Chaetodipus eremicus

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Chaetodipus eremicus
Foto/Zeichnung folgt

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Perognathini
Gattung: Rauhaar-Taschenmäuse (Chaetodipus)
Art: Chaetodipus eremicus
Wissenschaftlicher Name
Chaetodipus eremicus
(Mearns, 1898)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Chaetodipus eremicus zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Rauhaar-Taschenmäuse (Chaetodipus). Im Englischen wird die Art Chihuahuan Desert Pocket Mouse genannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomische Anmerkungen

Ursprünglich wurde Chaetodipus eremicus als Unterart von Chaetodipus penicillatus geführt. Lee et al. (1996) untersuchte die mitochondriale DNA (kurz mtDNA) sowie die Chromosomen und stellte Unterschiede zwischen beide Arten fest. Auch leichte Unterschiede in den morphologischen und biochemischen Daten führten letztlich zur Anerkennung des Artstatus von Chaetodipus eremicus (Baker et al. 2003; Mantooth & Best, 2005; IUCN, 2009).

Erkennung und Unterschiede

Chaetodipus eremicus ist insgesamt kleiner als die nah verwandte Art Chaetodipus nelsoni, ähnelt in der Größe jedoch der Art Chaetodipus intermedius. Im Gegensatz zu Chaetodipus intermedius fehlt Chaetodipus eremicus jedoch die Stacheln im Steißbereich. Die Haare im Steißbereich sind bei Chaetodipus eremicus länglich und dünn (Baker et al. 2003; Mantooth & Best, 2005)

Beschreibung

Aussehen und Maße

Chaetodipus eremicus ist eine mittelgroße Rauhaar-Taschenmaus. Die Art erreicht je nach Unterart, Vorkommen und Geschlecht eine Gesamtlänge von 157 bis 185 mm, eine Schwanzlänge von 78 bis 111 mm, eine Hinterfußlänge von 20 bis 24 mm, eine Ohrlänge von 5 bis 10 mm, ein Gewicht von 15 bis 23 Gramm, eine Schädellänge von 24,2 bis 26,6 mm, eine Warzenfortsatzbreite von 11,8 bis 13,4 mm, eine Jochbeinbreite von etwa 13,5 mm, eine Rostral Länge von 9,6 bis 11,6 mm und eine Schädeltiefe von 7,8 bis 8,4 mm. Das grobe Fell weist dorsal eine hellbraune bis bräunliche Färbung auf, ventral und auf der Unterseite des Schwanzes zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Schwanz endet in einer langen Quaste. Lange und dünne Haare verteilen sich über das ganze Fell. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3 (Mantooth & Best, 2005).

Lebensweise

Chaetodipus eremicus ist ganzjährig aktiv und ausschließlich in der Nacht aktiv. Die Hauptaktivitäten lassen sich im Frühjahr beobachten. Im Winter kann es für mehrere Tage zu einem Torpor (lat. von Erstarrung) kommen. Zur Mauser kommt es jeweils im Mai und im Dezember. Chaetodipus eremicus lebt in unbterirrdischen Behausungen. Die Bauten bestehen aus einer zentralen Kammer, von der strahlenförmig mehrere Ein- und Ausgänge abgehen. Die Ein- und Ausgänge liegen für gewöhnlich unter Büschen oder an ähnlich geschützten Plätzen (Mantooth & Best, 2005).

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Die Art kommt in der Chihuahua-Wüste südlich von New Mexico und Trans-Pecos in Texas vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Wesentlichen über die mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila, Durango, Zacatecas, Nuevo Leon und San Luis Potosi. New Mexico und Texas werden nur im äußersten Süden besiedelt (Mantooth & Best, 2005; Patton, 2005).

Chaetodipus eremicus lebt in Habitaten, die sich durch sandige und weiche Schwemmlandböden auszeichnen. In steinigen oder felsigen Lebensräuen kommt die Art hingegen eher selten vor. Zur typischen Vegetation im Lebensraum gehören beispielsweise Akazien (Acacia), Kreosotbusch (Larrea tridentata), Mesquiten (Prosopis), Opuntien (Opuntia), Melden (Atriplex canescnens), Meerträubel (Ephedra torreyana), Bocksdorne (Lycium), Poliomintha incana, Bouteloua gracilis, Muhlenbergia arenacea, Oryzopsis hymenoides, Sporobolous airoides, Sporobolous cryptandrus, Sporobolous flexuosus, Tiquilia hispidissima und die Seifen-Palmlilie (Yucca elata) (Mantooth & Best, 2005).

Biozönose

Sympatrie

Chaetodipus eremicus lebt sympatrisch mit zahlreichen anderen Tierarten. Hier sind insbesondere Merriams Kängururatten (Dipodomys merriami), Chaetodipus hispidus, Chaetodipus intermedius, Chaetodipus nelsoni, Neotoma micropus, Seiden-Taschenmäuse (Perognathus) wie Perognathus flavus, Kaktusmäuse (Peromyscus eremicus), Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys) wie Reithrodontomys fulvescens und Reithrodontomys megalotis sowie Gebirgs-Taschenratten (Thomomys bottae), Mexikanische Ziesel (Spermophilus mexicanus) und das Fleckenziesel (Spermophilus spilosoma) (Mantooth & Best, 2005).

Krankheiten und Parasiten

Es konnten zahlreiche Ekto- und Endoparasiten nachgewiesen werden. An Milben (Acari, Acarida) sind dies Geomylichus brevispinosus und Geomylichus penicillatus. Nachgewiesen sind auch Tierläuse (Phthiraptera) wie Fahrenholzia pinnata sowie Flöhen (Siphonaptera) wie Carteretta carteri und Meringis agili Chaetodipus eremicus (Mantooth & Best, 2005).

Ernährung

Die Tiere ernähren sich im Wesentlichen von Sämereien. Sind diese knapp, so werden auch feine Gräser und andere Pflanzenteile gefressen. Beliebte Sämereien sind die Samen von Pflanzen aus der Gattung Gutierrezia, einer Gattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) sowie Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wie Mesquiten (Prosopis) und Kreosotbusch (Larrea tridentata). Die aufgenommene Nahrung schwankt je nach Jahreszeit, Lebensraum und Verfügbarkeit (Mantooth & Best, 2005).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt Ende Februar, die Fortpflanzungsspitze liegt im April. Nachgewiesen ist die Fortpflanzung zwischen Juni und Oktober. Der Östrus der Weibchen erstreckt sich über 23 bis 26 Tage. Während des Östrus legen die Weibchen nur eine geringe Territorialität und Aggressivität an den Tag. Nach einer erfolgreichen Paarung trennen sich die Geschlechter. Männchen haben demnach mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Die Wurfgröße liegt bei 3,6 bis 3,8 Jungtiere, die Tragezeit ist nicht bekannt. Die Geburt erfolgt im Wohnkessel der Weibchen. Die Lebenserwartung und der Zeitpunkt der Geschlechtsreife ist nicht bekannt (Mantooth & Best, 2005).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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