Chaetopelma olivaceum

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Chaetopelma olivaceum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ischnocolinae
Gattung: Chaetopelma
Art: Chaetopelma olivaceum
Wissenschaftlicher Name
Chaetopelma olivaceum
(C. L. Koch, 1841)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001882]

Die Art Chaetopelma olivaceum zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Chaetopelma. Im Englischen wird die Art israeli black tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Chaetopelma olivaceum zählt zu den mittelgroßen Chaetopelma-Arten und erreicht eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Zentimeter bei einer Beinspannweite von etwa 10 bis 12 Zentimetern. Die Körperfärbung dieser Art ist recht variabel, so gibt es je nach Verbreitungsgebiet verschiedene Farbmorphen. In Israel zum Beispiel, wo die Spinne in kühleren nördlichen Regionen wie in Wäldern oder auf Plantagen lebt, ist die Grundfärbung hellbraun. Exemplare, die in Wüstenregionen vorkommen, sind meist samtig grau bis schwärzlich gefärbt, vor allem nach der Häutung weisen sie diese Färbung auf. Die adulten Tiere weisen dorsal einen braunen Carapax auf. Das Opisthosoma erscheint bei dieser Art länglich und ist mit einer kurzen grauen Behaarung versehen. Die Jungspinnen sind dunkel getönt und weisen keine rosafarbenen Flecken an den Beinen auf. Mit zunehmendem Alter wird die Körperfärbung der Jungspinnen immer dunkler. Die Beine weisen ebenfalls eine dunkle Tönung auf. Das Männchen ist in der Regel viel heller gefärbt als das Weibchen. Des Weiteren finden sich bei dem Männchen Tibialhaken am vorderen Beinpaar. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 10 Jahre, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Chaetopelma olivaceum ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Ferner ist sie eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrer Höhle entfernt. In der freien Natur überwintert die Spinne bei einer Temperatur von nicht mehr als 13 Grad Celsius. Die optimale Temperatur für diese Art ist 25 bis 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 70 Prozent. Chaetopelma olivaceum kann in großen Kolonien leben, dies wurde vor allem in Jerusalem beobachtet und es gab auch Berichte von großen kommunalen Gruppen im Jordan-Tal, die in einem ausgetrockneten Brunnen leben. Des Weiteren hat man beobachtet, dass Exemplare, die im Jordan-Tal leben viel kleiner sind als Exemplare, die in zentralen Gebieten von Israel vorkommen. Man vermutet, dass es sich hier um eine Unterart handelt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Chaetopelma olivaceum befindet sich auf Zypern, in der Türkei, im Nahen Osten, in Ägypten und im Sudan. Die Spinne bevorzugt in der Regel Legesteinmauern, Hauswände und Felswände, die vorwiegend nördlich ausgerichtet sind. Die Bauten befinden sich meistens in einer Höhe von 1,0 bis 1,5 Metern. Des Weiteren bezieht die Art auch alte Ausgrabungsstätten oder Höhleneingänge im Mauerwerk, insbesondere auf Zypern.

Chaetopelma olivaceum
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Chaetopelma olivaceum

Ernährung

Chaetopelma olivaceum ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Geckos (Gekkonidae), Skinke (Scincidae) sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

In der Regel erreicht das Weibchen mit 3 Jahren die Geschlechtsreife. Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Chaetopelma olivaceum mehrere Häutungen. Die Häutung des Männchens findet meist im Herbst statt und die Paarung im darauffolgenden Jahr im Frühjahr von April bis Mai. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 60 bis 110 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

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Chaetopelma olivaceum
  • Chaetopelma olivaceum - (C. L. Koch, 1841)
  • Mygale olivacea - C. L. Koch, 1841a
  • Ischnocolus gracilis - Ausserer, 1871a - [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001880]
  • Ischnocolus syriacus - Ausserer, 1871a - [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002172]
  • Chaetopelma aegyptiaca - Ausserer, 1871a
  • Avicularia tetramera - Simon, 1873a - [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001932]
  • Avicularia striatocauda - Simon, 1873a
  • Nemesia concolor - Simon, 1873a
  • Ischnocolus striatocauda - Ausserer, 1875
  • Cratorrhagus tetramera - Simon, 1892a
  • Chaetopelma olivaceum - Simon, 1892a
  • Chaetopelma olivaceum - Strand, 1907l
  • Cratorrhagus tetramerus - Reimoser, 1919
  • Chaetopelma shabati - Hassan, 1950 - [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001883]
  • Chaetopelma olivaceum - Denis, 1955a
  • Cratorrhagus tetrameris - Bonnet, 1956
  • Chaetopelma olivaceum - Schmidt, 1986
  • Ischnocolus gracilis - Smith, 1986b
  • Ischnocolus gracilis - Smith, 1987d
  • Chaetopelma olivaceum - Smith, 1989a
  • Chaetopelma adenense - Smith, 1990c
  • Chaetopelma aegyptiacum - Smith, 1990c
  • Chaetopelma olivaceum - Smith, 1990c
  • Chaetopelma shabati - Smith, 1990c
  • Ischnocolus gracilis - Smith, 1990c
  • Ischnocolus jerusalemensis - Smith, 1990c - [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002165]
  • Chaetopelma aegyptiacum - Schmidt, 1993d
  • Chaetopelma olivaceum - Schmidt, 1993d
  • Ischnocolus gracilis - Schmidt, 1993d
  • Chaetopelma anatolicum - Schmidt & Smith, 1995
  • Chaetopelma gracile - Vollmer, 1997
  • Chaetopelma gracile - Peters, 1998
  • Chaetopelma olivaceum - Peters, 1998
  • Chaetopelma shabati - Peters, 1998
  • Chaetopelma gracile - Peters, 2000a
  • Chaetopelma gracile - Schmidt, 2005b
  • Chaetopelma olivaceum - Guadanucci & Gallon, 2008

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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