber dem Männchen verhältnismäßig riesig aus. Der Carapax und das Abdomen des Weibchens sind intensiv braun, cremefarben, grau und weiß gefärbt. Vom Augenhügel bis zu den Spinnwarzen läuft eine mehr oder weniger gezackte Linie, die im Innern hellweiß und meist schwarz umrandet ist. Auf der Unterseite weist das erste Beinpaar die typisch leuchtend gelbschwarz gestreifte Warnfarbe auf.

Die Warnfarbe zeigt die Ceylon-Baumvogelspinne nur, wenn sie sich bedroht fühlt, indem sie sich auf die Hinterbeine stellt und die Vorderbeine und Taster ausgestreckt nebeneinander gelegt nach oben aufrichtet. Dabei zeigt sie auch ihre Giftklauen eindrucksvoll. Hilft das nicht, schlägt sie mit den Vorderbeinen blitzschnell auf den Gegner ein und verharrt danach wieder in der Drohstellung. Wenn der Gegner die Drohgebärden der Ceylon-Baumvogelspinne immer noch ignoriert, beißt sie blitzschnell zu. Dies kann sehr schmerzhaft sein und es wird von vierzehntägigen grippeartigen Beschwerden berichtet.

Die Unterseite des Abdomens ist gleichmäßig dunkel gefärbt und mit einem ausgedehnten zentralen Band versehen. Dieses Band ist schwarz umrandet und mit fünf unregelmäßigen Markierungen gekennzeichnet. Das zentrale Band befindet sich direkt vom Ansatz des Hinterleibes bis über die Geschlechtsöffnung und die ersten zwei Buchlungen. Das Männchen weist die gleiche Musterung auf dem Rücken auf wie das Weibchen. Das Männchen ist aber einfarbig braun oder grau gefärbt. Die Musterung beim Männchen ist nur schemenhaft zu erkennen. Das ausgedehnte zentrale Band auf der Bauchseite beim Männchen ist ebenfalls vorhanden, aber nicht so eindeutig wie beim Weibchen. Auffällig ist, dass dem Männchen die Tibiaapophysen (Schienbeinhaken) am einen Gelenk des ersten Beinpaares, die zum Hochstämmen und Abstandhalten des Weibchens bei der Paarung genutzt werden, fehlen. Sie sind zu einer Beule zurückgebildet.

Die Ceylon-Baumvogelspinne ist eine sehr schnelle nachtaktive Spinne. Sie ist eine Kulturfolgerin, die sie sich auch in Häusern oder Palmplantagen aufhält.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Ceylon-Baumvogelspinne befindet sich in Sri Lanka (ehemals Ceylon) in der Nähe der Stadt Kandy. Kandy liegt in einer Höhe von knapp 500 Metern, umgeben von Hügeln im Kandy-Tal beim Mahaweli-Fluss. Das Klima dort ist mit durchschnittlich 24 Grad Celsius kühler als im Flachland. Im Gebirge ist die Baumvogelspinne sehr starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Des weiteren herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent. Das Habitat ist für diese Art sehr ungewöhnlich und läßt daraus schliessen, dass die Ceylon-Baumvogelspinne äußerst anpassungsfähig ist. Dicht bewaldete Regionen werden von ihr gerne aufgesucht. Juvenile Ceylon-Baumvogelspinnen halten sich mehr auf dem Boden auf und nicht selten kommt es vor, dass sie Erdhöhlen graben. Dagegen leben adulte Ceylon-Baumvogelspinnen überwiegend auf Bäumen und bevorzugen hohle Baumstämme, in denen sie röhrenförmige Netze spinnen.

Ernährung

Die Ceylon-Baumvogelspinne ernährt sich von allerlei Insekten. Sie nimmt aber auch kleine Reptilien wie Geckos, die im selben Baum leben oder auch Jungvögel zu sich.

Fortpflanzung

Körperbau einer Spinne
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Körperbau einer Spinne

Nachdem das Männchen seine Reifehäutung vollzogen hat, wird es ein Netz bauen, das einer Hängematte gleicht. In dieses Spermanetz klebt es nun einen Spermatropfen, den es mit den Bulben aufnimmt. Danach geht das Männchen auf Partnersuche. Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens, findet das Männchen zu seiner potentiellen Partnerin. Dort eingetroffen, trommelt das Männchen mit den Vorderbeinen und den Tastern auf den Baumstamm. Dieses Trommeln ist sehr weit hörbar. Ein paarungsbereites Weibchen antwortet dem Männchen ebenfalls mit Trommeln.

Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens, soweit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Abdomens kommt und einen Embolus in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen den Samen und trennt sich wieder vom Weibchen. Nach etwa sechs bis acht Wochen baut das Weibchen ein Kokon der 70 bis 150 Eier enthält. Nach weiteren acht Wochen schlüpfen etwa ein Zentimeter große Nymphen, die sich noch einige Tage in dem Kokon aufhalten bis das Weibchen diesen öffnet und die Nymphen herauskrabbeln können. Sie werden noch einige Zeit als Kolonie zusammenleben bis sie sich auf die umliegenden Bäume verteilen.
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