Chaco-Pfeiffrosch

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Chaco-Pfeiffrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Südfrösche (Leptodactylidae)
Unterfamilie: Leptodactylinae
Gattung: Echte Pfeiffrösche (Leptodactylus)
Art: Chaco-Pfeiffrosch
Wissenschaftlicher Name
Leptodactylus chaquensis
Cei, 1950

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Chaco-Pfeiffrosch (Leptodactylus chaquensis) zählt innerhalb der Familie der Südfrösche (Leptodactylidae) zur Gattung der Echten Pfeiffrösche (Leptodactylus). Im Englischen wird der Chaco-Pfeiffrosch cei's white-lipped frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge bis zu 85,0 Millimeter, während das Männchen etwas kleiner ist und eine Körperlänge von etwa 60,0 bis 65,0 Millimeter erreicht. Der Kopf ist breit, groß und abgerundet. Die Schnauze ist stumpf und im seitlichen Profil wirkt sie mehr abgeflacht. Der Oberkiefer ist mäßig überragend niedriger. Die Nasenlöcher sind superolateral und ihr Abstand ist größer als ihr Abstand zur Schnauzenspitze und zu den Augen und schmäler als das obere Augenlid. Die Schnauzenkante (Canthus rostralis) wirkt eher abgerundet. Die Loreal-Region ist konkav. Die Augen sind prominent und befinden sich seitlich. Die Oberkieferzähne sind gut entwickelt. Die vomerine (Pflugscharbein) Bezahnung wirkt stumpf und erstreckt sich bis zur paarigen hinteren Öffnung der Nasenhöhle (Choane). Die Zunge (Tongue) ist subzirkular und leicht eingekerbt. Das Tympanum ist deutlich ausgeprägt. Des Weiteren zeigt sich eine stark gebogene supratympanische Falte, die bis zur Axilla reicht. An der Schnauze sind vergrößerte Drüsen vorhanden und größer als das Tympanon sind. Die Finger sind frei und unvollkommen umsäumt, an der Spitze sind die Finger abgerundet. Bewertung der Fingerlänge: II-IV-I-III. Die Mittelhandknochen-Tuberkel sind moderat. Die subartikulären Tuberkel wirken stumpf. Beim Männchen sind während des ausgeprägten jahreszeitlichen Zyklus zwei gepaarte schwärzliche Schallblasen sichtbar. Die Haut auf dem Rücken ist leicht mit Drüsen besetzt. Ferner sind fünf paar Längsfalten zu erkennen. Es sind keine femoralen Drüsen vorhanden. Ventral ist die Haut glatt und die Oberfläche der Oberschenkel wirkt etwas körnig. Discoidale Falten sind vorhanden. Dorsal zeigt sich eine dunkelgrüne oder bräunliche Färbung. Ferner sind acht longitudinale helle Streifen und abgerundete Flecken zu erkennen. Die hintere Fläche der Oberschenkel weist eine grünliche Färbung auf. Des Weiteren sind dreieckige interocualre Flecken sichtbar. Der Bauch ist weiß und unbefleckt.

Lebensweise

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Chaco-Pfeiffrosch

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Chaco-Pfeiffrosch auf dem Boden in der Nähe von Teichen und überfluteten Gebieten. Die Eier werden in große Schaumnester in Teichen, Seen, Wasserpfützen und in überschwemmten Gebieten mit dichter Vegetation oder ins Wasser, das weniger als 15 Zentimeter tief ist, abgelegt. Die Männchen rufen am Gewässerrand oder im Wasser. Der Chaco-Pfeiffrosch kann sich gut anthropogenen Störungen anpassen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Chaco-Pfeiffrosch im Tiefland von Nord-Uruguay (Artigas und Salto). Des Weiteren ist der Chaco-Pfeiffrosch in Nord-Argentinien (Córdoba, Chaco, Corrientes, Entre Ríos, Formosa, Jujuy, Salta, Santiago del Estero, Santa Fe, Tucumán) sowie in der westlichen Region von Paraguay, im westlichen Teil von Bolivien (Acre) und im südlichen Brasilien (Mato Grosso do Sul, Rio Grande do Sul) verbreitet. Der Chaco-Pfeiffrosch tritt in einer Höhe von 0 bis 1.000 Meter über dem Meeresspiegel auf. Zusammengefaßt kommt der Chaco-Pfeiffrosch in folgenden Ländern vor: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Gelegentlich trifft man den Chaco-Pfeiffrosch in Peru an.

Ernährung

Chaco-Pfeiffrösche ernähren sich hauptsächlich von kleinen Insekten (Insecta) und deren Larven sowie von Gliederfüßern (Arthropoda). Die Frösche fangen die Insekten (Insecta) mit der Zunge.

Fortpflanzung

Chaco-Pfeiffrosch
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Chaco-Pfeiffrosch

Die ausgedehnte Reproduktionsphase findet hauptsächlich während der Regenzeit statt. Das Männchen hält sich während dieser Zeit überwiegend an den Rändern eines Teiches oder Sees auf. Mit zunehmender Dämmerung werden die Rufe des Männchens lauter und intensiver, um so das Weibchen anzulocken und potentielle Rivalen fernzuhalten. Während dieser Zeit ist das Männchen sehr territorial und verteidigt sein Revier gegenüber Eindringlingen vehement. Die Brutgebiete liegen an Gewässern wie zum Beispiel kleine Teiche oder auch Seen. Zu einer Paarung kommt es in der Regel um Mitternacht. Wie für Kröten und Frösche üblich, so kommt es zu einer Umklammerung des Weibchens durch das Männchen. Sie bilden dann ein sogenanntes Amplexus-Paar. Die Befruchtung der Eier erfolgt über eine externe Befruchtung. Männchen und Weibchen geben zeitgleich Samen und Laich ab, dabei produziert das Männchen mit wechselnden und stoßenden Bewegungen der Hinterbeine riesige Schaumnester entlang des Teiches oder Sees und zur gleichen Zeit legt das Weibchen ihre Eier in die Schaumnester ab und werden vom Männchen befruchtet. Eine komplette Reihenfolge der Beinbewegung kann ungefähr zwei Sekunden dauern. Die Schaumnester können einen Durchmesser von 25,4 Zentimeter und eine Höhe von 11,4 Zentimeter betragen. Die gesamte Eiablage kann sich bis in die frühen Morgenstunden hinziehen. Etwa 6,5 Prozent der Eier werden vom Männchen befruchtet und die anderen 93,5 Prozent dienen als Nahrung für die geschlüpften Larven. Werden die Schaumnester durch starken Regen überflutet, so werden die Larven in den Teich oder in den See gespült und erhalten für ihre weitere Entwicklung den Zugang zum Wasser.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Chaco-Pfeiffrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Chaco-Pfeiffrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Art noch nicht bedroht ist, so gehören doch zu den Hauptgefahren die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Trockenlegung von Habitaten sowie die allgemeine Umwelt- und Wasserverschmutzung. Eine weitere Gefahr ist die regelmäßige Konsumierung dieser Art in Argentinien und dies führte zu einem Rückgang der Populationen in Cordoba.

Galerie

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Siehe auch

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Literatur und Quellen

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