Chile-Ratte

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Chile-Ratte
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Gattung: Chile-Ratten (Irenomys)
Art: Chile-Ratte
Wissenschaftlicher Name
Irenomys tarsalis
(Philippi, 1900)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Chile-Ratte (Irenomys tarsalis) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Chile-Ratten (Irenomys). Im Englischen wird die Art Chilean Climbing Mouse oder Large-footed Irenomys genannt. Innerhalb der Gattung Irenomys ist die Chile-Ratte die einzige Art. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind nach Wilson & Reeder (2005) keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung

Die Chile-Ratte ist leicht an ihrer Größe sowie dem sehr langen Schwanz, der die Körperlänge übersteigt, zu erkennen. Die Augen sind groß, das Fell ist dicht und weich. Der Hirnschädel ist lang, das Inkabein (Os interparietale) ist groß (Kelt, 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Chile-Ratte erreicht je nach Geschlecht eine Gesamtlänge von 270 bis 326 (280) mm, eine Schwanzlänge von 162 bis 196 (165) mm, eine Hinterfußlänge von 28 bis 32 (30) mm, eine Ohrlänge von 20 bis 25 (22) mm, ein Gewicht von rund 42 g, eine Schädellänge von 27,7 bis 31,1 (30,0) mm, eine basale Schädellänge von 23,8 bis 28,25 (26,7) mm, eine Hirnschädelbreite von 12,8 bis 13,5 (13,2) mm sowie eine Jochbeinbreite von 13,8 bis 15,6 (14,9) mm. Das Fell der Chile-Ratte ist dorsal gräulich bis zimtbraun oder rötlichbraun gefärbt. Feine dunkle Linien durchziehen das Fell. Die Ohren sind schwarzbraun gefärbt, die Vorder- und Hinterfüße weisen eine weißliche Färbung auf, die Zehen sind weiß. Der lange Schwanz ist schwarzbraun gefärbt, ventral jedoch etwas blasser. Die Bauchseite ist hellbraun bis zimtbraun gefärbt (Kelt, 1993).

Über die Lebensweise ist nichts bekannt.

Verbreitung

Die Chile-Ratte ist vom zentralen und südlichen Chile bis ins benachbarte Argentinien endemisch. Besiedelt werden küstennahes Festland sowie einige der Küsten vorgelagerten Inseln. Die Chile-Ratte bewohnt sowohl gemäßigte lichte Wälder als auch steppenartige Waldlandschaften. Zu den typischen Bäumen im Lebensraum der Tiere gehören vor allem Scheinbuchen (Nothofagus) und Chilezedern (Austrocedrus chilensis) (Pearson, 1995; Simonetti, 2000; Pardinas et al., 2004, in IUCN 2014).

Biozönose

Sympatrie

Die Chile-Ratte lebt in ihrem Lebensraum sympatrisch mit anderen kleinen und größeren Säugern wie der Chiloé-Beutelratte (Dromiciops gliroides), der Südliche Andenhirsch (Hippocamelus bisulcus), Südamerikanische Feldmäuse (Akodon) , Anden-Feldmäuse (Abrothrix) wie Abrothrix longipilis und Abrothrix sanborni, Zwergreisratten (Oligoryzomys) wie Oligoryzomys longicaudatus, die Langkrallen-Maulwurfsmaus (Geoxus valdivianus) sowie Großohrmäuse (Auliscomys) (Kelt, 1993).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Chile-Ratte zählen Raubtiere wie der Argentinische Graufuchs (Pseudalopex griseus), der Darwinfuchs (Lycalopex fulvipes), die Chilenische Waldkatze (Leopardus guigna) sowie der Patagonien-Sperlingskauz (Glaucidium nanum), die Schleiereule (Tyto alba), der Virginia-Uhu (Bubo virginianus) und andere räuberisch lebende Vögel (Kelt, 1993).

Ernährung

Chile-Ratten haben ein breites Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich von grüner Vegetation, Pilze und Grassamen. In Gefangenschaft werden auch Hafer, Äpfel, Bambussprossen und Maden gefressen (Kelt, 1993).

Fortpflanzung

Das Fortpflanzungsverhalten ist nur unzureichend erforscht. Die Paarungszeit der Chile-Ratten beginnt im Frühjahr und erstreckt sich bis in den späten Sommer. Ein Weibchen bringt in ihrem Nest 3 bis 6 Jungtiere zur Welt (Kelt, 1993).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Chile-Ratte zählt heute noch nicht zu den bedrohten Tierarten und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Vor allem die Populationen in Schutzgebieten gelten als gesichert und stabil. Eine Gefahr geht von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus (IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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