Chilenischer Skunk

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Chilenischer Skunk

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Ferkelnasenskunks (Conepatus)
Art: Chilenischer Skunk
Wissenschaftlicher Name
Conepatus chinga
(Molina, 1782)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Chilenische Skunk (Conepatus chinga) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Ferkelnasenskunks (Conepatus). Im Englischen wird der Chilenische Skunk Molina's Hog-nosed Skunk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße Chilenische Skunk erreicht eine Gesamtlänge von 460 bis 900 (680) mm und ein Gewicht von 2.300 bis 4.500 (3.400) g. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen, in der Fellfärbung zeigt sich kein Dimorphismus. Charakteristisches Merkmal ist die schwarze Fellfärbung mit den 2 dorslateral gelegenen weißen Streifen. Die Streifen ziehen sich von der Oberseite des Kopfes seitlich am Körper entlang bis zum Schwanz. Der Schwanz ist in der Regel weißlich gefärbt. Im Gesichtsfeld sind keine Streifen vorhanden. Die Nasenspitze ist breit und relativ fleischig. Die Nasenlöcher befinden sich auf der Unterseite der Nase, die Ohren und die nach vorne gerichteten Augen sind relativ klein. Die kurzen und kräftigen Beine enden jeweils in 5 Zehen. Die Zehen weisen kräftige Krallen auf, die hervorragend zum Graben geeignet sind, wobei die Krallen der Vorderfüße deutlich größer sind (Nowak, 1999).

Lebensweise

Die nachtaktiven Chilenischen Skunks leben überwiegend einzelgängerisch. Paarweise sind sie nur kurz während der Paarungszeit anzutreffen. Das Männchen hat mit der Aufzucht des Nachwuchses jedoch nichts zu tun. Chilenische Skunks sind nur wenig territorial. Die Reviere einzelner Individuen überlappen sich in der Regel. Sie legen eine zumeist terrestrische Lebensweise an den Tag. Während des Tages halten sich die Tiere in felsigen Höhlen auf. Bei Gefahr können sie über spezielle Analdrüsen ein übelriechendes Sekret verspritzen. Aufgrund dieser Tatsache haben Chilenische Skunks nur wenige natürliche Feinde. Beim Versprühen des Sekretes wird der buschige Schwanz aufrecht gestellt und durch Muskelkontraktion tritt das Sekret in einem feinen Strahl aus (Nowak, 1999).

Unterarten

Verbreitung

Chilenischer Skunk
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Chilenischer Skunk

Chilenische Skunks sind im mittleren und im südlichen Südamerika in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay, Peru und Uruguay anzutreffen. Im Verbreitungsgebiet überlappen sich die Vorkommen mit den nah verwandten Arten wie dem Patagonischen Skunk (Conepatus humboldtii) und dem Amazonas-Skunk (Conepatus semistriatus). In Höhenlagen ist die Art im Hügelland bis in Hochgebirgslagen von über 4.000 m über NN anzutreffen. Als Lebensraum dienen meist offene Vegetationsflächen im Hügelland oder in Steppenbereichen (IUCN, 2011, Nowak, 1999).

Biozönose

Zu den wenigen natürlichen Feinden gehören Greifvögel (Falconiformes), Schlangen (Serpentes) und einige Füchse der Gattung Pseudalopex. Der größte Feind der Chilenischen Skunks ist jedoch der Mensch. Die meisten natürlichen Feinde lassen sich durch das übel riechende Sekret aus den analen Drüsen abschrecken. Auch gegen das Gift der meisten Schlangen sind die Tiere mehr oder weniger immun (Nowak, 1999).

Ernährung

Chilenische Skunks gelten als Allesfresser. Weit oben auf der Speisekarte stehen beispielsweise Spinnentiere (Arachnida) und Käfer (Coleoptera). Aber auch Kleinsäuger, Eier, junge Vögel (Aves), grüne Vegetation und Früchte werden nicht verschmäht. Die Nahrungssuche erfolgt fast ausschließlich in der Nacht (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Chilenische Skunks im Alter von 10 bis 12 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich über das zeitige Frühjahr. Nur zu dieser Zeit treffen die Geschlechter aufgrund der einzelgängerischen Lebensweise aufeinander. Mit der Aufzucht des Nachwuchses haben Männchen daher nichts zu tun. Nach einer Tragezeit von etwa 60 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Bau 2 bis 5 (3,5) Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt ausgesprochen hilflos sowie nackt und blind. Die Jungen wachsen jedoch schnell heran und werden nach 8 bis 10 Woche entwöhnt. Die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt, in Gefangenschaft können die Tiere ein Alter von etwa 8 bis 9 Jahren erreichen (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Chilenische Skunks gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die Lebensraumvernichtung und die Bejagung durch den Menschen zählen heute zu den größten Bedrohungen (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind americana (Desmarest, 1818), chilensis (E. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803), chinensis (Gerrard, 1862), chingha (Molina, 1786), chinghe (Bechstein, 1800), dimidiata (G. Fischer, 1814), furcata (Wagner, 1841), molinae (Lichtenstein, 1838), calurus Thomas, 1919, mendosus Yepes, 1937, pampanus Thomas, 1921, suffocans (Burmeister, 1879), mapurito (Tschundi, 1844), enuchus Thomas, 1927, ajax Thomas, 1913, arequipae Thomas, 1900, chorensis Thomas, 1902, hunti Thomas, 1903, porcinus Thomas, 1902, americana (Desmarest, 1820), feuillei (Gervais, 1841), feuillei Trouessart, 1897, monzoni Aplin, 1894 und vittata (Larranaga, 1923) (Wilson & Reeder, 2005).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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