Eichhörnchen-Laubfrosch

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Chamäleon-Frosch)
Eichhörnchen-Laubfrosch

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Eichhörnchen-Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Hyla squirella
Bosc, 1800

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Eichhörnchen-Laubfrosch (Hyla squirella), auch als Regenfrosch oder Chamäleon-Frosch bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung der Laubfrösche (Hyla). Der generische Name leitet sich aus dem Griechischen hyla (zum Holz gehörend) ab. Namensgebend für den Eichhörnchen-Laubfrosch sind die ähnlich klingenden fiependen Lautäußerungen wie bei einem Eichhörnchen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Eichhörnchen-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 25 bis 38 Millimeter. Er kann aber auch eine maximale Körperlänge von 45 Millimetern erreichen. Es besteht zwischen Männchen und Weibchen kein Geschlechtsdimorphismus. Beide Geschlechter sind gleich groß. Markantes Merkmal bei dem Eichhörnchen-Laubfrosch ist der vielseitige Farbwechsel wie bei einem Chamäleon. Er kann zu unterschiedlichen Zeiten je nach Temperatur, Tätigkeit, Druck und anderen Faktoren seine Farbe von Hellgrün bis zu einem Dunkelbraun wechseln. Neben dem Farbwechsel zeigt sich ein heller länglicher Streifen seitlich der Oberfläche, der sich bis zu den Schenkeln hinzieht. Dieser Streifen weist einen verwaschenen unteren Rand auf. Die Augen befinden sich seitlich am Kopf. Zwischen den Augen zeichnet sich eine dunkle Markierung ab. Der Bauch ist schwarz bis gelblich gefärbt. Die Schallblase des Männchens ist bei Balzrufen extern gut sichtbar und ist etwas grünlich strukturiert. Die Rückseite des Eichhörnchen-Laubfrosches ist mit zahlreichen kleinen Punkten versehen.

Der Eichhörnchen-Laubfrosch wird häufig mit anderen Frosch-Arten verwechselt, unter anderem mit Hyla femoralis, Pseudacris ornata, Grauer Laubfrosch (Hyla versicolor), Hyla avivoca, Acris gryllus, Acris crepitans, Pseudacris crucifer, Karolina-Laubfrosch (Hyla cinerea) und mit Pseudacris brachyphona.

Beim Eichhörnchen-Laubfrosch sind die Zehenscheiben und die Haftballen deutlich größer ausgeprägt als bei den oben genannten Frosch-Arten. Des weiteren ist der untere Rand am seitlichen Streifen nicht so eindeutig wie bei dem Karolina-Laubfrosch (Hyla cinerea). Erwähnenswert sollte noch die Wettervorhersage des Eichhörnchen-Laubfrosches sein. Nähert sich ein Tief, so kann der Eichhörnchen-Laubfrosch durch quakende und fiepende Lautäußerungen den Regen vorhersagen. Daher war unter anderem auch der Trivialname Regenfrosch für diese Fähigkeit namensgebend. Der Eichhörnchen-Laubfrosch liebt die Geselligkeit und manchmal halten sich in einem hohlen Baumast oder Baumstumpf 30 bis 40 Eichhörnchen-Laubfrösche auf. Die Lebenserwartung eines Eichhörnchen-Laubfrosches kann acht bis neun Jahre betragen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Eichhörnchen-Laubfrosches erstreckt sich über den gesamten Süden der USA. Das Gebiet reicht von Virginia bis nach Florida und bis zur Südküste von Texas. Der Eichhörnchen-Laubfrosch ist auch im nördlichen Mississippi zu finden, was aber selten vorkommt. Er lebt in Savannen, auf Wiesen, in Sümpfen und in feuchten lichten Wäldern. Er hält sich manchmal in Gärten, im dichten Holzgestrüpp, in Sträuchern, im Kiefernholz, in Bäumen, unter Laub oder unter Rebstöcken auf. In den genannten Bereichen ist sehr viel Feuchtigkeit vorhanden, gibt es ausreichend Nahrung und eine Vielzahl von Plätzen, in denen sich der Eichhörnchen-Laubfrosch gut verstecken kann. Er wurde aber auch schon in Häusern gesichtet. Des weiteren kann er sich auch in Salzsümpfen oder in Salzseen aufhalten. Vorwiegend lebt der Eichhörnchen-Laubfrosch auf Bäumen und ist daher ein guter Kletterer.

Gefährdung, Schutz

Der Eichhörnchen-Laubfrosch ist noch nicht vom Aussterben bedroht. Vom Menschen wird er nur wenig verfolgt. In der Roten Liste der IUCN wird der Eichhörnchen-Laubfrosch als nicht gefährdet geführt. Jedoch ist auch in den natürlichen Lebensräumen des Eichhörnchen-Laubfrosches eine Ausbreitung der Land- und Viehwirtschaft zu beobachten. Dadurch wird der natürlichen Lebensraum immer weiter eingeschränkt.

Prädatoren

Zu den Hauptfeinden des Eichhörnchen-Laubfrosches gehören die Östliche Bändernatter (Thamnophis sauritus) sowie andere Fleischfresser wie kleine Säugetiere, Vögel und Reptilien. Räuberisch lebende Libellenlarven wie die Anax junius oder die Wasserwanze Lethocerus americanus haben es auf die Larven des Eichhörnchen-Laubfrosches abgesehen.

Ernährung

Der Eichhörnchen-Laubfrosch ist nachtaktiv und ist ein konkurrenzfähiger Fleischfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Mücken, Grillen, Käfern, Spinnen und Ameisen sowie von kleinen Krebsen. Die Lokalisierung erfolgt über optische Reize. Es werden also nur bewegliche Beutetiere wahrgenommen. Ein Beutetier wird mit der klebrigen Zunge gefangen und im Ganzen verschluckt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Eichhörnchen-Laubfrosch ungefähr mit einem Jahr. Die Balzrufe der Männchen gehen mit einem lauten schnellen und rauhen Quaken einher. Mit ihrem Balzgesang machen die Männchen auf sich aufmerksam. Nachdem ein Weibchen erobert wurde, klammert sich das Männchen auf dem Rücken des Weibchens fest. Die Reproduktion findet in den Monaten März, April bis in den späten August hinein oder im frühen Oktober statt. Je nach Alter des Weibchens kommt es zu Laichballen mit 1.059 Eiern. Die Laichballen werden im flachen, stehenden Wasser mit reichlich vorhandener Vegetation abgelegt. Die Laichballen weisen eine rundliche Form auf und messen etwa drei Millimeter im Durchmesser. Es kann auch vorkommen, daß das Weibchen die Eier auch einzeln ablegt. Die einzelnen Eier sind mit einer dicken Gelschicht umgeben.

Vom Absetzen der Eier bis zur Reifung der Eier dauert es etwa 24 bis 43 Stunden. Die larvale Metamorphose beträgt etwa 40 bis 50 Tage bei einer Körperlänge von 11 bis 13 Millimeter und einem Gewicht von 0,25 bis 0,52 Gramm. Die Larven ernähren sich während dieser Zeit von organischen und anorganischen Partikeln, die sie an Steinen finden oder nehmen Substrate von faulendem Totholz zu sich. Nach der abgeschlossenen Metamorphose erreichen die juvenilen Eichhörnchen-Laubfrösche eine Körperlänge von 19 bis 23 Millimeter. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die fertigen Jungfrösche ihr Gewässer. Nach etwa einem Jahr beträgt dann die Körperlänge etwa 26 Millimeter. Der Lebensraum der juvenilen Eichhörnchen-Laubfrösche ist sehr vielseitig. Sie halten sich aber vorwiegend auf Bäumen wie Eichen, Kiefern, Stechpalmen und Magnolien versteckt zwischen zwei Blättern auf und passen sich farblich vortrefflich ihrer Umgebung an.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge