Chilepfeifente

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Chilepfeifente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Schwimmenten (Anatini)
Gattung: Eigentliche Schwimmenten (Anas)
Art: Chilepfeifente
Wissenschaftlicher Name
Anas sibilatrix
Poeppig, 1829

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Chilepfeifente (Anas sibilatrix), auch Chilenische Pfeifente genannt, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Eigentlichen Schwimmenten (Anas). Im Englischen wird die Art Chiloe Wigeon genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Chilepfeifente erreicht eine Körperlänge von 43 bis 54 cm sowie ein Gewicht von 800 bis 950 Gramm. Weibchen bleiben etwas kleiner und leichter als Männchen. Der Kopf des Männchen ist schwarz und weist an den Seiten grüne Stellen auf, die metallisch schimmern. Diese grünen Stellen sind beim Weibchen und Jungtieren weniger stark ausgeprägt. Der Bereich der vorderen Kopfpartie sowie der Nacken und die obere Bauchseite sind weiß. Die Brust ist schwarz-weiß gestrichelt. Die Enden der Flügeldecken sind schwarz. Die Flanken der Männchen sind rostrot gefärbt, die beim Weibchen dagegen mehr bräunlich. Das Rückengefieder ist überwiegend grau und ist mit weißen Linien durchzogen.

Außerhalb der Brutzeit leben die Chilepfeifenten gesellig und in Vergesellschaftungen mit anderen Entenarten. Während der Paarungs- und Brutzeit sind sie territorial und ziehen sich paarweise zurück. Während der Mauser bilden Männchen Mausergruppen. Trotz der starken Bejagung durch die einheimische Bevölkerung gelten die Chilepfeifenten heute noch nicht zu den bedrohten Arten.

Verbreitung

Diese Entenart lebt im südlichen Südamerika. Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich über das südliche Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien und die Falklandinseln. Meist sind sie sesshaft und siehen nur selten während des Winters in den Süden Brasiliens. Sie bewohnen flache Süßgewässer wie Lagunen, Seen und Flußniederungen.

Nahrung

Chilepfeifenten ernähren sich fast ausschließlich von vegetarischer Nahrung. Dazu gehören neben Gräsern und Kräutern an Land auch Wasserpflanzen. Sie gehen tagsüber auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Chilepfeifente mit etwa einem Jahr. In den natürlichen Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Paarungszeit über die Monate September bis Dezember. In Europa brüten die Tiere in Gefangenschaft von April bis Juni. Die Nester werden in dichter Ufervegetation in der Nähe eines Gewässers angelegt und bestehen aus verschiedenen Gräsern.

Das Weibchen legt zwischen sechs und zehn, selten auch bis zwölf cremefarbene Eier. Die Eier weisen eine Größe von 58 mal 40 mm sowie ein Gewicht von 50 bis 53 Gramm auf. Sie werden über einen Zeitraum von 24 bis 26 Tagen vom Weibchen ausgebrütet. Das Männchen wacht während dieser Zeit über das Gelege und begleitet seine Partnerin während der kurzen Brutpausen. Er nimmt auch an der Aufzucht der Küken teil. Die Küken weisen anfangs einen bräunlichen Flaum auf. Nach 45 bis 55 Tagen verfügen sie bereits über ein vollständig entwickeltes Gefieder. Es ist allerdings glanzloser und weist an Kopfseiten weniger grün auf. Chilepfeifenten können ein Alter von 20 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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